1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Jugendhilfe vor Ort zeigt Erfolge

Jugendhilfe vor Ort zeigt Erfolge

Die Jahresberichte zur sozialraumorientierten Arbeit in den Familienzentren im Landkreis Merzig-Wadern liegen vor. Daraus ist deutlich geworden, dass dieses System trotz großer Umstellung Früchte trägt.

Die Familienzentren im Landkreis Merzig-Wadern präsentierten am Donnerstag ihre Jahresberichte zur sozialraumorientierten Arbeit für 2013. Die Träger der ambulanten Jugendhilfe trafen sich dazu im Familienzentrum in Beckingen. Aber es ging auch darum, ein Fazit ihrer Zusammenarbeit zu ziehen. 2010 wurde der Landkreis nämlich in sechs sogenannte Sozialräume eingeteilt. So sollten die Träger besser mit den vorhandenen Einrichtungen kommunizieren und familiäre Probleme früher erkennen und präventiv begegnen können. In Beckingen, Losheim am See, Merzig (Kernstadt), Merzig (Stadtteile), Mettlach-Perl und Wadern-Weiskirchen dienen die Familienzentren seitdem als Anlaufstelle für Kinder- und Jugendhilfe . Mussten sich Hilfesuchende zuvor an das Jugendamt in Merzig wenden, gibt es seit 2010 Hilfe vor Ort.

Das Ziel der Prävention ist es, die Erziehung gezielt zu verbessern und so Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das sollte die Hilfe zum einen individueller und wirkungsvoller machen, und zum anderen Geld sparen. Allerdings war das neue System anfangs für alle eine große Umstellung. "Natürlich diskutieren wir immer wieder über den richtigen Weg", erklärt Cornelia Bechthold von der Arbeiterwohlfahrt , einem der Träger der ambulanten Jugendhilfe . Trotz unterschiedlicher Angebote sind sich alle Träger in einem Punkt einig: die Prävention treibt die Jugendhilfe stark voran. "Die Qualität hat sich auf jeden Fall verbessert", meint Jugendamtsleiter Ralf Michler.

Die Zentren setzen sich für Menschen ein, die Probleme innerhalb der Familie haben. Für Kinder und Jugendliche zwischen drei und 21 Jahren gibt es Hilfsangebote. Je nach Bedarf bieten die Zentren unterschiedliche Projekte an. Beliebt scheinen jedoch überall die Schwimmkurse zu sein. Hier können Kinder, die dazu im Alltag nicht in der Lage sind, ihr Seepferdchen machen.

Wer Hilfe benötigt, kann sich direkt an die Familienzentren wenden. In den offenen Angeboten erhalten sie Beratung, Orientierung und die nötige Unterstützung. Dadurch kann den Kindern und Eltern sofort und ohne bürokratischen Umweg geholfen werden. Ein Vorteil der dezentralisierten Struktur ist auch, dass die Mitarbeiter die Strukturen vor Ort kennen. "Die Probleme in der Kernstadt Merzig sind einfach andere, als beispielsweise im Hochwald", erklärt Andrea Wolter vom SOS-Kinderdorf. Mehr Transparenz und rege Diskussionen sollen die Qualität der Jugendhilfe in Zukunft weiter verbessern. Sorge bereitet den Trägern allerdings der Arbeitsmarkt. Die Belastung im Beruf ist oft sehr hoch, weshalb es schwierig sei, neue Mitarbeiter zu finden.

Vorerst laufen die Verträge zwischen Kreis und Träger bis Ende 2015. Allerdings scheinen alle Beteiligten Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit zu haben. Trotz aller Startschwierigkeiten.