Im Café Courage ist immer was los

Im Café Courage ist immer was los

Drei Jahre wurde das Café Courage gefördert von der Aktion Mensch. Nun läuft das Café in Selbstverwaltung, unterstützt von Mitarbeitern der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Interessierte, die sich einbringen wollen, sind gerne willkommen.

Das Café Courage in Wadern im Sinnespfad 18 ist kein Café im üblichen Sinn, auch nicht jeden Tag geöffnet, sondern ein offener Freizeittreff für Menschen aller Altersklassen mit und ohne Behinderungen.

Das Café verfügt über einen Veranstaltungsraum, eine Küche, ein Büro, Sanitäranlagen, eine Terrasse und einen Garten. Die Räume sind barrierefrei zu erreichen. Seit Februar 2013 treffen sich bis zu 30 Besucher einmal wöchentlich zu regelmäßigen offenen Angeboten, die von Wandern und Ausflüge über Besuche von Festen, Disco- und anderen Veranstaltungen bis zum gemeinsamen Singen, Basteln, Kochen und auch Putzen des Cafés reichen.

,,Geselligkeit und Humor kommen auch nicht zu kurz. Von Beginn an waren die Besucher in Planung, Organisation und Durchführung der Angebote eingebunden, wobei die AwoMitarbeiter unterstützend assistieren", klärt Café-Leiterin Ingrid Friedel auf. Das Projekt wird von der Aktion Mensch gefördert. Das Ziel nach Ende der Projektphase ist die Weiterführung in Selbstverwaltung durch freiwillige Unterstützer und die Teilnehmer mit Behinderung, wobei diese selbst Verantwortungsbereiche übernehmen sollen.

Über den "normalen" Betrieb des Freizeittreffs hinaus gab es im vergangenen Jahr drei große Aktionen. Die Besucher haben sich in zahlreichen Gesprächen und mehreren Stadtrundgängen mit der Frage beschäftigt: "Was geht für Menschen mit Behinderung in und um die Stadt Wadern ? Wo sind Hindernisse und Barrieren? Was ist einfach und leicht zu verstehen, was ist zu kompliziert? Wo gibt es gute Lösungen und Beispiele? Was muss noch besser werden?" Da viele der Besucher des Café Courage in Wadern wegen unterschiedlicher Behinderung selbst von diesen Gegebenheiten betroffen sind, waren sie als Experten in eigener Sache in der Stadt unterwegs. Die Ergebnisse dieser Expertentour, die den Blick nicht nur auf unüberwindbare Treppen und Bürgersteige, sondern auch auf komplizierte Hinweisschilder und Fahrpläne lenkte, stellten die Aktiven Ende April 2015 mit vielen Fotos auf dem Waderner Monatsmarkt mit einem Aktionsstand vor. Dabei kamen sie mit vielen interessierten Marktbesuchern, dem Bürgermeister und Vertretern des Stadtrates ins Gespräch.

Im September 2015 fuhren die Besucher des Café Courage für drei Tage nach Trier. 18 Teilnehmer verbrachten ein tolles Wochenende in der dortigen Jugendherberge. Die Tage waren gefüllt mit einer Stadtbesichtigung, Unternehmungen in der Stadt und Spaß in gemütlicher Runde am Abend. Die Teilnehmer setzten sich aber auch in verschiedenen Arbeitsgruppen mit der Vorbereitung auf die Selbstverwaltung auseinander, planten die Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit im Team.

"Dabei machten die Aktiven deutlich, dass sie durchaus in der Lage sind, die weitere Entwicklung des Freizeittreffs selbst in die Hand zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen", zieht die Café-Leiterin ein zufriedenes Fazit. Ende Oktober 2015 wurde der Start in die Selbstverwaltung im Café Courage mit vielen Gästen gefeiert. Nach dreijähriger, durch die Aktion Mensch geförderter Projektzeit, ist der Freizeittreff nun auf eigenen Füßen unterwegs. 15 Aktive mit und ohne Behinderung bringen ihre Fähigkeiten mit viel Engagement ein im Team Selbstverwaltung, das die von allen Besuchern geplanten Freizeitaktivitäten organisiert und sich darum kümmert, dass die Besucher sich dort wohlfühlen. Dieses Team trifft sich zweimal im Monat. Interessierte, die Freude haben, sich verantwortlich in den Freizeittreff einzubringen, sind gerne willkommen.

Ein beratender Beirat, in dem Vertreter des Café Courage Wadern und des Café Courage Dillingen gemeinsam mit Mitarbeitern des Verbunds für Inklusion und Bildung der Awo zusammenarbeiten, begleitet und unterstützt die weitere Arbeit. Die Arbeiterwohlfahrt stellt weiterhin die Räume und Infrastruktur zur Verfügung.

Bei einem Besuch des Cafés zeigten sich die Herren Geber, Direktor des Verbundes für Inklusion und Bildung, und Dr. Märker, stellvertretender Landesvorsitzender der Awo, begeistert von der Entwicklung des Freizeittreffs in den drei Jahren Projektzeit und gaben sich zuversichtlich, dass diese wirklich inklusive Einrichtung weiterhin einen wichtigen Beitrag für die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben leisten wird.

Der offene Freizeittreff Café Courage Wadern wendet sich mit seinem Freizeitangebot an alle erwachsenen Menschen mit und ohne Behinderung. Die Freizeitaktivitäten werden von den Besuchern einmal im Monat geplant. Das Team Selbstverwaltung kümmert sich um die Umsetzung der vorgeschlagenen Aktivitäten. So werden zum Beispiel Kegelabende, gemeinsames Kochen und Backen, Spiele- und Filmabende geplant. Aber auch größere Ausflüge , wie eine Fahrt nach Saarbrücken, ein Besuch beim SR, der Besuch der Open-Air-Theateraufführung der Laienspielbühne in Lockweiler und die Schifffahrt, zu der der Awo-Stadtverband Wadern eingeladen hatte, standen im vergangenen Jahr auf dem Programm. Wichtig ist den Besuchern auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Gruppierungen im Hochwald.

So sind die gemeinsamen Aktivitäten mit den Pfarreiengemeinschaften Weiskirchen und Wadern im Rahmen der Firmvorbereitung schon Tradition geworden, ebenso wie die jährliche Brandschutzunterweisung durch die Waderner Feuerwehr. Die Aktivitäten des Freizeitreffs finden in der Regel jeden Dienstag von 16.30 bis 19.30 Uhr im Sinnespfad 18 in Wadern statt. Das geplante Programm wird in den amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Wadern und auf der Internetseite des Landkreises Merzig-Wadern veröffentlicht.

Informationen zum Freizeittreff und g eplanten Aktivitäten gibt es unter Tel. (0 68 31) 76 71 63 oder (0 68 71) 21 16.

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