Projektwoche der FGTS Wadrill-Steinberg widmet sich dem Thema Europa

Wadrill : Schüler erkunden Europa – auch kulinarisch

Bei einer Projektwoche haben die Kinder der FGTS St.Martin Wadrill-Steinberg Städte, Kultur und Gerichte Europas kennengelernt.

Eine ereignisreiche Projektwoche liegt hinter den Jungen und Mädchen der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) St. Martin Wadrill-Steinberg. Während dieser Woche haben sich 20 sechs- bis zehnjährige Kinder dem Thema Europa gewidmet – genauer gesagt mit einigen benachbarten Ländern, deren Regierungen und Hauptstädten, mit ihrer Kultur und Wahrzeichen, Menschen und Gepflogenheiten. Natürlich beschäftigten sich die Schüler auch mit den jeweiligen Nationalgerichten. Höhepunkt der Woche war die Vorstellung ihrer Arbeiten und ihrer Kochkunst – und zwar keinem Geringeren als Kultusminister Ulrich Commerçon, der mit Bürgermeister Jochen Kuttler zwei unterhaltsame Unterrichtsstunden in der Schulturnhalle erlebte. Zuvor wurden beide von  Britta Hake, der Leiterin der FGTS, begrüßt. Eröffnet wurde die Präsentation mit der Europa-Melodie und einer Tanzeinlage durch die Kinder.

Schülerin Leni erläuterte die Projektwoche: „Wir kennen jetzt einige Länder, wissen, wie groß sie sind, wie viele Einwohner sie haben und wie ihre Hauptstadt heißen. Dazu haben wir ihre Flaggen kennengelernt, aber auch einige Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht gekannt haben. Um das alles herauszufinden, durften wir auch im Internet selbst suchen.“

Lia und Kirsten verrieten ihre erworbenen Kenntnisse über unterschiedliche Arten von Regierungen, über Demokratie und Parlament. Derweil verwiesen Paul und Jannis darauf, dass man jetzt in der FGTS auch ein Kinderparlament habe. „Jeweils zwei Kinder aus jeder Klassenstufe bilden das Parlament und tagen mindestens einmal im Monat. In einer Box werden Meinungen, Wünsche und Vorschläge anonym oder nicht gesammelt. „So können wir mitbestimmen, über den Ablauf in der FGTS oder welche Anschaffungen gemacht werden“, sagten beide.

Erste Errungenschaften des Parlaments seien die Anschaffung von neuen Spielen für den Spielraum sowie ein neues Zimmer für das erste und zweite Schuljahr.

„Die Projektwoche war eine gute Sache. Ich bin beeindruckt von eurem Wissen über Europa, das ganz schön vielfältig sein kann, wie ihr sicherlich festgestellt habt. Ihr wisst ja mehr als mancher Erwachsene“, zeigte sich der Kultusminister beeindruckt von den Vorführungen der Schüler aus Wadrill und Steinberg. Der Gast aus Saarbrücken lobte sie vor allem dafür, dass sie ein Kinderparlament ins Leben gerufen haben. „Mein weiter Weg in den Hochwald hat sich gelohnt“, versicherte er. Bevor er aber die Köstlichkeiten, die die Kinder hergestellt hatten, probieren konnte, musste er ihnen noch Rede und Antwort stehen über seinen Job und wie man als Minister regiert. Zudem musste er seine Hobbys und Urlaubsziele benennen.

Im Vorfeld der kurzweiligen Unterrichtsstunden in der Turnhalle hatten die Kinder sechs Tage lang nachmittags die Spezialitäten einiger Länder gekocht. So wurden unter der Anleitung „vom besten Koch von Wadrill“ (O-Ton der Kinder) Reimer Biehl, Nationalgerichte zubereitet. Nach der obligatorischen Frage, „Habt ihr auch alle eure Finger gewaschen?“ ging es los. Kochschürzen wurden angezogen, die weißen Kochmützen aufgesetzt. Dann stürzten sich die Kinder in die Arbeit. Kartoffeln mussten für die Fritten, die in Belgien so beliebt sind, geschält werden. Die Zutaten für die Pizza aus Italien und für die Paella, ein spanisches Nationalgericht, oder für den österreichischen Kaiserschmarren mussten in den Kochstunden bearbeitet werden. Für Schweden stand Fisch auf dem Essensplan, für Deutschland Dibbelabbes gekocht wurde.

Leonie und Jonas berichteten, dass das gemeinsame Putzen, Schälen, Schneiden und Kochen viel Spaß gemacht habe. „Vor allem war das gemeinsame Essen toll“, sagten beide. Für die fleißige Mitarbeit und das Kompliment ließ sich Koch Reimer nicht lumpen, zum Lohn versprach er den Kindern, zu einem späteren Zeitpunkt nochmals einen gemeinsamen Kochtag einzulegen. „Dann gibt es Hähnchenschnitzel und eine Eisbombe.“

„Eine tolle Idee“, lobte Bürgermeister Jochen Kuttler das Projekt der FGTS Wadrill. Gerade in Zeiten, in denen viele den Zusammenschluss in der Europäischen Union in Frage stellten und es förmlich Mode geworden ist, die EU in Grund und Boden zu verdammen, sei es wichtig zu zeigen, dass nur ein vereintes Europa den Frieden auf unserem Kontinent garantieren kann. „Das Bewusstsein für dieses Kunstwerk Europa zu begeistern, ist eine immerwährende Aufgabe. Und wenn die Kinder Spaß dabei haben, andere Ländern zu entdecken, und sei es nur auf der Landkarte oder per Internet, haben wir alles richtig gemacht“, betonte der Verwaltungschef.

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