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Initiative "Ebbes von Hei" stellt ersten Einkaufs- und Genussführer vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Nunkirchen : Einkaufsführer zeigt, wo Genuss zu finden ist

Die Initiative „Ebbes von Hei“ verbindet Erzeuger, Produzenten und Händler regionaler Produkte. Eine neue Broschüre stellt 92 Betriebe vor.

Seit gut zehn Jahren gibt es die Regional-Vermarktungsinitiative „Ebbes von Hei“, die sich zum Ziel gesetzt hat, typische kulinarische Erzeugnisse aus der Region Saar-Hunsrück einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Jetzt hat die Regional-Initiative ihren ersten Einkaufs- und Genussführer vorgestellt, der auf 60 Seiten insgesamt 92 Erzeuger-, Gastronomie- und Handelsbetriebe aus dem Gebiet des Naturparks Saar-Hunsrück zusammenfasst, die Waren nach den Qualitätskriterien von „Ebbes von Hei“ erzeugen oder anbieten.

Im Forsthof Schmitt in Nunkirchen, einem der rührigsten Partnerbetriebe der Initiative, präsentierten die Verantwortlichen am Montag das neue Druckwerk. Achim Laub, Vorstandsmitglied bei „Ebbes von hei“ und innerhalb der Initiative als Koordinator für Produzenten und Gastronomie zuständig, sagte dort: „Die Broschüre wendet sich sowohl an Einheimische wie an Besucher der Region.“ Mit mittlerweile insgesamt 170 Mitgliedern sei „Ebbes von Hei“ zu einer wichtigen regionalen Marke geworden. Die Initiative stehe für eine hohe handwerklicher Qualität regionaler Produkte, indem sie ihre Mitgliedsbetriebe auf einheitliche Qualitätsstandards ihrer Produkte verpflichte, die in so genannten Pflichtenheften festgehalten würden. Nachdem anfangs vor allem Erzeugerbetriebe (also Landwirte, Obstbauern, Imker, Winzer und so weiter) sowie Produzenten (Metzger, Bäcker) und Gastronomie im Zentrum der Aktivitäten gestanden hätten, öffne sich in den vergangenen Jahren auch der Handel zunehmend für das Thema, sagte Laub: „So ist inzwischen auch der Globus in Losheim Mitglied geworden.“ Der Einkaufs- und Genussführer soll nach den Worten von Laub alljährlich aktualisiert neu aufgelegt werden. Rund 10 000 Euro hat nach seinen Angaben die Herstellung der Broschüre gekostet.

Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern, lobte den grenzüberschreitenden Ansatz von „Ebbes von Hei“: „Regionaler Tourismus hört nicht an Kreisgrenzen auf, darum darf diese Initiative auch nicht dort aufhören.“ Ähnlich äußerte sich Dieter Ruck, Tourismus-Verantwortlicher beim Landkreis Saarlouis: „Diese Initiative gibt die Antwort auf die manchmal aufgeworfene Frage, warum der Kreis keine eigene Regionalmarke hat. Eine Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg ist zielführender.“

Aus dem Grünen Landkreis sind nach Angaben von Landrätin Schlegel-Friedrich mittlerweile 30 Betriebe „Ebbes von Hei“-Partner, darunter 16 Gastronomie-Betriebe. Schlegel-Friedrich sagte weiter: „Diese Initiative ist etwas, was die Region nicht nur für Besucher von außerhalb, sondern auch für die Bürger interessant macht.“ Ähnlich sah das Peter Klein, Geschäftsführer der Saarschleifenland Tourismus GmbH (STG), der Tourismus-Gesellschaft des Kreises: „Was dem Touristen nutzt, das nutzt auch dem Bürger.“ Die Philosophie von „Ebbes von Hei“ setze auf Nachhaltigkeit und eine höhere Wertschätzung der Produkte und Produzenten aus der Region. Das sah auch der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler sehr positiv: „Das Bewusstsein für den Wert regionaler Produkte ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen“, hielt Kuttler fest, dessen Stadt ganz aktuell ebenfalls Mitglied in der Initiative geworden ist. Dieser Fokus auf regionale Produkte bedeutet für den Waderner Rathauschef auch eine direkte Stärkung des lokalen Arbeitsmarktes.

