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Gymnasiasten des HWG Wadern gründen online ein Schülerparlament

Für mehr Teilhabe : Waderner Gymnasiasten eröffnen Schülerparlament

Die Mitglieder der Schüler-Vertretung am Hochwald Gymnasium Wadern (HWG) haben als erste Gymnasiasten im Kreis ein Schülerparlament eröffnet. Das Gremium ist das dritte an weiterführenden Schulen im Saarland.

Die Eröffnung erfolgte auf der Plattform Online Schule Saarland (OSS) mit nahezu allen Klassensprechern, begleitet von Schulleitung, Lehrern sowie dem Beigeordneten der Stadt Wadern, Manfred Paulus. Auch verfolgten rund 360 Zuschauer die störungsfrei verlaufene Parlamentseröffnung auf dem Youtube-Livestream.

„Das Schülerparlament ist die Neuordnung und Umstrukturierung der Schülervertretung und gewährt nachhaltig demokratische Strukturen und festgelegte Möglichkeiten zur Teilhabe der Schüler“, sagte Schülersprecherin Maya Leidinger. Es online zu eröffnen, zeige, dass Schülermitbestimmung gerade in Zeiten von Corona und des Lockdowns erforderlich und möglich sei. Durch ihre mediale Reichweite wollten die Schüler zugleich als positives Beispiel vorangehen und andere Schülervertretungen ermutigen, den Schritt einer erweiterten Mitbestimmung in der Pandemie ebenfalls zu gehen. Rund 80 Leute zählen zu dem Parlament. Mehrheitlich verabschiedeten die Schüler Satzung und Geschäftsordnung. Ergänzungswahlen standen an, und neun Ausschüsse wurden gebildet, in denen sich einzelne Schüler beteiligen können. Dazu zählen Schüler helfen Schülern; Merchandising; Eventplanung; Hygiene; Sport; Erneuerung; Technik und Digitalisierung; Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Schülerzeitung.

„Durch das Schülerparlament versuchen wir Demokratie zu leben. Zudem wollen wir vor allem durch die Ausschüsse in der inhaltlichen Arbeit weiterkommen und im Team unsere Ideen umsetzen“, umriss Leidinger das Ziel. Die Gründung des Schülerparlaments passt in den Rahmen der politischen Bildungsarbeit am HWG. Das Gymnasium in Wadern vertritt das Saarland seit 18 Jahren beim bundesweiten Projekt-Modell Europa-Parlament. Auch lernen die Schüler, wichtige politische Fragen zu diskutieren und zu Entscheidungen zu kommen.

Seit 15 Jahren nimmt die Schule sehr erfolgreich am Projekt „Jugend debattiert“ teil und vermittelt, wie man sachorientiert politische Fragen diskutiert und von verschiedenen Blickwinkeln her beleuchtet.

„Vor diesem Hintergrund passt das Schülerparlament hervorragend zu unserer Schule“, sagte Erwin Didas, Vertreter der Schulleitung. „Es war gut, dass die Initiative dazu von den Schülern ausging. Sie haben sich von den Schwierigkeiten, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, nicht davon abhalten lassen, das Parlament in digitaler Form, zu eröffnen“, lobte Didas, der Politiklehrer ist, die Gymnasiasten.

Ein Blick in die Geschäftsordnung zeige, dass die Schüler in dem Parlament lernen, ihre Interessen in geordneten Bahnen zu verfolgen und Interessenskonflikte unter Einhaltung wichtiger Spielregeln zu lösen. „Genau das ist es, was Demokratie ausmacht und was die Gegner der Demokratie immer wieder infrage stellen, nämlich die Einhaltung von Spielregeln“, sagte Didas. Er wünsche viel Erfolg bei dem Projekt und bot eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Schulleitung bei der Umsetzung von Beschlüssen an, wo diese möglich sei.

Beigeordneter Manfred Paulus wies auf die hohe Resonanz hin, die die Parlamentseröffnung erhielt. Dies zeige nach seinen Worten, dass viel Interesse für das Gremium bestehe. Er wünschte den Schülern gute Ideen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und einen langen Atem. Auch die Stadtverwaltung plane, künftig Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse wegen Corona online abzuhalten. „Das habt ihr hervorragend hingekriegt“, lobte er. Auch Schülersprecherin Leidinger zog ein positives Fazit „Wir sind zufrieden mit der digitalen Eröffnung, weil alles einwandfrei funktioniert hat und zahlreiche Klassensprecher anwesend waren. Danke an Lehrer Rainer Vogel, der sich um den Raum bei OSS gekümmert und uns im Vorfeld bei allen Fragen bestens unterstützt hat.“