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Kappensitzung der Fratzenmacher Wadrill

Wadrill : „Fratzenmacher“ lassen die Halle beben

Die Narren aus Wadrill präsentierten bei ihrer ersten von zwei Gala-Kappensitzungen Unterhaltung vom Feinsten.

Bezaubernde und beeindruckende Tänzerinnen und Tänzer in tollen bunten Kostümen, humorvolle und witzige Büttenreden sowie mitreißende Gesangsbeiträge mit fetziger Musik – was der Karnevalsverein „Die Fratzenmacher“ Wadrill bei ihrer ersten von zwei Gala- Kappensitzungen auf den närrischen Brettern und in der Bütt präsentierte, war karnevalistische Unterhaltung vom Feinsten.

Damit wurden nicht nur die närrischen und hochheiligen Festtage bis Aschermittwoch eingeläutet, vielmehr auch auf das 5 x 11-jährige Vereinsjubiläum eingestimmt, das im kommenden August mit einer großen Sommerfaasend im Festzelt zelebriert wird. Die Lachmuskeln des Narrenvolkes wurden arg strapaziert, mit Raketen und Gejohle sowie lautstarkem Applaus und Zugaberufen dankten sie für die Darbietungen. „Es ist schon beeindruckend, was die Fratzenmacher, ausschließlich mit ihren eigenen Akteuren und den vielen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern so alles auf die Bühne zaubern können“, lautete der begeisterte Tenor bei den vielen Zuschauern in der Wadrilltal-Narrhalla.

Narhalla-Frontmann und Elferratspräsident Christian Festus Lauer moderierte in gewohnter Manier, wie schon seit ewigen Zeiten, die Kappensitzung mit wohl gewählten Wörtern in breitem Wadriller Platt, Zeile für Zeile dazu noch gereimt.

Los ging es mit der Vorstellung der Prinzenpaare und deren Proklamationen, Klein-Prinzessin Melina und Klein-Prinz Moritz sowie Seine Tollität Prinz Alfred und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Claudia. Der Thronadel versprach eine tolle und äußerst lange Jubiläumssession, die mit ihrer Inthronisation am Elften im Elften ihren Anfang nahm und erst zwei Tage nach Maria Himmelfahrt zu Ende sein wird. Elf Gardemädchen und Funkenmariechen Emmy Konz huldigten den närrischen Regenten. Mit Edi Koch, schon stattliche 50 Jahre ein Gesicht der Wadriller Faasend, stieg der Eisbrecher in die Bütt. Unter seinem ganz speziellen Blickwinkel hatte er Einiges aus der großen Politik, aber auch aus dem Fratzenmacher Vereinsleben, sprich Eintrittskartenverkauf, zu erzählen. Sein Fazit: Es wird alles besser mit Wadrilltal. Dann wird nur noch ein Ortsvorsteher mit Gattin freien Eintritt haben statt jetzt drei. Also gehen vier Karten in den freien Verkauf, bei dem die Frage aufgeworfen wurde, ob es besser sei, mehr Einheimische zu bedienen oder mehr Leute aus den umliegenden Ortschaften. Weg gehen alle, rasend schnell. Auch der Elferratspräsident sah Vorteile mit dem neuen Wadrilltal, denn man spare Orden. Die Junioren-Showtanzgruppe entführte mit ihrem Tanz in die Unterwasserwelt, derweil die Aktiven das Publikum mit auf eine aufregende Zeitreise durch die jüngsten fünf Jahrzehnte nahm. „Ehret die Alten, bevor sie erkalten“, diesen weisen Spruch schrieb der Opa dem Narrenvolk hinter die Ohren. Zusammen mit Band ist diesmal das Gähwellerisch angehauchte Waderola Duett aufmarschiert und besang Wadriller Dorfgeschichten vom Prinzenpaar, Windräder, Feuerwehrhaus und maroder Fußgängerbrücke am Dorfplatz. Mit alternden Menschen, die sie noch unter die Haube bringen mochte, plagte sich eine Heiratsvermittlerin. „Keine bleibt übrig“, so ihr Motto, auch Wilma und Bernd hatte sie verkuppeln können. „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein, dagegen sehr“, diesem geflügelten Wort verlieh ein überraschter Vater authentische und autobiographische Züge.

Das Männerballett, zwölf gestandene und muskulöse Kerle, leiteten mit einem Medley von Tänzen früherer Jahre zu der Gesanggruppe die Pilsköpfe über, die seit Jahren vor dem großen Finale für ausgelassene Stimmung sorgen. So auch diesmal wieder, mit Versen über die große Politik von AKK bis Merz. Einem Loblied über das heimische Wadrill folgte ein Song über das Brotkörbchen, wo alte Männer, von Toni über Franz bis Zenner, sowie Christoph mit Wauwau und Mau allmorgendlich ihr Frühstück einnehmen. Viel Applaus gab es für die doch etwas ungewöhnliche Bescherung an Heiligabend, als die Waderner Feuerwehr zu einem ominösen Einsatz im Hallenbad alarmiert wurde. Es folgte ein Finale Furioso, das in den frühen Morgenstunden erst sein Ende nahm.