1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Hochwald-Gymnasium vertritt Irland beim digitalen „Modell Europa Parlament“

Wadern : Schüler debattieren über die Lage Europas

Auch Vertreter des Hochwald-Gymnasiums in Wadern waren beim Projekt „Modell Europa Parlament“ per Videokonferenz dabei.

Internationale Treffen von Politikern auf europäischer Ebene finden zurzeit meist als Videokonferenzen statt, etwa wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem Amtskollegen konferiert. So war es auch unlängst, als sich die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Katarina Barley, mit „Europa-Abgeordneten“ traf. Moderiert wurde das Treffen von der „Parlaments-Präsidentin“ und früheren Schülerin des Waderner Hochwald-Gymnasiums (HWG), Lizanne Johann. Das Besondere daran: Die Europa-Abgeordneten waren Jugendliche aus ganz Deutschland, die für eine Woche im Rahmen des Projektes „Modell Europa Parlament“ (MEP) in die Rolle von EU-Abgeordneten schlüpften.

Mit dabei war wieder eine Schülerdelegation vom Hochwald-Gymnasium (HWG) Wadern, die das EU-Land Irland vertrat. Und mit Lizanne Johann fungierte eine HWG-Schülerin sogar als Präsidentin des MEP Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Co-Präsidenten Maximilian Hoffmeister aus Kiel leitete und organisierte sie die ganze Woche über das Planspiel. Ein Highlight in der Woche war nach Worten der Schule sicherlich die Diskussion mit der echten Parlaments-Vizepräsidentin Katarina Barley aus Deutschland, die mit den Jugendlichen über Themen wie Brexit, Rechtsstaatlichkeit, Lobbyismus und Cancel Culture diskutierte.

Bei ihrer Arbeit als EU-Abgeordnete teilten sich die MEP-Delegierten, die bundesweit von jeweils einer Schule pro Bundesland gestellt wurden, in sieben Ausschüsse auf und diskutierten dort aktuelle europapolitische Themen. Es wurden Resolutionen erarbeitet, die sich zum Beispiel mit der europäischen Energiewende, dem Abbau vorhandener sozialer Ungleichheit in Europa, dem Verhältnis der EU zu Afrika oder der Frage, wie man das Engagement Jugendlicher in der EU stärken könnte, beschäftigten.

Diese Resolutionen wurden dann in einer digitalen Plenarsitzung diskutiert und am Ende wurde darüber abgestimmt. Die Delegierten griffen sich in der offenen Debatte über die Resolutionen einzelne Punkte heraus, die differenziert diskutiert wurden. Außerdem hielten einzelne Delegierte Reden, um die Resolution entweder vorzustellen, zu verteidigen oder zu kritisieren. So begründete zum Beispiel HWG-Schüler Niels Haßler in einer Rede, warum sein Ausschuss über Arbeit und soziale Angelegenheiten einen Änderungsantrag des Plenums zur Resolution seines Ausschusses ablehnte. Er war erfolgreich mit seiner Rede, da der Änderungsantrag vom Plenum abgelehnt wurde. Matteo Vontz hielt in der Plenardebatte die einleitende Rede, in der er vorstellte, mit welchen Maßnahmen sein Ausschuss das Problem multiresistenter Keime bekämpfen will. Laetitia Sauer aus Wadern verteidigte in ihrer Rede die Vorschläge, die ihr Ausschuss für die Stärkung des EU-Jugendengagements erarbeitet hatte. So sammelten die HWG-Schüler beim Planspiel „Modell Europa Parlament“ nach Einschätzung ihrer Schule vielfältige Erfahrungen und lernten, wie der Politikbetrieb funktioniert. Nebenbei lernten sie Jugendliche aus ganz Deutschland kennen.

Die Jugendlichen aus Wadern hatten sich im letzten Schuljahr in einer AG auf die Teilnahme am Projekt vorbereitet. Eigentlich sollte das Planspiel im März in Berlin stattfinden. Eine Woche vor dem Termin kam dann jedoch der bundesweite Corona-Lockdown und das MEP Berlin musste abgesagt werden. Da die Corona-Pandemie immer noch das Leben in Deutschland bestimmt, musste dann auf eine digitale Variante des Projektes umgestiegen werden, sodass die Teilnehmer sich nur online über eine Videokonferenz austauschen konnten. Zwar ging dabei nach Worten des HWG einiges vom Flair der Tagungsstätten in Berlin verloren, aber trotzdem war die Teilnahme am Modell Europa Parlament Deutschland für die Waderner Schüler ein Erlebnis und sie konnten wichtige Erfahrungen sammeln.