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Lore zeugt von Bergbau-Geschichte

Eine Gruben- oder Kohlenlore, aufgestellt vom Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara im Park am ehemaligen Bahnhof, erinnert in Büschfeld an den Bergbau an der Saar sowie an den Abbau von Manganerz im Hochwaldort. Foto: Erich Brücker
Eine Gruben- oder Kohlenlore, aufgestellt vom Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara im Park am ehemaligen Bahnhof, erinnert in Büschfeld an den Bergbau an der Saar sowie an den Abbau von Manganerz im Hochwaldort. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
Büschfeld. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Manganerz-Abbau ein wichtiger Erwerbszweig im Hochwald. Manganerz, auch Braunstein genannt, wird von Glas- und Stahlhütten verarbeitet. Zur Erinnerung daran wurde nun eine Kohlelore im Büschfelder Park am Bahnhof aufgestellt. Erich Brücker

Zur Erinnerung an die 250-jährige Geschichte des Bergbaus an der Saar, die vor vier Jahren 2012 ihr Ende fand, sowie an den Manganerz-Abbau in Büschfeld , der von 1750 bis 1916 stattfand, ist im Waderner Stadtteil eine Kohlenlore im Park am alten Bahnhof vom Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara aufgestellt und von Domvikar Marco Weber im Beisein der Bergmannsvereine Bardenbach, Nunkirchen und Wahlen-Niederlosheim sowie einiger Ehrengäste und vieler Mitbürger eingesegnet worden.



Mit "Oh, St. Barbara, aller Knappen Beschützerin", dem Steigerlied sowie Irischen Segenswünschen läutete der Männergesangverein Lyra Büschfeld mit Dirigent Armin Kaspar die Feierstunde ein. "Diese Grubenlore stellt die Verbundenheit der Büschfelder zu Kohle und Mangan dar. Damit wird zu Ehren der Bergleute das Erbe ihres Berufsstandes für die kommenden Generationen bewahrt", betonte Christoph Trampert, Beigeordneter der Stadt Wadern, in seinem Grußwort. Landtagsabgeordneter Stefan Krutten erinnerte an die zahlreichen Arbeitsplätze im Bergbau, die unzähligen Familien und Menschen zum Broterwerb dienten. Die Erinnerung an eine solche Tradition müsse bewahrt und weitergegeben werden.

Schmuckstück für den Ort

"Diese Lore ist ein Schmuckstück und wertet unseren Ort und insbesondere unseren Park am Bahnhof auf", dankte Ortsvorsteher Sven Bey den Bergmännern und Hüttenarbeitern für ihre Eigeninitiative und ehrenamtliche Arbeit, die hierfür aufgewendet werden musste. "Traditionspflege kostet Geld, die wir gerne unterstützen", sagte Arno Dühr von der Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, und überreichte ein Kuvert. Vereinsvorsitzender Karl Strohm nannte den Tag der Einweihung einen besonderen für seinen Verein und klärte über die Technik der Lore sowie über die Arbeitsweise unter Tage auf.

Mehrere Erz-Vorkommen

"Der Abbau von Manganerz ist Teil unserer dörflichen Geschichte", blickte Ewald Kuhn in seinem Vortrag auf diesen Erwerbszweig im Hochwald zurück. Auch in Krettnich wurde Manganerz abgebaut. Manganerz, auch Braunstein genannt, wird von Glas- und Stahlhütten verarbeitet.

Organisator der Übergabefeier war Albert Lang, der die Lore vor vier Jahren vom Bergwerk Saar, Grube Duhamel, erworben hatte. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern Franz Rodenbusch, Rudi Gross und Karl Strohm wurde die Lore ab März dieses Jahres in etlichen Arbeitsstunden fachmännisch restauriert und instand gesetzt.

Bei der Herrichtung des Standortes und der Aufstellung hatten neben Helmut Sauer, der die Gleise zur Verfügung stellte, und Franz Josef Brust, der die Beschriftung erledigte, Dieter Sauer, Dietmar Lauer, Uwe Haben, Wolfgang Felden und Dieter Schmitt mitgewirkt.

Die Materialkosten hatte Lang übernommen, der mit der Beschaffung und Aufstellung einer Lokomotive, die an die Zeiten der Eisenbahn in Büschfeld erinnern sollte, ein weiteres mögliches Vorhaben anstieß. Schließlich war Büschfeld Bahnhofsstation an der Primstal-Strecke Nonnweiler- Wadern - Dillingen der Deutschen Bahn sowie Bahnhof der Privatbahn Merzig-Büschfelder Eisenbahn (MBE).