Nach Stopp der Bistumsreform: Ratlosigkeit in den Pfarreien vor Ort

Nunkirchen : Rom stoppt Bistumsreform, aber Synode geht inhaltlich weiter

Nachdem der Vatikan die Bistumsreform gestoppt hat, geht die „Pfarrei der Zukunft“ in Wadern vorerst nicht an den Start. Am Freitag, 29. November findet um 18 Uhr im Saalbau Nunkirchen die Dankesveranstaltung für alle Ehrenamtlichen der Gremien statt.

Der Schock sitzt tief, und es herrscht große Irritation – so lässt sich die Stimmungslage unter den Haupt- und Ehrenamtlichen in der Steuerungsgruppe für die geplante neue Großpfarrei Wadern beschreiben nach dem überraschenden Stopp der Bistumsreform, der vom Vatikan ausgesprochen wurde.  Beim ersten Treffen am Freitagabend im Dekanatsbüro Thailen nach dem Stopp der Bistumssynode am Donnerstag  herrscht bei den Verantwortlichen massive Verärgerung.

Die Steuerungsgruppe aus Haupt- und Ehrenamtlichen hat in den letzten Monaten viel Arbeitskraft und Motivation in die organisatorische Umsetzung der Synode und die Planung für die „Pfarrei der Zukunft Wadern“ investiert und ist nun durch das Veto aus Rom erst einmal gestoppt worden.

Auch die Ehrenamtlichen fühlen sich ausgebremst und verunsichert, insbesondere auch die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für den Rat der Pfarrei in der „Pfarrei der Zukunft Wadern“ zur Verfügung stellen wollen. „Wie und wann es weiter geht, ist zurzeit noch offen“, bemerkt Diakon Wolfgang Drehmann. „Zur inhaltlichen Zusammenarbeit, auf der Ebene des jetzigen Dekanates Wadern beziehungsweise der zukünftigen Pfarrei im Bereich der Seelsorge, gibt es keine Alternative. Die jetzigen Mitarbeiter werden so wie bisher weiter arbeiten“.

Dechant Hans Jürgen Bier glaubt, dass es sich bei dem Stopp aus Rom nur um einen Aufschub handelt und nicht um ein vollständiges Zurück in die alte Pfarrei. Er hält den eingeschlagenen Weg für den einzig richtigen und wünscht sich, dass dieser, nach einer Phase des Nachdenkens, noch stärker als bisher in der neuen Pfarrei der Zukunft gegangen wird.

Dekanatsreferent Rainer Stuhlträger ist der Meinung, dass die Synodenumsetzung ungeachtet der Ereignisse in Rom inhaltlich weitergeht und dass der Weg in die Zukunft, wie im Synodendokument beschrieben, richtig ist. „So groß die Enttäuschung auch sein mag über die Entscheidung, so ist unsere Arbeit in der Steuerungsgruppe nicht auf Eis gelegt, sondern nun noch wichtiger. Es geht darum, weiter mit den Menschen in den Dialog zu kommen, so wie wir es bei der Fahrt mit der Museumsbahn erlebt haben“, sagt er. Dem schließen sich Pastoralreferentin Martina Zimmer, Gemeindereferentin Tanja Buchheit-Thewes und Gemeindereferent Jörg Mang voll und ganz an.

„Im Dekanat Wadern wird de facto schon die Pfarrei der Zukunft gelebt“, erklärt Wolfgang Drehmann. „Hier ist die Zusammenarbeit von Priestern, Hauptamtlichen und Laien tägliche Praxis. Bereits vor der Synode waren Zusammenlegungen zu Pfarreiengemeinschaften notwendig, weil Kirche nicht mehr in allen Orten gleichzeitig präsent sein konnte.“ Die Seelsorge sei dadurch differenzierter und zielgruppenorientierter geworden, ohne die Grundversorgung einzuschränken.

„Die Zusammenarbeit bezieht sich seit Jahren unter anderem auf: gemeinsame Vorbereitung von Erstkommunion und Firmung, Trauercafé, Besuchsdienst der Caritas, einen Bauwagen als „Ort des Zuhörens“ am Stausee, spirituelle Wanderungen, das Projekt Ostergarten Wadrill, Jugendarbeit auf Dekanatsebene mit Ferienfreizeiten und dem Angebot der Jugendkirche MIA in Rappweiler. Diese Aktivitäten werden alle von Haupt- und Ehrenamtlichen aus den drei Pfarreiengemeinschaften Losheim, Wadern und Weiskirchen getragen“, betont Diakon Drehmann.

Pastoralreferentin Martina Zimmer ergänzt, dass alle katholischen Kitas bereits jetzt im Dekanat zu einer gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft zusammen geschlossen sind. „Sie sind bereits jetzt Orte von Kirche, indem sie das Rahmenleitbild des Bistums umsetzen“.

Fakt ist: Die Frauen und Männer der Steuerungsgruppe lassen sich durch diese „Pause“ nicht entmutigen und sind zuversichtlich, dass es weiter geht und Menschen bereit sind, den Weg der Synode mitzugehen.

Für Freitag, 29. November, sind alle Ehrenamtlichen der Gremien um 18 Uhr in den Saalbau Nunkirchen zur Dankesveranstaltung eingeladen.