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BI Wenzelstein
Protest gegen Windräder hält an

Im Dialog: Umweltminister Reinhold Jost (l.) und der BI-Vorsitzende Günther Möcks (r.).
Im Dialog: Umweltminister Reinhold Jost (l.) und der BI-Vorsitzende Günther Möcks (r.). FOTO: Erich Brücker / Erich Brücker
Löstertal. Ein Bundes- und zwei Landesminister waren zu Gast im Löstertal. Ihnen nannte die BI Wenzelstein ihre Argumente gegen den dort geplanten Windpark.

Mit Bundes-Justizminister Heiko Maas, Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sowie Umweltminister Reinhold Jost hat dieser Tage der Waderner Stadtteil Löstertal hohe Polit-Prominenz beim Grumbeeren-Fescht des SPD-Ortsvereins Löstertal sowie bei der Eröffnung des Lehrbienenstandes am ehemaligen Sportplatz in Buweiler zu Gast gehabt. Diese Visite hat die Bürgerinitiative (BI) Wenzelstein genutzt, um den SPD-Politikern mitzuteilen, was sie von ihrer Energiepolitik hält. Zudem hat sie ihrer Forderung „Keine Windräder auf dem Wenzelstein“ Nachdruck verliehen. „Die Gesundheit der Menschen, die Artenvielfalt und den Wald gilt es zu schützen. Der unsinnige Zubau von Windrädern im Wald, Zerstörung inbegriffen, und in Ortsnähe muss gestoppt werden“, forderte der BI-Vorsitzende Günther Möcks. Dabei wies er auf das noch zu verabschiedende neue Saarländische Waldgesetz hin. Dort ist geschrieben „Auf Grundflächen, auf denen sich seit mindestens 1817 Wald im Sinne des Paragrafen 2 dieses Gesetzes befindet (Historischer Wald), stehen im Staatswald die Belange des Natur- und Bodenschutzes der Errichtung von baulichen Anlagen, die der Nutzung der Windenergie dienen, in der Regel entgegen“. Danach wäre die Ausweisung einer Konzentrationszone auf dem Wenzelstein auszuschließen.



Die BI-Teilnehmer an der Demonstration verdeutlichten dem Umweltminister in sachlichen Gesprächen ihre Auffassung, dass nach diesem Passus im neuen Waldgesetz der Wenzelstein als „historisch alter Wald“ von Windrädern frei bleiben müsse. Und dass Jost als Herr des Saar-Forstes, die Aufstellung zusätzlich dadurch verhindern kann, dass er keine Waldflächen an den Betreiber ABO Wind verpachtet. Weiter macht es für die BI-Mitglieder wenig Sinn, wenn die Umweltbehörde zum Schutz von Schwarzstörchen und Rotmilanen Natura-2000-Schutzzonen im Löstertal ausweist und diese geschützten Vögel dann in der Konzentrationszone auf dem Wenzelstein von Windrädern „geschreddert“ werden. Zudem werde der Gesundheitsschutz der Bürger völlig vernachlässigt, weil den Gesundheitsschäden, die durch den Infraschall der Windräder verursacht werden könnten, zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. „Wir regeln das nach Recht und Gesetz“, entgegnete der Minister, bot den BI-Mitgliedern ein Gespräch mit seiner Fachabteilung an. Auch werde das Thema Schwarzstörche vom Ministerium intensiv geprüft. „Wir prüfen das so genau, dass die Kosten, die damit einhergehen, in einer Größenordnung sind, dass die Investoren sagen, das rechnet sich nicht mehr“, sagte der Minister, der aber verneinte, dass es Gefährdungspotenziale durch den Infraschall gäbe. Schließlich verursache jedes Fahrzeug Infraschall. Seine Parteimitglieder Maas und Rehlinger enthielten sich einer Stellungnahme.

Der Protest der BI war auch an die Stadt Wadern adressiert, die auf dem Wenzelstein eine Konzentrationszone für Windenergieanlagen ausweisen will. Die Stadt hat nach der Sommerpause ihre Arbeiten zur Änderung des sachlichen Flächennutzungsplanes zur Darstellung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen wieder aufgenommen. Aktuell hat sie den Ortsräten ihre Planentwürfe zur Anhörung vorgelegt. Gegen diese Entwürfe wurden bei der öffentlichen Auslegung gemäß Bau-Gesetzbuch laut BI „mehr als 100 Seiten Einwendungen“ vorgebracht. Diese kamen von der BI Wenzelstein, weiteren Waderner Bürgern, den Behörden und den Trägern öffentlicher Belange. Die Stadt Wadern sollte sich, so Günther Möcks, darüber nicht mit einem sturen „weiter wie gehabt“ hinwegsetzen können, „sondern das bereits angesprochenen neue Saarländische Waldgesetz ebenfalls berücksichtigen“, sagt derBI-Vorsitzende.