Klaus Marx, seit langen Jahren Vorstandsmitglied bei „Ebbes von Hei“ und Chef der Süßmosterei/Brennerei Wildling aus Freudenburg, blickte auf die Anfänge der Initiative, die rund um Morbach entstanden sei, zurück. Er lobte die Dynamik, die sich vor allem seit dem Einstieg der Partner von jenseits der Landesgrenze eingestellt habe: „Seit die Saarländer dabei sind, geht die Post ab!“ Marx wies nachdrücklich auf die „elementare Bedeutung“ der Qualitätsstandards für „Ebbes von Hei“ hin, die in den Pflichtenheften für alle möglichen  Erzeugnisse festgehalten worden seien. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, erinnerte sich Marx. So habe die Erstellung des Pflichtenheftes für die Metzgereibetriebe fast zehn Jahre beansprucht. Warum, erläuterte Klaus Gauer-Kneppel, Inhaber der Metzgerei Kneppel in Morbach und einer der „Gründungsväter“ von „Ebbes von Hei“: „Wir haben sehr unterschiedlich strukturierte Betriebe als Partner bei der Initiative und mussten versuchen, diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen unter einen Hut zu bringen.“ Durch das jetzt fertig gestellte Pflichtenheft könne sich der Verbraucher darauf verlassen, dass die in den „Ebbes von Hei“-Metzgereien erzeugten Produkte frei von Gentechnik seien, dass das verarbeitete Fleisch keine Antibiotika enthalte und dass auch Tierwohl-Aspekte berücksichtigt würden. So gebe es keine Transportwege von mehr als zwei Stunden etwa vom Ferkelzuchtbetrieb zum Bauernhof, wo das Tier aufwachse, die gleiche Zeitgrenze gelte auch für den Transport vom Hof zum Schlachter.

Dass die Kunden immer größeren Wert auf regionale Produkte legen, konnte Michael Krämer vom Hotel Zur Post in Kell bestätigen: „Es wird immer mehr nach regionalen Erzeugnissen nachgefragt, zudem können unsere Gäste bestimmte Produkte auch direkt bei uns im Hof an einem Versorgungsautomaten kaufen und mitnehmen.“ So könne der Gast die Marmelade aus Beckingen-Reimsbach, die er zum Frühstück serviere, gleich im Anschluss mit nach Hause nehmen. Wichtig sei, die Regionalität auch in der Karte deutlich und transparent auszuweisen, fand Krämer. Er gehe mittlerweile so weit, dass er mehr und mehr Produkte aus seinem Sortiment durch regionale Erzeugnisse ersetze: „Wir haben dadurch keinen Ramazzotti oder Ouzo mehr im Ausschank, sondern entsprechende Produkte aus der Region.“

Die Fokussierung auf das, was die eigene Heimat zu bieten hat, wirke auch Identität stiftend, sagte Walburga Meyer, Leiterin der Tourist-Info in Kell am See: „Der Tourismus ist für unsere Region mit rund 200 000 Übernachtungen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.“ Die Tourist-Info sei von einer anfangs etwas belächelten Einrichtungen mittlerweile zu einem zentralen Treffpunkt in der Kommune geworden, wo sich Gäste und Einheimische zusammenfinden. Meyer wies darauf hin, dass die Tourist-Info in Kell auch für Mitgliedsbetriebe der Initiative die Broschüre bereithalte, wenn diese sie bei sich im Betrieb auslegen wollten.

Das Titelblatt des neuen Einkaufs- und Genussführers. Foto: Regional-Initiative "Ebbes von Hei"

Der Einkaufs- und Genussführer ist in den Tourismusbüros der Region sowie bei den beteiligten Betrieben kostenlos erhältlich. Zudem kann er im Internet unter www.ebbes-von-hei.de heruntergeladen werden.