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Im Kreis Merzig-Wadern sind bis 30. Juni alle Veranstaltungen untersagt

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürgermeister im Kreis Merzig-Wadern sind sich einig : Keine Veranstaltungen im Kreis bis Ende Juni

Die Bürgermeister im Landkreis Merzig-Wadern haben sich auf ein Veranstaltungsverbot bis 30. Juni verständigt. Dies teilte der Waderner Rathauschef Jochen Kuttler im Auftrag und namens seiner Kollegen aus dem Kreis mit.

Mit dieser Vorgabe sollen nach Kuttlers Worten die sichtbaren Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht gefährdet und gleichzeitig Veranstaltern Planungssicherheit gegeben werden.

„In diesem Jahr ist nichts so wie sonst: Corona hat uns alle im Griff. Und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben. Wir müssen lernen, mit der ‚neuen Normalität’ zu leben – Abstands- und Hygieneregeln inklusive“, erklärt Kuttler. Zu dieser „neuen Normalität“ gehöre auch, auf liebgewonnene Traditionen zu verzichten, Vorsicht in allen Lebensbereichen walten zu lassen und darüber hinaus den ganz persönlichen Alltag neu zu denken. Niemand wolle dabei das öffentliche und gesellschaftliche Leben mehr beschränken als unbedingt nötig, stellt Kuttler klar. „Die Maßnahmen der letzten Wochen haben allerdings gezeigt, dass wir nur dann eine Chance haben, das Virus in den Griff zu bekommen, wenn wir konsequent, aber auch mit Augenmaß handeln.“ Im Umkehrschluss seien Lockerungen, die helfen sollen unser Alltagsleben wieder normaler zu machen und die selbstverständlich auch dazu beitragen sollen, unsere Wirtschaft wieder anzukurbeln, nicht als Freibrief zur Rückkehr in die Vor-Corona-Normalität zu verstehen.

Kuttler fährt fort: „Bis zur Entwicklung eines Impfstoffes und/oder eines wirksamen Medikaments werden wir weiterhin mit deutlichen Einschränkungen leben müssen. Welche das genau sind, wird durch die jeweilige Situation bestimmt.“

Jochen Kuttler Foto: TINA MANN

Aktuell lasse sich festhalten, dass öffentliche Veranstaltungen nicht zu verantworten seien. „Die Bürgermeister aller Kommunen im Landkreis Merzig-Wadern haben sich deshalb in enger Absprache mit der Landrätin darauf geeinigt, dass diese Übereinkunft landkreisweit und einheitlich mindestens bis 30. Juni gilt. Das heißt, bis zum 30. Juni sind alle Veranstaltungen untersagt, sämtliche Bürgerhäuser, Dorfgemeinschaftshäuser et cetera bleiben bis dahin geschlossen“, teilt der Waderner Bürgermeister mit. Damit sei auch klar, dass weder an Kirmes-Veranstaltungen zu denken sei noch an Vereinsfeste, Festivals und ähnliches. Auch die Veranstaltungen zur Hexennacht sowie das Maibaumsetzen könnten nicht stattfinden.

Kuttler weiter: „Über die weitere Vorgehensweise nach dem 30. Juni findet zeitnah ein Austausch statt.“ Auch hier sei das Anliegen aller Beteiligten, so transparent und frühzeitig wie möglich zu informieren.

Die Bürgermeister und die Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern sind sich nach den Worten Kuttlers sehr wohl bewusst, dass sie damit das gesellschaftliche Leben in unseren Orten weiterhin beschneiden müssen. „Und das fällt ganz gewiss niemandem leicht.“ Trotzdem gelte es, den bisherigen Erfolg der ergriffenen Maßnahmen nicht zu gefährden, betont Kuttler. „Genau deshalb müssen wir jetzt vorsichtig sein. Die Absage aller Veranstaltungen bis mindestens 30. Juni soll dabei auch allen Vereinen und Organisationen Planungssicherheit geben.“

Aktuell haben sich Bund und Länder bereits auf die Untersagung von Großveranstaltungen bis 31. August verständigt. Hierzu erklärt Kuttler: „Obwohl die Definition von ‚Großveranstaltung’ schwerfällt und jeder etwas Anderes darunter verstehen mag, halten wir es für wichtig, klarzumachen, dass sinnhaft und der Situation angepasst gehandelt werden muss. Die weiteren Schritte werden wir also gemeinsam sehen müssen.“ Insofern appellieren Bürgermeister und die Landrätin an das Verantwortungsbewusstsein eines jeden einzelnen und hoffen auf das Verständnis aller Betroffenen. Kuttler abschließend: „Wir sind auf einem guten Weg, die Krise gemeinsam zu meistern. Das sollte uns Ansporn und Auftrag zugleich sein.“