Harte Zeiten bei Saargummi

Büschfeld. Im Wirtschaftsausschuss des Saar-Landtages standen am Donnerstag Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung von Saargummi in Büschfeld zu der geplanten Umstrukturierung des Werkes Rede und Antwort. Die Bewertungen im Anschluss an die Ausschuss-Sitzung fallen durchaus unterschiedlich aus

Büschfeld. Im Wirtschaftsausschuss des Saar-Landtages standen am Donnerstag Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung von Saargummi in Büschfeld zu der geplanten Umstrukturierung des Werkes Rede und Antwort. Die Bewertungen im Anschluss an die Ausschuss-Sitzung fallen durchaus unterschiedlich aus. So sehen Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat in einer gemeinsamen Presseerklärung, die vor der Ausschussitzung veröffentlicht wurde, die Zukunft des Standortes positiv: "Die Geschäftsführung der SaarGummi Gruppe mit dem Hauptwerk in Büschfeld hat im Lauf der vergangenen Monate erfolgreich mit Eigentümern und Banken ein Restrukturierungskonzept erarbeitet." Die Umsetzung sei bereits angelaufen, erste Erfolge zeichneten sich ab. Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter verhandeln derzeit, wie weitere notwendige Maßnahmen umzusetzen sind. "Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat sind zuversichtlich, in den Verhandlungen Lösungen zu finden, die das Unternehmen auf eine neue Basis stellen und so die Voraussetzungen zu schaffen, dass SaarGummi auch in Zukunft ein wichtiger Arbeitgeber in der Region bleibt", heißt es weiter. Von einem "neuerlichen Schlag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Saargummi und für die ganze Region" spricht hingegen die SPD-Landtagsabgeordnete Anke Rehlinger aus Nunkirchen. "Die Geschäftsführung von Saargummi hat in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses bestätigt, dass wohl ein weiterer Verlust von 150 Arbeitsplätzen droht und weitere 200 Beschäftigte mit dem Verkauf von Unternehmenssparten den Arbeitgeber wechseln müssen." Dabei bleibe jedoch unklar, zu welchen Bedingungen sie dort weiterarbeiten könnten. Rehlinger weiter: "Ich erwarte, dass das Unternehmen, aber auch die Landesregierung, alles dafür tun, damit der Standort langfristig gesichert wird und weitere Arbeitsplatzverluste verhindert werden". Soweit das Land Hilfe gewähre, sei deutlich zu machen, dass diese an Standort-, Arbeitsplatz- und Lohngarantien gekoppelt sind. "Es kann nicht sein, dass zwar im Ergebnis der Investor - der noch dazu als Heuschrecke und nebenbei als potenter CDU-Spender bekannt ist - nicht aber die Beschäftigten abgesichert werden." Dies trifft aus Sicht von Rehlinger umso mehr zu, als dass neben der Wirtschaftskrise vor allem der Umstand, "dass es sich hier um ein Private-Equity-Projekt handelt, als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens gesehen werden muss". Saargummi sei deshalb dazu gezwungen, dafür zu sorgen, dass die Tilgung des kreditfinanzierten Kaufpreises der Odewald-Gruppe erwirtschaftet wird. Die CDU-Abgeordnete Helma Kuhn-Theis aus Thailen betonte in ihrer Stellungnahme, sie gehe davon aus, dass die Landesregierung zum Saargummi-Standort Büschfeld stehe und alles daran setzen werde, die Arbeitsplätze dort zu erhalten, zum Beispiel durch die Gewährung weiterer Bürgschaften. Sie forderte auch von der Unternehmensführung und den involvierten Banken, alles zu tun, die Arbeitsplätze für die betroffenen Arbeitnehmer zu erhalten. Die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Hochwald könne nur gelingen, "wenn alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen". "Es kann nicht sein, dass der Investor, nicht aber die Beschäftigten abgesichert werden." Anke Rehlinger