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Wadern
Waderner hielten Mahnwache 

Zur Erinnerung an die Krankenhausschließung vor einem Jahr wurde auf dem Marktplatz in Wadern eine stille Mahnwache abgehalten. Die Teilnehmer wollen auf gesundheitspolitische Benachteiligung im Nordsaarland hinweisen, die ihrer Ansicht nach mit der Errichtung einer Nordsaarklinik behoben werden könne.
Zur Erinnerung an die Krankenhausschließung vor einem Jahr wurde auf dem Marktplatz in Wadern eine stille Mahnwache abgehalten. Die Teilnehmer wollen auf gesundheitspolitische Benachteiligung im Nordsaarland hinweisen, die ihrer Ansicht nach mit der Errichtung einer Nordsaarklinik behoben werden könne. FOTO: Erich Brücker
Wadern.

Eine gedrückte, wehmütige Stimmung herrschte am Donnerstagabend unter dem großen erleuchteten Weihnachtsbaum auf dem Waderner Marktplatz bei knapp 300 Bürgern aus der Hochwaldstadt und Umgebung. Diese waren zur stillen Mahnwache mit Kerzen und Lichtern vor dem Rathaus erschienen, um ihrem Ansinnen und ihrer Initiative nach einer umfassenden und dauerhaften Verbesserung der klinischen Versorgung im Nordsaarland Ausdruck zu verleihen. „Ein Jahr ist es nun her, dass wir kein Krankenhaus mehr haben. Das hat uns alle tief getroffen und verunsichert. Es war schließlich eine beruhigende Gewissheit, dass im Notfall die Türen des Elisabeth-Krankenhauses Tag und Nacht offenstanden. Das ist jetzt leider nicht mehr der Fall“, begrüßte BI-Sprecher Bernd Schröder die vielen Anwesenden.


Er zeigte sich erfreut, dass so viele gekommen waren, um mitzukämpfen für die Forderung nach einer Nordsaarlandklinik, schließlich fühle man sich gehörig benachteiligt gegenüber dem südlichen Landesteil. Schröder betonte, dass es sich weiterhin lohne, dafür einzusetzen, denn immerhin könnten über 60 000 Menschen in der Hochwaldregion davon profitieren. Die Machbarkeit für eine wirtschaftlich rentable Klink wurde per Gutachten nachgewiesen, doch leider sei deren Realisierung nicht so gelaufen, wie erhofft. Man habe erfahren müssen, dass nur größere Einheiten unterstützt werden. Aber hierbei habe die Marienhaus GmbH, der Träger des früheren Krankenhauses, mit der Zusammenlegung ihrer Häuser in Wadern und Losheim versagt. Schröder wies darauf hin, dass die Perspektive nicht groß sei, bei der Landesregierung die richtige Begeisterung für eine Nordsaarlandklinik wecken zu können. Von daher werde die BI am 12. Dezember vor dem Landtag in Saarbrücken, wenn die Landesregierung über den Haushalt beraten wird, eine weitere Mahnwache abhalten. „Damit wollen wir deutlich machen, dass wir nicht aufgeben werden“, sagte Schröder. Man wolle die Angeordneten aber auch wachrütteln und zum Nachdenken veranlassen.

Am Ende der Gedenk-Mahnwache in Wadern wurde ein Film von 1999 gezeigt, in dem die Marienhaus GmbH ihre gut eingerichteten Krankenhäuser in Wadern und Losheim mit einem breiten Spektrum an Abteilungen vorstellte. Man hat gesehen, was damals alles in Wadern vorgehalten wurde. Dieses Leistungsangebot wurde aber durch die Geschäftsführung in den folgenden Jahren sukzessive zerschlagen und der Wirtschaftlichkeit beraubt.