Benefiztour: Quer durch Deutschland zu Fuß und mit dem Rad

Benefiztour : Quer durch Deutschland zu Fuß und mit dem Rad

Carmen und Stefan Koscheny werden von Hamburg nach Garmisch-Partenkirchen unterwegs sein und Spenden für äthiopische Schüler sammeln.

() Die Route, die sie von Hamburg nach Garmisch-Partenkirchen führt,  haben  Carmen und Stefan Koscheny aus Steinberg längst ausgemacht. Start ist am Montag, 17. Juli. Läuft alles nach Plan, werden sie das Zentrum im Werdenfelser Land am Freitag, 28. Juni, erreichen. Die 878,5 Kilometer will das Ehepaar aus dem Waderner Stadtteil in zehn Etappen zurücklegen, zu Fuß und auf dem Fahrrad, und alles für einen guten Zweck: die Schule des Lichts in dem äthiopischen Dorf Monopole. „Beim Besuch unseres Sohnes Tim entdeckten wir unsere Liebe für das Land und die Menschen dort“, verrät Carmen Koscheny. Unmittelbar nach seinem Abitur 2010 am Hochwald-Gymnasium hatte er an der Schule, die damals noch 1-Euro-Schule hieß, ein soziales Jahr absolviert – ein Engagement, das auf die Eltern überschwappte. Seit fünf Jahren machen sie sich für den christlichen Verein namens 1-Euro-International mit Sitz in Trier stark, der die Schule in dem Ort, etwa 180 Kilometer östlich von Addis Abeba gelegen, erbaut hatte. „Inzwischen besuchen etwa 600 Schüler den Unterricht in den Klassenstufen eins bis acht  und in zwei  Vorschulklassen“, erzählt Carmen Koscheny. „Finanziert wird die Schule des Lichts, wie sie mittlerweile heißt, durch Spenden und Patenschaften.“

Carmen und Stefan Koscheny starten bald zu einer Reise nach Äthiopien. Foto: Carmen Koscheny
Die Spenden, die das Waderner Paar sammeln will, sind für die Schule des Lichts gedacht. Foto: Carmen Koscheny

„Diese Schule ist tatsächlich ein Lichtblick in einer dürren, staubigen, armseligen Gegend in der Nähe des Dorfes“, berichtet Stefan Koscheny. Als ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins besucht das Ehepaar nach seinem Bekunden regelmäßig ein bis zwei Mal pro Jahr Äthiopien. Was beide freut: Bei landesweiten Prüfungen schneiden die Schützlinge sehr gut ab. „Nicht nur die Kinder lernen Lesen, Schreiben und Rechnen, werden medizinisch und sozialpädagogisch betreut, sondern auch die Eltern werden geschult und motiviert in Gruppen kleine Unternehmen zu gründen. Dadurch können sie neben ihrer Arbeit als Tagelöhner ein zweites Einkommen haben.“ Ende vergangenen Jahres kam  Kindergarten mit vier neuen Räumen, einem Fußball-, Basketball- und Volleyballfeld hinzu. Dazu wurden Anbaufläche zur Selbstversorgung,eine  Abgrenzung des erweiterten Grundstückes, Solaranlagen zur Stromversorgung geschaffen. Mit dem Geld, das die Koschenys bei ihrer Tour sammeln, soll die Schule erweitert und der Bau eines Kindergartens zu Ende gebracht werden. „Vom Prinzip her funktioniert die Aktion wie ein Spendenlauf“, sagt die Frau. „Spender erklären sich bereit, für jede Etappe einen bestimmten Obolus zu geben. Am Ende unserer Tour werden alle erfolgreich absolvierten Etappen zusammengezählt und mit dem Betrag pro Etappe multipliziert.  Wenn jemand fünf Euro pro Etappe in Aussicht stelle, kommt am ende ein Betrag von 50 Euro raus“, rechnet sie vor. Jede Etappe hat nach Worten von Helmut Koscheny  110 Kilometer. Seine Frau werde 25 Kilometer  wandern, er 85 Kilometer  mit dem Rad zurücklegen. „Natürlich wird das anstrengend werden, aber wir haben die vergangenen Monate gut trainiert und sind uns der Strapazen dieses  Marathon wohl bewusst“, verrät er. „Auch werden wir die zehn Etappen in zwölf Tagen zurücklegen, also zwei Ruhetage haben.“

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