Löstertal „Wellnesskuren“, damit Obst von hoher Qualität reifen kann

Löstertal · Der Obst- und Gartenbauverein Löstertal freut sich wie viele weitere Vereine im Grünen Landkreis schon seit Jahren über einen regen Zulauf. Aktuell engagieren sich in ihm nach Auskunft seines Schriftführers Johannes Neugebauer mehr als 260 Mitglieder für nachhaltig ertragreiche Gärten und ein flächendeckendes Netz von Streuobstwiesen im ganzen Löstertal.

 Beim Herausschneiden einzelner Äste ist schon mal Männerkraft gefordert.

Beim Herausschneiden einzelner Äste ist schon mal Männerkraft gefordert.

Foto: a-n

Unter dem Vorsitzenden Manfred Rappold ziehe das breitgefächerte Angebot des Vereins neben dem Einsatz für eine immer bessere Biodiversität in der umgebenden Natur mit unterschiedlichen Kursen, mit geführten Wanderungen, einer Kleinkindgruppe (Grüne Früchtchen), die spielerisch an die Natur geführt wird, und nicht zuletzt mit der eigenen Kelterei zur Obstverwertung immer mehr Interessenten an.

Nachdem auch im Löstertal innerhalb weniger Tage die Quecksilbersäule des Thermometers von Minusgraden auf zum Teil deutlich mehr als zehn Grad geklettert ist, würden sich immer mehr Gartenbesitzer mit der Frage an den OGV wenden, wie sie den jetzt offensichtlich anstehenden Obstbaumschnitt in ihren privaten Gästen fach- und sachgerecht bewerkstelligen sollen. Aber auch die anderen Obst- und Gartenbau-Vereine im Kreis Merzig-Wadern stünden solchen Fragen bestimmt mit Sachverstand offen gegenüber. Wer den für sich zuständigen OGV sucht, findet die Kontaktadressen unter der Homepage (https://www.gartenbauvereine.de/saarland_rheinland-pfalz).

Die SZ-Frage, ob die kommenden Tage und Wochen der richtige Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt sind, beantwortete Johannes Neugebauer mit einem klaren Ja. „Sobald ausgangs des Winters mit steigenden Temperaturen gesunde Triebe und Knospen zu erkennen sind, ist für mich der richtige Zeitpunkt in der laubfreien Phase der Obstbäume gekommen.“ Er beantwortete auch die zugegeben laienhafte Frage, warum Obstbäume überhaupt beschnitten werden müssen. Insbesondere die Entfernung kranker und abgestorbener Triebe, der Aufbau und Erhalt einer optimalen Baumkrone sowie die biologisch festgelegte, aber auch durch ungünstige Klimabedingungen (zum Beispiel Spätfröste in der Blütezeit) bedingte jährlich wechselnde Ertragsschwankung bedingten einfach diese Maßnahme. Das Ziel sei ein kontinuierlicher, jährlicher Ertrag von gesundem Obst höchster Qualität. Qualität und Quantität ihrer Früchte nähmen zwangsläufig ab, wenn nicht mehr genug Sonnenlicht in die Baumkrone gelangen kann.

Der Schriftführer: „Da Obstbäume bis zu hundert Jahre alt werden und bei mangelnder Pflege vergreisen, benötigen solche alte Exemplare ab und zu einen Verjüngungsschnitt, die sogenannte Wellnesstherapie für Obstbäume.“ Ganz wichtig sei ferner insbesondere bei den Streuobstwiesen der kontinuierliche Kampf gegen einen auf Dauer für die Bäume tödlichen Parasiten. Neugebauer: „Nicht zuletzt haben sich die Misteln bei uns im Saarland immer stärker vermehrt. Die müssen unbedingt aus den Obstbäumen entfernt werden, weil sie innerhalb weniger Jahre einem gesunden Obstbaum aller Nährstoffe entziehen.“

Bei der SZ-Frage, ob ein privater Gartenbesitzer sich bei der Pflanzung neuer Obstbäume eher für alte, heimische Sorten oder für Neuzüchtungen entscheiden sollte, legte er sich wie folgt fest: Am besten sei dabei ein moderater Mix. Leider seien auch manche alten Sorten mehr oder weniger anfällig für Krankheiten, wogegen sie vom Geschmack her oft durchaus mit neuen Sorten mithalten können. „Mein Ziel ist jedoch der Anbau von pflegeleichten und multiresistenten Sorten, die dann noch mit Rücksicht auf das jeweilige Klima auszuwählen sind.“

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