Neue Kita in Dagstuhl mit 40 Betreuungsplätzen eingeweiht

Kostenpflichtiger Inhalt: Kita in Dagstuhl eingeweiht : „Lummerland“ kommt zu „Jim Knopf“

Direkt neben der Kinderkrippe im Alten Bahnhof in Dagstuhl wurde eine Kindertagesstätte errichtet.

„In der Kürze liegt die Würze“, sagt der Volksmund. Getreu diesem Spruch hat die Stadt Wadern in Zusammenarbeit mit der St. Hildegardishaus gGmbH Düngenheim (Kreis Cochem-Zell) in Dagstuhl in der Noswendeler Straße 8 das ehemalige Gebäude des Wasserwerkes binnen weniger Monate in die Kindertageseinrichtung „Lummerland – Inselentdecker“ umgebaut – in direkter Nachbarschaft zur bereits bestehenden Kinderkrippe „Jim Knopf – Weltentdecker“ im früheren Dagstuhler Bahnhof. Dieser Tage war die feierliche Einweihung des in der Trägerschaft der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen stehenden Kindergartens für Drei- bis Sechsjährige.

„Es war schon eine Leistung, innerhalb einer solch kurzen Zeit das Gebäude für eine Kita herzurichten, zumal es bis Februar dieses Jahres fremdvermietet war“, sagte Bürgermeister Jochen Kuttler. Zuvor hatte der Ausschuss für Finanzen und Personal im Januar beschlossen, eine Kindertagesstätte im ehemaligen Gebäude des Wasserwerkes einzurichten. Es bestand nämlich dringender Bedarf, zusätzliche Kindergartenplätze im Raum Wadern, Noswendel, Dagstuhl, Wedern und Lockweiler anzubieten. „In allen Kitas in diesem Einzugsgebiet bestehen Wartelisten“, hob Kuttler die Dringlichkeit nochmals hervor. Der erforderliche städtische Zuschuss von 260 000 Euro zur Erweiterung der Kinderkrippe „Jim Knopf“ in Dagstuhl um Kindergartenplätze wurde im Doppelhaushalt eingestellt.

Mehrere Möglichkeiten für die kurzfristige Schaffung von neuen Kindergartenplätzen wurden in der Umgebung der Kernstadt betrachtet. Letztlich blieb das ehemalige Gebäude des Wasserwerkes übrig. Und dann ging alles sehr schnell über die Bühne: Landes- und Kreisjugendamt, Unfallkasse, Untere Bauaufsicht, Lebensmittelkontrolldienst und Statiker haben das Gebäude begutachtet und für geeignet gehalten. Brandschutzgutachten wurden erstellt, Nutzungsänderung und Bauantrag gestellt sowie Bebauungsplan angepasst.

„Letztendlich war die Einrichtung einer Kita in diesem Gebäude in Kooperation mit der benachbarten Kinderkrippe ‚Jim Knopf’ in trockenen Tüchern“, teilte der Verwaltungschef bei der Einweihung den Gästen mit. Die Stadt Wadern hat mit der St. Hildegardishaus gGmbH, Jugend- und Behindertenhilfe als Rechtsträger der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen, einen Kooperationsvertrag für die Trägerschaft dieser Kita geschlossen.

Im Personalbereich wird die Kita mit der Krippe „Jim Knopf“ als eine gemeinsame Einrichtung geführt. Zudem trägt die Hochwaldkommune die laufenden Sachkosten und die laufenden Personalkosten bei einem Trägeranteil von zehn Prozent, abzüglich der Zuschüsse von Land und Kreis sowie der eingenommenen Elternbeiträge. Nicht vergessen hatte Kuttler die gute Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche innerhalb der Stadt mit dem Personal von St. Maria Weiskirchen zu erwähnen, das insbesondere Umbauarbeiten selbst erledigte. Bislang werden fünf Kinder in der neuen Einrichtung betreut.

„Was 2009 mit dem Leuchtturmprojekt der Kinderkrippe ‚Jim Knopf – Weltentdecker’ am und im Bahnhof Dagstuhl begonnen hatte, nimmt heute seine Fortsetzung“, blickte Wolfgang Maring, Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH, auf den Werdegang der Zusammenarbeit mit der Stadt Wadern zurück. Maring hob ebenfalls die Schnelligkeit der Realisierung dieses Projektes hervor. Man habe dies mit wiederum guter, enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit geschafft. Wo tätige Arbeitskraft gefehlt habe, ist das Team der Jugendhilfe eingesprungen. „Die Unkompliziertheit, die hohe Bereitschaft zur Findung schneller und praktikabler Lösungen hat mir sehr imponiert“, sagte Maring.

Seitens des Trägers sei dies eine weitere Verpflichtung und Bekenntnis zum Standort Wadern, in dem man als kompetenter Partner in Fragen der Kinder- und Jugendhilfe gerne zur Verfügung stehe, befand Maring. Rund 1,4 Millionen Euro werden im kommenden Jahr in die Erweiterung der Krippe im Bahnhof investiert. Zusammen mit dem Land, dem Kreis Merzig-Wadern und der Gemeinde Weiskirchen habe man im Hauptstandort Weiskirchen rund 1,8 Millionen Euro für ein „Inklusives Elementarzentrum“ locker gemacht, in dem schon bald 60 Krippenkinder, Kita-Kinder und Kinder mit Eingliederungsbedarf zusammen betreut werden. Eine private Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung wurde in Rappweiler eröffnet, ein Eltern-Kind-Clearing-Wohnhaus in Hermeskeil und jetzt wird die Eröffnung einer intensiv-pädagogischen Wohngruppe in Nunkirchen folgen. „Das alles sind handfeste Beweise zum Bekenntnis zum Standort Hochwald“, betonte Maring, dessen besonderer Dank Winfried Weber galt, der als Mitglied des Vorstandes in der Gesellschafterversammlung die notwendigen Weichenstellungen vorgenommen hat, um im Hochwald so rege tätig sein zu dürfen.

Helle Räumlichkeiten bestimmen das Bild in der neuen Kita Lummerland - Inselentdecker in Dagstuhl. FOTO: ERICH BRÜCKER. Foto: eb

Das Konzept der Zusammenarbeit zwischen Kommune und Träger lobte auch der Kreisbeigeordnete Frank Wagner in seinem Grußwort. Dieses Projekt habe der Landkreis gerne finanzielle unterstützt, sei es doch ein inovativer und erfolgreicher Schritt zweier Partner zu einem besonderen Lernort gewesen. „Es ist Pflichtaufgabe des Landkreises, gutes Geld in Projekte für Kinder zu stecken, schließlich sind sie unsere Zukunft“, sagte Wagner auch im Namen von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Pastor Stefan Sänger und Pfarrerin Wiebke Reinhold segneten das Gebäude ein.

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