Kletterhalle in Wadern offiziell eröffnet - und von Landrätin getestet

Kletterhalle in Wadern eingeweiht : Warum zwei Politiker die Wand hochgehen

Die Berg- und Skifreunde Hochwald haben zur Feier ihres 20-jährigen Bestehens die neue Kletterhalle in Wadern eingeweiht.

Man kennt sie, schließlich sind sie doch etliche Jahre in Amt und Würden: Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler. So schnell sind sie wohl nicht aus der Ruhe zu bringen, dass beide glatte Wände hochgehen könnten. Aber am Sonntag war es  so weit: Beide sind die glatte Wand hoch gegangen, besser gesagt hoch geklettert – und zwar bei der Einweihung der neuen Kletterhalle der Sektion Berg- und Skifreunde Hochwald im Deutschen Alpenverein (DAV).

Die Sektion hat ihr neues Kletterzentrum hinter der Herbert-Klein-Halle ihrer Bestimmung übergeben. Den Rahmen dafür bot die Feier des 20-jährigen Vereinsbestehens. Und da war es wohl einfach ein Muss für Landrätin und Bürgermeister, trotz einigem Bangen und schlotternden Knien, mit gutem Beispiel voranzugehen. Sitzgurte und Kletterschuhe waren schnell übergestreift, Toprop-Seil eingehakt – und hoch ging es mit Sicherung durch einen Partner. Haltegriff für Haltegriff, Meter für Meter bis unter die Decke, knappe 14 Meter hoch. Großer Beifall der Besucher war für den Verwaltungschef und die Landrätin der Lohn, nachdem sie wieder heil sicheren Boden unter den Füßen hatten.

„Nach über dreijähriger intensiver Planung mit sicherer Finanzierung und sechsmonatiger Bauzeit mit vielen Arbeitsleistungen der Baufirmen sowie vielen freiwilligen Arbeitsstunden unserer Mitglieder, etwa 4000, ist es nunmehr geschafft. Unsere Kletterhalle steht und kann ab sofort genutzt werden“, sagte Manfred Dillschneider, Vorsitzender der Sektion Hochwald. Neben dem Schirmherr, Bürgermeister Jochen Kuttler, und Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich waren Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, viele Sponsoren und Unterstützer dabei, außerdem benachbarte DAV-Sektionen sowie zahlreiche Besucher. Mit Nervenstärke und Herzblut habe man das alles hervorragend gemeistert. So  dankte Dillschneider allen, die mitgeholfen hatten, dieses attraktive Projekt in der Hochwaldmetropole hochzuziehen.

Geld gab es vom Land, Kreis und der Stadt sowie vom Deutschen Alpenverein, dazu seien viele Sponsorengelder geflossen. Auch der Verein habe neben vielen Eigenleistungen finanzielle Mittel eingebracht. „Das Ergebnis spricht für sich, Kostenrahmen und Bauzeit konnten eingehalten werden, was sicherlich nicht immer üblich ist“, betonte Dillschneider. Zustimmendes Nicken und viel Beifall der Anwesenden bestätigten das gelungene Projekt, das von Pastor Stefan Sänger und  Pfarrerin Wiebke Reinhold mit dem kirchlichen Segen eingeweiht wurde.

„Die Eröffnung der Kletterhalle heute ist auch ein ganz persönlicher Erfolg von Manfred Dillschneider, der mit ebenso hartnäckiger wie liebenswerter Art immer am Ball geblieben ist, damit die Dinge vorankamen“, lobte Bürgermeister Jochen Kuttler die Triebfeder dieses imposanten Projektes für die Hochwaldstadt. „Er hat mit seinem tollen Team des DAV wirklich Herausragendes geleistet.“ Aber auch die Stadt Wadern habe sich hier in ganz besonderem Maße engagiert und sich intensiv darum bemüht, um ziemlich jeden Stein aus dem Wege zu räumen, der das Projekt in irgendeiner Art hätte gefährden können. Von einer Stromleitung, die quer über das Areal ging und dankenswerterweise von der Energis abgebaut wurde, bis hin zu den Grundstücksformalitäten, die an dieser Stelle alles andere als einfach waren. „Nimmt man alles zusammen, sind die Stadt Wadern und ihre Partner hier mit einer höheren sechsstelligen Summe im Boot.“

Kuttler ergänzte: „Die Kletterhalle passt in die Zeit. Sie ist ein Magnet für Jugendliche. Natürlich nicht nur für Jugendliche, aber ganz besonders für junge Leute. Die Kletterhalle passt aber auch in die Strategie der Stadt Wadern, vor Ort attraktiv zu sein. Wir haben die benachbarte Herbert-Klein-Halle so gut wie grundsaniert. Das Schwimmbad steht für eine Sanierung auf der Tagesordnung. Ziel aller Bemühungen ist es, im Zentrum unserer Stadt einen attraktiven Ort für Freizeit und Sport zu schaffen, der Menschen zusammenbringt.“

Letztendlich könne man die Kletterhalle auch als touristischen Anziehungspunkt verstehen, denn die Stadt Wadern ist für Wandertouristen mehr als attraktiv. Sie sei der Motor im Landkreis, wenn es darum geht, neben dem Alltagsradverkehr auch den Fahrradtourismus nach vorn zu bringen. „Klettern ist für beide Angebote, versteht man sie sportlich, eine tolle Ergänzung“, so Kuttler abschließend. Es gab weiteres  Lob.

So hob Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ebenfalls den positiven Wert der neuen Kletterhalle für die touristische Infrastruktur hervor. „Sie kann sowohl ein Schlecht-Wetter-Angebot sein, aber auch zur Saisonverlängerung beitragen und ist eine tolle Attraktion für Tagestouristen aus der Großregion, aber auch ein attraktives neues Angebot für die Saarländerinnen und Saarländer und stärkt damit auch den Binnentourismus in unserem Land“, gratulierte Rehlinger den Mitgliedern der Sektion Berg- und Skifreunde Hochwald daher nicht nur zu ihrem 20-jährigen Bestehen, sondern auch zur Fertigstellung dieses gelungenen Projektes und danke ihnen für ihr herausragendes Engagement.

„Es freut uns sehr, dass wir hier im Hochwaldgebiet des Landkreises so ein tolles neues Sportangebot haben“, sagte Landrätin Schlegel-Friedrich. Das ist nur durch das herausragende ehrenamtliche Engagement der Menschen hier vor Ort möglich gewesen. Natürlich unterstützt der Landkreis solche Initiativen gerne. Dieses Angebot kann uns sicherlich auch, zum Beispiel im Bereich Jugendarbeit, helfen. Vielen Dank an alle Beteiligten“, sagte sie machte sich an die Kletterwand. Umrahmt wurde die Einweihung von Klängen der Alphornbläser Reimsbach. Dominik Binder, Trainer des Kletterer-Nationalkaders, demonstrierte eindrucksvoll seinen Klettersport an der neuen Wand. Im Rahmen des runden Geburtstags wurden auch Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft im DAV geehrt (siehe Info).

Für 25-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein wurden treue Mitglieder geehrt. Foto: eb

„Unsere Kletterhalle ist aufgrund der Nachfrage nach sportlichem Klettern und Bouldern eine unverzichtbare Investition in die Zukunft und wird auf Jahrzehnte der sportliche und kommunikative Mittelpunkt unseres Vereins sein“, so das Resümee des Vorsitzenden Dillschneider. Mit Beginn der Bauzeit ist der Zuspruch an neuen Mitgliedern wiederum enorm angestiegen.