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Lieferservice beim Heringsessen in Wadrill kam an Aschermittwoch bestens an

Aktion am Aschermittwoch : Wadriller Fußballer bringen 300 Portionen Fisch unter die Leute

Egal, ob Heringe mit Äpfeln und Zwiebeln in Sahnesoße oder Backfisch mit Remoulade, beides mit Bratkartoffeln: An Aschermittwoch, traditioneller Tag für solche Gerichte, waren diese beiden im Angebot mit kostenlosem Lieferservice beim FC Wadrill, der schon etliche Jahre die Wadriller Faasend mit einem solchen Heringsessen in seinem Clubheim am Schützenborn beendet.

„Die Resonanz auf unser Angebot, immerhin waren umliegende Gastwirtschaften ja geschlossen, war riesengroß“, staunte Vorsitzender Stephan Weber nicht schlecht, als abends Kasse gemacht wurde – und nicht nur das. Der Tag habe sich insgesamt gelohnt, natürlich besonders im Hinblick auf die Kasse des Vereins, die ja aufgrund der augenblicklichen Lage sicherlich auch zu leiden hat, wie bei allen übrigen Kulturvereinen, denn der Vereinssport mit seinen regelmäßigen Veranstaltungen liegt am Boden.

In zwei Schichten wurden die Essen zubereitet, über Mittag von 11 bis 13 Uhr sowie am Abend von 17 bis 19 Uhr an die Besteller von den Vereinsmitgliedern geliefert. „An die 300 Portionen haben wir unter die Leute gebracht“, erzählte Weber im SZ-Gespräch. Die Vereinsköche haben gute Arbeit geleistet, die bestellten Essen ordentlich hergerichtet, aber ebenso war unser Fahrdienst mittags und abends zügig und nahe stets pünktlich zur Essenszeit vor Ort an der Haustür. „Die Leute sind heute aber sehr großzügig, haben alle ein gutes Trinkgeld für den Verein gegeben“, sagte einer der Fahrer bei seiner Rückankunft im Clubheim.

Auch die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria Weiskirchen hatte gleich 15 Portionen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestellt. „Wir begrüßten das Angebot des FC Wadrill, die gefühlt ewige Tradition des Aschermittwoch-Heringsessens auch in diesem Jahr möglich zu machen“, sagt dazu Wolfgang Maring, Geschäftsführer vom Träger St. Hildegardishaus gGmbH. Vereine seien das Rückgrat der ländlichen Region. „Insbesondere wir von der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria kooperieren schon immer mit Vereinen. Sie sind für die bei uns untergebrachten Kinder und Jugendlichen ein wichtiger Raum der sozialen Interaktion“, ergänzt Maring, der betont, dass die Heringe hervorragend geschmeckt hätten. „Unter Wahrung von Hygiene- und Abstandsregeln konnten wir also auch mit unseren teilnehmenden Mitarbeitern ein kleines Stück Normalität in diesen aufgeregten Zeiten erhalten“, sagt der Geschäftsführer. Es bleibe der große Wunsch nach zurückkehrender Normalität, wozu auch Feste wie Fastnacht, Kirmes, St. Martin und andere gehören.

Aber auch die vielen Herings-Esser in Wadrill, Gehweiler, Reidelbach und Sitzerath waren vom Essen begeistert. Zahlreiche Kunden bedankten sich per E-Mail oder auf Whats-App oder Facebook, adressiert an den FC Wadrill und seine Küchen- und Helfercrew. „Bei uns funktionieren nicht nur die Fußballmannschaften und ihre Trainer, auch für das Drumherum haben wir stets gute Mitglieder, die bereit sind anzupacken“, lobt Weber. Nachdem die Wadriller Kicker während der Pandemie schon dreimal ihre Stadionwurst mit Pommes und Bier an die Fußballanhänger und Gönner per Lieferservice gebracht haben, wird es ihnen an Ideen nicht fehlen, weitere Aktionen für die Bevölkerung zu starten.