Liebevolle Arbeit wird belohnt

Morscholz. Zum 18. Male fand dieser Tage der Landeswettbewerb "Saarländische Bauernhäuser - Zeugnisse unserer Heimat" statt - mit der Siegerehrung im "Hiwwelhaus" in Alsweiler, dem ältesten in dieser Originalität erhaltenen Bauernhaus im Saarland. 15 Häuser kamen in die engere Wahl der Jury des Umweltministeriums

Morscholz. Zum 18. Male fand dieser Tage der Landeswettbewerb "Saarländische Bauernhäuser - Zeugnisse unserer Heimat" statt - mit der Siegerehrung im "Hiwwelhaus" in Alsweiler, dem ältesten in dieser Originalität erhaltenen Bauernhaus im Saarland. 15 Häuser kamen in die engere Wahl der Jury des Umweltministeriums. Den ersten Preis erzielte ein Bauernhaus in Überroth, der zweite Preis ging in den Saarbrücker Stadtteil St. Arnual. Der dritte Preis, dotiert mit 1750 Euro, ging an das Anwesen von Reinhard und Petra Meyer in Morscholz."Dank des Engagements ihrer Besitzer und dank qualifizierter Handwerker können sich unsere alten Bauernhäuser sehen lassen", sagte Umweltminister Stefan Mörsdorf bei der Siegerehrung. Das Bewusstsein für diese alten Häuser und ihre Bedeutung als kulturelles Erbe werde durch den Wettbewerb gestärkt. Die Initiative der Eigentümer solle angeregt und gefördert werden. Sanfte ModernisierungAlte, ortsbildprägende Häuser und landwirtschaftliche Anwesen sollen vor schablonenhafter Modernisierung bewahrt werden. Gegenstände des Wettbewerbs sind Bauernhäuser und Arbeiterbauernhäuser von vor 1914. Jüngere Anwesen, bis 1945 erbaut, können ausnahmsweise zugelassen werden. Dabei spiele die landwirtschaftliche Nutzung keine Rolle, heißt es aus dem Ministerium. Der Innenbereich der Gebäude werde nicht bewertet, sagt Jury-Mitglied Eberhard Ritsch vom Umweltministerium, "wohl aber ein schöner Garten". Der hat mit Sicherheit auch in Morscholz eine Rolle gespielt. Die SZ hat sich sowohl den Außen-, als auch den Innenbereich angesehen.Das Elternhaus von Reinhard Meyer wurde um 1850 erbaut und in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts auf die damals übliche Weise "modernisiert". Davon ist nichts mehr zu sehen. Die Garagentore aus Blech sind einem richtigen Scheunentor gewichen. Die vierflügligen Fenster hat Schreiner Stefan Alt aus Rathen angefertigt, nach Denkmalschutz-Regeln. Alles andere haben die Meyers in Eigen-Regie gebaut. Das gilt für die Holzklappläden, den Verputz, die Neugestaltung der Wege mit Natursteinen, die Wandflächenheizung, den Holzfußboden. Aus dem Stall wurde Wohnfläche, insgesamt 180 Quadratmeter. Vor dem Haus stehen ein Kastanien- und ein Nussbaum, Jahresbäume für die Kinder Jan, zwölf, und Johanna, sieben Jahre alt. "Durch unsere viele Eigenarbeit konnten wir alles mit Eigenmitteln finanzieren", sagt Reinhard Meyer. Über deren Höhe schweigt sich der Hobby-Fußballer und Vorsitzende des SV Morscholz aus.Vorbildlicher GartenDie Nachbar-Kinder geben sich hier die Klinke in die Hand. Grund dafür sind auch die beiden Retriever-Labrador-Mischlinge - mächtige, aber friedliche Hunde, die sogar Äpfel und Möhren fressen. Der Garten ist das Werk von Petra Meyer. Vorbild war der große Bauerngarten ihrer Tante in Noswendel. Der Garten wird dominiert von Natursteinmauern und Wegen aus Kopfsteinpflaster. Es gibt ein Kräuterbeet, ein Erdbeerfeld, Stauden, Obstbäume und einen Nutzgarten mit vielen Salatpflanzen.