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Heimatverein Büschfeld stellt Buch über Auswanderer und Geschichte im 19. Jahrhundert vor

336 Seiten mit vielen Informationen : Neues Buch blickt in die Geschichte Büschfelds

Heimat- und Geschichtsfreunde stellen neue Ausgabe des Heimatbuches vor. Schwerpunkte: Auswanderer, Bergleute und der Ort im 19. Jahrhundert.

Die Auswanderer von Büschfeld sowie die Geschichte des Dorfes im 19. Jahrhundert sind Schwerpunktthemen des neuen Heimatbuches, das die Heimat- und Geschichtsfreunde vom Stadtteil an der Prims dieser Tage vorgestellt haben. Corona-bedingt konnte dies nur in einem kleinen Kreis geschehen, bei dem das Redaktionsteam die ersten Exemplare des insgesamt vierten Heimatbuches an den Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler und die beiden Ortsvorsteher Albert Lang (Büschfeld) sowie Christian Ritz (Bardenbach) übergeben konnte.

Der Vereinsvorsitzende Kurt Braun betonte zur Begrüßung, dass man keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe, dennoch sei mit dem vierten Buch eine interessante Lektüre gelungen, die einen aufschlussreichen Rückblick auf das Dorf und seine Geschichten gebe. Sein Dank galt den weiteren Redaktionsmitgliedern Edda Dittmann, Gaby und Rainer Sänger, die mitgeholfen haben, sei es beim Schreiben oder Korrekturlesen, bei den Bildbearbeitungen oder dem passenden Layout, aber auch bei allen Mitbürgern, die beim Zusammenstellen des Buches mit Bildern und Informationen geholfen haben. Auch wurde dem Redaktionsmitglied Guido Peifer für seine gute Mitarbeit gedankt und innerhalb einer Gedenkminute gedacht, denn er konnte die Vorstellung des neuen Buches durch seinen überraschenden und frühen Tod leider nicht mehr miterleben. „Besonderer Dank gilt Renate Henoch aus Gronig, die uns umfangreiche Unterlagen über die Auswanderer Klein, Pontius und Becker zur Auswertung überlassen hat“, sagte der Vereinsvorsitzende.

Bürgermeister Jochen Kuttler lobte ebenfalls das ehrenamtliche Engagement der Buch-Schreiber. Schließlich wisse er selbst als Verfasser eines Buches, wie viel Zeit und Arbeit dahinter steckt, bis ein Werk fertig ist. Ihn freute es umso mehr, dass sich das Team dem Thema Heimat gewidmet hat. Damit, zumal es niedergeschrieben werde, gehe auch die Erinnerung an die früheren Tage nicht verloren. Auch werden die Beweggründe der Menschen von damals besser verstanden. „Wir dürfen uns wieder auf eine spannende Lektüre freuen“, sagte Ortsvorsteher Albert Lang. Sein Kollege Christian Ritz zeigte sich überrascht, dass auch über sein Ortsteil Biel, der früher zu Büschfeld gehörte, in dem Buch recherchiert worden ist.

Redaktionsteam-Mitglied Rainer Sänger stellte das neue Buch vor. Er schilderte die wirtschaftliche Not, die im 19. Jahrhundert zu einer Massenauswanderung nach Amerika führte, die damals als das gelobte Land galten. So machten sich auch viele Büschfelder mit Kind und Kegel auf nach Amerika, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. „Insgesamt konnten wir mehr als 150 Personen einschließlich Kinder ermitteln, die 1835 bis 1884 von Büschfeld nach Amerika ausgewandert sind“, betonte Sänger. Die Gründe waren meist, der Familie eine bessere Existenz zu geben. Zuweilen gab es auch ein ordentliches Startkapital.

Einige von ihnen wurden in der neuen Heimat zu erfolgreichen Geschäftsleuten. Wie etwa Nikolaus Klein, der in Beloit (Kanada) einen Friseursalon eröffnete und ein Hotel betrieb. Und ein Nachfahre des Büschfelders Peter Scholl gründete 1908 in den USA die weltbekannte Firma Dr. Scholl Fußpflegeprodukte.

Büschfelder Auswanderer haben auch die Geschichte der USA mitgeprägt. So nahm Jakob Spaniol am amerikanischen Bürgerkrieg teil und seine Schwester Maria zog mit Planwagen in den Wilden Westen. Und als der erfolgreiche Business-Man J. B. Ahrns 1935 in Minster (Ohio) seine goldene Hochzeit feierte, stand eine Frau an seiner Seite, die einst als kleines Mädchen namens Anna Pontius von Büschfeld nach Amerika ausgewandert war.

Ein weiterer Themenschwerpunkt des Buches ist die Dorfgeschichte des 19. Jahrhunderts. Die Chronik von Büschfeld wird weitergeführt und durch 24 historische Momentaufnahmen ergänzt, die sich mit besonderen Ereignissen aus der damaligen Zeit beschäftigen. Zum Beispiel ist festgehalten, wie die Büschfelder Gehöferschaft zu einer der größten im Kreis wurde, oder wie es 1848 zu einer revolutionären Umordnung im Dorf kam. Ein Plan des Dorfes von 1830 wird präsentiert, in dem alle damaligen Häuser mit ihrem Besitzer verzeichnet sind. Zwei Momentaufnahmen beschäftigen sich mit der Zeit, als Büschfeld Eisenbahnknotenpunkt wurde und sich das Aussehen des Dorfes um die Jahrhundertwende veränderte.

Auch den Büschfelder Bergleuten sind mehrere Kapitel gewidmet. Es wird geschildert, wie der Bergmannsberuf ins Dorf kam und wie aus den Schlafhäuslern später Berufspendler wurden. „Der Bergmann trägt immer sein Totenhemd“, heißt es in einem Kapitel, in dem das Schicksal der Büschfelder Bergmänner erzählt wird, die „auf der Grube“ ums Leben kamen.

In einem kurzen Exkurs ging Sänger auch auf die Geschichte der Gemeinde Büschfeld ein, die mit ihren vormals vier Ortsteilen früher ein kommunales Kuriosum darstellte. Während Biel seit 1957 zu Bardenbach gehört, sind die Ortsteile Überlosheim 1835 und Vogelsbüsch 1839 entstanden. „Die Geschichte ihrer Entstehung wird im nächsten Heimatbuch behandelt werden. Weitere Themen sind der Manganerzabbau und die Schulgeschichte. Ebenfalls wird es Abhandlungen über die alten Hüttendörfer geben, die es einst in den Wäldern von Büschfeld gab“, blickte Sänger bereits auf das nächste Heimatbuch voraus. Material ist genügend vorhanden.

Das 336 Seiten umfassende Buch kostet zehn Euro und ist bei Elektro Lauck und Salon Martina in Büschfeld sowie in der Bücherhütte in Wadern erhältlich, außerdem bei den Mitgliedern des Redaktionsteams.