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Kultur-Klub lädt zu Rommelboozenfescht in Wadrilltal

Rommelboozenfescht in Wadrilltal : Wenn aus einfachen Rüben gruselige Gesellen werden . . .

Der Wadriller Kultur-Klub lädt für Samstag zum Rommelboozenfescht ein. Ab 15 Uhr dürfen kleine und große Kinder zum Schnitzmesser greifen.

Die Pflege der heimischen Mundart, des Wadreijller Platt, ist eins der Dinge, die sich der Wadriller Kultur-Klub „De Schness-Schwoarter“ auf die Fahnen geschrieben hat. Seit seiner Gründung im Dezember 2014 beschäftigt er sich damit, mit traditionellem Liedgut und mit Veranstaltungen zur Erinnerung an früheres Brauchtum. Mit seinen bisherigen Mundart-Dinnern hat der Verein erstmals dazu beigetragen, dem Aussterben des Dialektes entgegenzuwirken, schließlich sollen alte Wadriller Begriffe, die die heutige Jugend nicht mehr kennt, erhalten bleiben. Vielleicht wird mal ein Wörterbuch daraus.

Passend zur Herbstzeit hat der Verein nun eine Erntedank-Tradition wiederentdeckt. Am kommenden Samstag, 26. Oktober, gibt es im neuen Dorfgarten des Obst- und Gartenbauvereins Wadrill unterhalb des Sportplatzes erstmals ein Rommelboozenfescht für alle großen und kleinen Kinder.

Das Schnitzen von Rommelboozen hatte seine Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg rund um Allerheiligen bei uns im Hochwald. Dabei werden  Runkel-, Futter- oder Zuckerrüben ausgehölt. In diese wird dann ein düsteres Gesicht, eine böse oder lustige Fratze geschnitzt und mit einer Kerze oder Teelicht innendrinn wird die Rommel zu einem Rübengeist, einem Rommelboozen eben. Gut sichtbar aufgestellt auf einer Fensterbank oder im Haustürrahmen sollen dann Nachbarn oder andere Mitbürger erschreckt werden.

Die Ursprünge des herbstlichen Brauches sind nicht eindeutig geklärt. Jedoch ähnelt das Rübengeistern in seiner heutigen Art stark dem irisch-amerikanischen Halloween, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass keine Verkleidungen zum Einsatz kommen. Eine Abgrenzung beider Bräuche ist trotz vielfacher Behauptungen, dass das Rübengeistschnitzen mit Halloween und Kürbissen wenig zu tun habe, kaum noch möglich.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Rüben (Rommeln), Messer und Löffel zum Aushöhlen und Schnitzen werden gestellt. Für die Besucher stehen Kaffee, Kuchen, Getränke und nach getaner Arbeit Würstchen vom Grill bereit. Alle kleinen und großen Besucher sollen einen unterhaltsamen Nachmittag erleben. Sicher wird der Wettergott ein Einsehen haben und die Sonne scheinen lassen. Zum Abschluss übergeben die „Schness-Schwoarter“ noch zwei Plauderbänke an den Obst- und Gartenbauverein zur Verschönerung der Dorfgartenanlage.