In Morscholz tut sich was

Morscholz · „Wir sind auf einem gutem Weg, unsere gesetzten Ziele zum Mehrgenerationendorf zu erreichen“, sagt Ortsvorsteher Markus Wollscheid. Unter anderem wurden Bürgerstammtische eingerichtet und ein Wanderweg angelegt. In Planung ist noch ein Dorfladen.

"Morscholz auf dem Weg zum Mehrgenerationendorf", so schrieb die SZ vor einem Jahr und widmete dem Waderner Stadtteil eine ganze Seite zum gewählten Motto "Morscholz , wir machen unsere Zukunft". Damit war das Ansinnen im 950-Seelen-Ort überschrieben.

Im Artikel wurde der bisherige Werdegang geschildert, den Ortsvorsteher Markus Wollscheid zusammen mit seinem Ortsrat bisher gegangen war. Vorgestellt wurde im Bürgersaal vor etwa 50 interessierten Mitbürgern und einigen Gästen wie Bürgermeister Jochen Kuttler das Ergebnis eines zuvor erstellten Fragebogens, der an alle Bewohner des Stadtteils verteilt worden war. Unterschiedliche Fragen zur Lebensqualität im Ort mit den vorhandenen Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten waren zu beantworten. Fragen zum sozialen Umfeld waren dabei, ebenso welche über die medizinische Versorgung oder zum Personennahverkehr. Auch die Bereitschaft zum Mitwirken bei gemeinsamen Aktivitäten war gefragt, dazu auch ein gemeinsames Wohnen von jungen und alten Menschen unter einem Dach.

Wichtige Dinge des alltäglichen Lebens waren zu beurteilen, aber auch das ehrenamtliche Engagement als Beitrag zum Gemeinwohl, zumal im Vorfeld schon einige Projekt in gemeinsamer Arbeit von tatkräftigen Mitbürgern gestemmt werden konnten. "Wir brachen allerdings die Unterstützung aller Bürger", appellierte Wollscheid an die Zuhörer. Bürgermeister Kuttler nannte das angestrebte Projekt eine tolle Idee und lobenswerten Anfang, sagte im Rahmen seiner Möglichkeiten seine volle Unterstützung zu. Die Befragung förderte interessante Erkenntnisse zutage.

So lehnten etwa 25 Prozent ein Leben im Mehrgenerationenhaus ab, für Dreiviertel der Bewohner sind die Einkaufsmöglichkeiten schlecht, die Hälfte der Leute fand den Nahverkehr in Ordnung. Für die Mitarbeit im Dorf für das Zukunftsprojekt hatten sich rund 30 Personen angemeldet. Dazu gab es einige Anstöße für das weitere Vorgehen.

"Nunmehr ist ein Jahr vergangen, und die Hände wurden nicht in den Schoß gelegt", gab Ortsvorsteher Wollscheid auf Nachfrage der SZ bekannt. Regelmäßige Bürgerstammtische sind eingerichtet worden, bei denen Referenten Vorträge über allgemeine und unterschiedliche Themen des Alltags Auskunft geben. Hierzu gehört auch der Stammtisch "Waij schwätze mir" immer am ersten Montag eines Monats.

Ein Flyer wurde aufgelegt und an jeden Haushalt verteilt mit der Telefonnummer des Dorfhandys, das bei Bedürfnissen an kleineren Arbeiten am und im Haus oder im Garten, für Fahrdienste, Arzt- und Behördengänge, Besorgungen, Schriftverkehr, Kinderbetreuung und ähnliche Erfordernisse genutzt werden kann. Diese werden unentgeltlich und auf ehrenamtlicher Basis erledigt, sind keine Konkurrenz zu gewerblichen Betrieben oder Handwerkern. Mittlerweile haben sich schon über 60 Mitbürger für diese Hilfen und Besorgungen eingeschrieben. Neubürgerfrühstück, Weihnachtsplätzchen backen und Ostereier bemalen mit Kindern, über Flüchtlingsarbeit informieren und Sammelaktionen durchführen waren weitere gemeinsame Aktionen.

Der Wanderweg Rund um Morscholz (RuM1), der von der Agentur Ländlicher Raum gefördert wird, wurde mittlerweile mit 380 ehrenamtlichen Arbeitsstunden angelegt, sollte bis Ende Mai ganz fertig sein. Derzeit wird vom Heimat- und Kulturverein noch eine Wanderhütte gebaut.

In Planung sind bereits zwei weitere Wege, die an den Saar-Hunsrück-Steig und Steinberger Rundweg anbinden. Erreicht wurde bislang auch, dass zwei Versorgungsautos mit Lebensmitteln den Ort anfahren, dazu hat die Filiale einer Metzgerei an zwei Wochentagen geöffnet.

Für die nächste Zeit ist in ehrenamtlicher Ausführung die Sanierung der Fassade des Bürgerhauses geplant und für Mittwoch, 21. April, 15.30 Uhr, ein Kaffeenachmittag für die Dorfbevölkerung. "Wir sind auf gutem Weg, unsere gesetzten Ziele zum Mehrgenerationendorf zu erreichen", sagt der Ortsvorsteher, dessen Vision es ist, einen Dorfladen einzurichten.