Fremdenverkehr: Landrätin begrüßt Bekenntnis zur Zusammenarbeit im Tourismus

Fremdenverkehr : Landrätin begrüßt Bekenntnis zur Zusammenarbeit im Tourismus

Die Kooperation zwischen Landkreis und Kommunen im Tourismus funktioniere bereits heute gut, findet Daniela Schlegel-Friedrich.

Die Forderung des SPD-Kreisverbandes Merzig-Wadern nach einer besseren Kooperation der Kreis-Kommunen und der Bündelung von Tourismus-Aufgaben in einer zentralen Einrichtung findet auch Zustimmung bei Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. In einer Stellungnahme zu dem Positionspapier in Sachen Tourismus, das die Kreis-SPD am Wochenende vorgestellt hatte (die SZ hatte berichtet), wertet Schlegel-Friedrich den Vorstoß der SPD hin zu einer noch stärkeren Zusammenarbeit der touristischen Akteure im Landkreis grundsätzlich positiv. Auch sie sehe in einer noch stärkeren Verzahnung der touristischen Arbeit eine der größten Professionalisierungspotentiale im Tourismus des Landkreises, heißt es in der Stellungnahme.

Allerdings ist nach Auffassung der Landrätin vieles von dem, was die SPD in ihrem Positionspapier gefordert hat, vom Landkreis bereits in die Tat umgesetzt: „Vergessen werden sollte nicht, dass der Landkreis dies bereits vor Jahren erkannt hat und es mit der Saarschleifenland-Touristik GmbH (SLT) bereits seit zehn Jahren eine Gesellschaft gibt, die übergeordnet Aufgaben bündelt und koordiniert sowie touristische Angebote voranbringt. Sie wurde genau mit dieser Absicht und zu diesem Zweck auf mein Betreiben hin gegründet”, erklärt die Landrätin. Der Landkreis sei damit offen und mit ausgestreckter Hand auf die Kommunen zugegangen und habe sie stimmberechtigt in diese neue Kreisorganisation eingebunden – „ohne dem Stimmrecht entsprechende Gesellschafterzuschüsse einzufordern“, betont Schlegel-Friedrich. Jede Gemeinde sitze seitdem mit Stimmrecht im Aufsichtsrat der STG. Der Landkreis fördere bereits seit langem die Zusammenarbeit und versuche diese ständig zu intensivieren. Schlegel-Friedrich räumt ein, was auch die Sozialdemokraten in ihrem Papier kritisiert hatten: Es sei bisher oft langwierig gewesen, die Gemeinden bezüglich bestimmter Aufgaben und Bereiche mit ins Boot zu kriegen. „Die Gemeinden verlagern nur ungern Aufgaben aus ihrem Zuständigkeitsbereich an eine übergeordnete Gesellschaft. Das müssen wir leider aus Erfahrung so sagen“, betont die Landrätin. Trotzdem sei es in vielen Bereichen durch Vertrauensbildung und gemeinsame Konzeptentwicklung gelungen.

Dass die Entscheidung für eine Tourismus-GmbH auf Kreisebene und die dadurch entstandenen Möglichkeiten richtig war, zeigt sich nach Überzeugung von Schlegel-Friedrich am wachsenden Erfolg des Landkreises im Bereich Wandertourismus. „Die erfolgreiche Entwicklung zur Premium-Wanderregion resultiert ganz erheblich aus der intensiven Zusammenarbeit der STG und den Touristikern in den Kommunen.“ Dass der Kreis Merzig-Wadern aus ihrer Sicht heute zu den prominentesten Wanderdestinationen in Deutschland gehöre, wäre nie ohne die Zusammenarbeit aller Akteure möglich gewesen.

Der nächste Schritt, sich organisatorisch noch enger zu verzahnen, wurde seitens der STG bereits vorbereitet. Ein Pilotprojekt wird noch in diesem Jahr mit den drei Hochwaldkommunen Losheim, Weiskirchen und Wadern anlaufen. „Im Rahmen dieses Projektes wird die STG einen Mitarbeiter beschäftigen, der touristische Aufgaben für die Hochwaldkommen übernimmt. Ich hoffe sehr, dass dieses Projekt zeigen wird, dass noch mehr Zusammenarbeit noch größeren Erfolg bringt und auch Mittel freisetzt”, erklärt Daniela Schlegel-Friedrich.

Die Kooperation zwischen Landkreis und Kommunen im Tourismus funktioniert generell bereits heute gut, findet die Landrätin. „Die zentralen Themen und Maßnahmen werden mehrmals jährlich in Besprechungen der Tourismusverantwortlichen von Landkreis und Kommunen diskutiert und vereinbart. Auch in der Umsetzung erfolgt eine enge Abstimmung.“ Zahlreiche Projekte wie das deutschlandweit führende Angebot an Premiumwanderwegen oder die Verbreitung von regionalen Produkten der Marke „Ebbes von Hei“ in der Gastronomie seien nur durch diese gute Zusammenarbeit zu realisieren gewesen. „Sie weiter voran zu treiben, ist auch mein großes Ziel, weil wir uns nur so ohne großen Mittelaufwuchs weiter professionalisieren können. Ich freue mich über jede Unterstützung auf diesem Weg, von dem ich überzeugt bin, dass er der richtige ist”, betont die Landrätin abschließend.

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