Im Gedenken an die Prinzessin

Wadern. Unübersehbar an der Auffahrt zum Waderner Christianenberg steht das neue Christianenberg-Denkmal. Auf den ersten Blick erinnert es an die Calvarienberg-Denkmäler in der Bretagne, wenn auch nicht ganz in deren Ausmaßen. Am Samstag wurde es im Rahmen des Bürgerfestes der Christianenberger und im Rahmen der Waderner Kulturwoche feierlich eingeweiht (Die SZ berichtete)

Wadern. Unübersehbar an der Auffahrt zum Waderner Christianenberg steht das neue Christianenberg-Denkmal. Auf den ersten Blick erinnert es an die Calvarienberg-Denkmäler in der Bretagne, wenn auch nicht ganz in deren Ausmaßen. Am Samstag wurde es im Rahmen des Bürgerfestes der Christianenberger und im Rahmen der Waderner Kulturwoche feierlich eingeweiht (Die SZ berichtete). Das Große Sandsteinkreuz im Zentrum stammt aus dem Jahr 1984. Es wurde jetzt überarbeitet. Bis 1984 hat hier ein schlichtes Holzkreuz aus dem Jahr 1767 gestanden, zur Erinnerung an das Kapuzinerkloster an gleicher Stelle. Das Sandsteinkreuz ist der einzige verbliebene Zeuge des kirchlichen Lebens an diesem Platz in Wadern.Das bekannte Kreuz wird jetzt von zwei Stelen flankiert. Die Porträt-Stele ist der Gemahlin des früheren Waderner Landesherrn, des Grafen Joseph Anton von Oettingen-Sötern, Prinzessin Christiana von Schwarzburg-Sondershausen, gewidmet. Zu ihren Lebzeiten hochverehrt, war sie bislang nur in heimatgeschichtlichen Schriften vertreten. Nun ist eine sinnliche Erinnerung möglich. Die Tafelstele gegenüber gibt zur Geschichte des Klosterkreuzes Auskunft. Der Entwurf für die Denkmal-Ergänzung stammt von Professor Wolf Spemann, Bildhauer in Wiesbaden. Das Porträt-Relief der Prinzessin wurde nach Gemälden im Schloss Hohenbaldern und des Heimatmuseums Wadern gefertigt. Geschaffen hat es, wie schon das Porträt-Relief von Graf Joseph Anton, der georgische Bildhauer Giorgi Nikoladze, ein Schüler von Auguste Rodin. Die Sandstein-Stelen sowie die Totalrestaurierung des Klosterkreuzes wurde vom Steinbildhauerbetrieb Anell in Schillingen vorgenommen. Den Bronzeguss fertigte die Kunstgießerei Werner im hessischen Ballersbach.Der Verein für Heimatkunde Wadern hat mit dem Auftrag zum Denkmal die Anregung von Kapuziner-Pater Pio vom 1. Juli 1771 aufgegriffen. Pater Pio hatte damals die Grabpredigt für Prinzessin Christiana von Schwarzburg-Sondershausen gehalten und die Verdienste von Prinzessin Christiana hervorgehoben. Er hatte sie posthum als echte Landesmutter bezeichnet. Ihr Name solle nicht in Vergessenheit geraten, mahnte Pater Pio, sondern "in goldenen Lettern in Marmor graviert" werden.Die Lektüre dieser Leichenpredigt war für die Waderner Heimatkundler die Aufforderung, jetzt, nach 239 Jahren, Pater Pios Anregung in die Tat umzusetzen. Auf bewährte Art hat Heimatkunde-Vorsitzender Friedrich Ebert mit Spendenbriefen versucht, die nötigen Geldmittel zu beschaffen. Auch der Rechtsnachfolger der Dagstuhler Herrschaft, Fürst Moritz von Oettingen-Wallerstein, habe einen größeren Beitrag zum Andenken an seine Urgroßtante geleistet. "Auch Moritz von Oettingen-Wallerstein hat einen Beitrag zum Andenken an seine Urgroßtante geleistet."HeimatkundlerFriedrich Ebert

HintergrundPrinzessin Christiana von Schwarzburg-Sondershausen, Frau des Grafen Joseph Anton von Oettingen-Soetern, wirkte zehn Jahre in Wadern. Ganz besonders bemühte sie sich um die Ansiedlung der Kapuziner. Vielen Bedürftigen stand sie durch ihre sozial-caritative Art nahe. Sie starb, erst vierzig Jahre alt, bereits 1771. Bereits zu ihren Lebzeiten war die Anhöhe, auf der das Kloster erbaut worden war, ihr zu Ehren bereits Christianenberg genannt worden. fs