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In Wedern, Büschfeld und Morscholz entstehen Solarparks

Solarparks in Wadern : Drei Solarparks gehen in Wadern ans Netz

Der Waderner Stadtrat entschied einstimmig für die Anlagen in Büschfeld, Morscholz und Wedern.

Die Stadt Wadern setzt verstärkt auf erneuerbare Energien und wird dafür noch mehr Sonne einfangen. So machte der Waderner Stadtrat in seiner Jahresabschlusssitzung einstimmig den Weg für drei Solarparks frei: für einen in Wedern, einen in Büschfeld und einen in Morscholz. Auf einer zehn Hektar großen Fläche (ein Hektar entspricht 10 000 Quadratmetern), die landwirtschaftlich genutzt wird, sollen in Wedern 29 606 Solarmodule 9480 Megawattstunden (MWh) pro Jahr produzieren und rund 2700 Haushalte mit Strom versorgen. 5600 Tonnen CO2 sollen pro Jahr eingespart werden. Die Anlage ist nach Darstellung der Firma Wattner, die Projektentwicklerin ist, binnen zwei Monaten errichtet. Nicht eingerechnet sei die Vorlaufzeit von sechs bis zwölf Monaten in Abstimmung mit den landwirtschaftlichen Nutzern. Schafe können auf der Fläche weiden, auch ist die Fläche nach der Vorstellung der Firma für Bienenhaltung geeignet. An Gewerbesteuer weist die Tischvorlage eine Summe von 450 000 Euro auf 20 Jahre aus. 70 Prozent der Gewerbesteuer soll an den Anlagestandort, also an die Stadt Wadern, gezahlt werden, 30 Prozent sollen am Unternehmenssitz in Köln entrichtet werden.

Insgesamt 5232 Module sollen in Büschfeld Sonne tanken – auf der ehemaligen Deponie, die rekultiviert ist. Die Photovoltaikanlage, in zwei Bauabschnitten auf 3 Hektar errichtet, soll 1550 Megawattstunden ins Netz einspeisen, 930,056 Kilo CO2 sollen pro Jahr eingespart werden, wie aus der Tischvorlage hervorgeht. Und noch zwei Dinge halten die Unterlagen fest: eine geplante Kooperation mit Saargummi und eine Einsparung von rund 10 000 Euro. Diesen Betrag kalkuliert die Stadt Wadern nach ihren Angaben jährlich für die Unterhaltungskosten ein. Die fallen laut Tischvorlage nach der Errichtung der Anlage. Die Arbeiten übernehme die VSE AG als Betreiberin.

In Morscholz schickt sich die Bürgerenergiegenossenschaft Hochwald (BEG Hochwald) an, auf einer Fläche, rund 14 bis 15 Hektar groß und landwirtschaftlich genutzt, einen Solarpark zu errichten. Zwei Varianten hat die BEG ausgearbeitet: Für die erste Variante sind 11 250 Module geplant. Sie sollen jährlich 5000 MWh Strom produzieren und 1670 Haushalte versorgen. 2370 Tonnen CO2 sollen eingespart werden. Bei Variante zwei soll es 15 000 Module geben, die 6400 MWh Strom jährlich produzieren. 2130 Haushalte können versorgt werden. In zwei bis drei Monaten soll die Anlage errichtet werden. Mit 70 Prozent an Gewerbesteuer könne die Stadt unabhängig vom Sitz der Betreibergesellschaft rechnen. Da jedoch ihr Sitz in Wadern geplant sei, könnten es 100 Prozent werden. Einstimmig votierten die Ratsmitglieder für diese drei Projekte.

Indessen warnte CDU-Fraktionsmitglied Daniel Hoffmann vor Wildwuchs. Die Landschaft reagiere sehr sensibel auf solche Anlagen. Michael Dewald von der SPD-Fraktion mahnte an, sich nicht von Einzelprojekt zu Einzelprojekt zu hangeln, sondern stadtübergreifend – eine Anregung, die Bürgermeister Jochen Kuttler aufnahm. „Photovoltaikanlagen schießen wie Pilze aus dem Boden“, sagte er in seiner Jahresabschlussrede. „Und auch bei uns gehen regelmäßig neue Anträge auf Errichtung ein. Sogenannte landwirtschaftlich benachteiligte Flächen können dafür bevorzugt genutzt werden.“ Er nannte es ein spannendes wie herausforderndes Thema, wie kontrolliert die Waderner mit ihren Flächen umgehen. „Klimaschutz wollen alle, Windräder, Photovoltaikanlagen und Stromtrassen vor der eigenen Haustür will indes kaum jemand. Beide Positionen sind aber nicht vereinbar. Und letztendlich nur politisch zu entscheiden“, sagte der Verwaltungschef.