1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Grüne in Merzig-Wadern wollen großes Wildnisgebiet im Naturpark-Saar-Hunsrück ausweisen

Vorschlag der Grünen : Grüne wollen Wildnisgebiet im Landkreis Merzig-Wadern

Eine Fläche von 1000 Hektar im Bereich des Naturparks Saar-Hunsrück soll ganz dem Thema Waldschutz gewidmet werden.

Anlässlich des internationalen Tags des Artenschutzes am Mittwoch haben die Grünen im Kreis Merzig-Wadern sich dafür ausgesprochen, ein großflächiges Wildnisgebiet auszuweisen – und zwar im Teil des Naturparks Saar-Hunsrück, das zum Kreis Merzig-Wadern gehört. In einer Pressemitteilung verweist der Grünen-Kreisverband darauf, „dass dass Deutschland immer noch zu wenige Wildnisgebiete aufweist und damit von dem vor zehn Jahren beschlossenen europaweiten Zwei-Prozent-Ziel der Landesfläche weit entfernt ist“.

Ute Lessel und Klaus Borger, Sprecherin und Sprecher des Kreisverbandes, regen an, ein großes Waldschutzgebiet mit einer möglichst zusammenhängenden Fläche von mindestens 1000 Hektar im öffentlichen Wald (im Besitz des Landes beziehungsweise der Kommunen) des Nordsaarlandes auszuweisen. Zudem müsse nach Überzeugung der Grünen unter Einbeziehung der waldbesitzenden Kommunen im Landkreis ein Wildnisaktionsplan erarbeitet werden, um ein kreisweites Verbundsystem auch kleinerer Schutzgebiete – vorhandener oder neuer – zu ermöglichen.

„Trotz guter Ansätze ist das Saarland noch meilenweit vom vereinbarten europaweiten Ziel entfernt, zumindest zwei Prozent seiner Landesfläche als Wildnisgebiete, etwa als Waldschutzgebiet nach dem Landeswaldgesetz, auszuweisen“, sagt Ute Lessel. „Gerade einmal die Hälfte davon ist derzeit erreicht“, kritisiert sie in der Mitteilung die aktuelle Situation. Die Verantwortung dafür auf die Bundesregierung oder andere Bundesländer abzuschieben greife dabei zu kurz. Dazu erklärt der Kreisvorsitzende der Partei und Sprecher für Umwelt-, Naturschutz und ökologische Landnutzung der Saar-Grünen, Klaus Borger: „Alle Regierungen, ob schwarz, bunt oder grün, haben hier leider ihre Hausaufgaben nicht gemacht, das muss sich schnellstens ändern.“ Vor diesem Hintergrund empfindet Borger den „Jubel von Forstminister Jost“ irritierend, wie er erklärt – „da die großen Schutzgebiete, wie der Urwald vor den Toren der Stadt oder das Biosphärenreservat Bliesgau, auf den ehemaligen NABU-Landesvorsitzenden und späteren Umweltminister Mörsdorf zurückgehen und die Entscheidung für die Beteiligung des Saarlandes am grenzüberschreitenden Nationalpark Hunsrück-Hochwald eine der letzten Entscheidungen der Jamaika-Regierung war“.

Nach zehn Jahren habe das Saarland die Vorgabe der EU gerade einmal zu 50 Prozent erfüllt – das ist aus Sicht der Grünen-Vertreter kein  Grund zu jubeln. Lessel und Borger fordern die Landesregierung nachdrücklich auf, mehr Wildnisgebiete auszuweisen. „Wir brauchen jetzt konkrete Taten für mehr Wildnis“, sagt Borger, und weiter: „In einem ersten Schritt könnte noch in diesem Jahr im Nordsaarland ein großes Waldschutzgebiet von rund 1000 Hektar als Pilotprojekt für Walderleben und Biodiversität ausgewiesen werden.“ Besser sei es – gerade jetzt – wo der Wald so krank ist wie nie zuvor, diesen zu schützen und der Natur und der sanften Erholung zu widmen, als unter teilweise massiven Bewirtschaftungsmethoden diesen zusätzlich zu schädigen, um Defizite zu „erwirtschaften“, wie der Grünen-Kreischef findet.

Eine sehr gute Gebietskulisse wären aus Sicht von Borger und Lessel Bereiche der öffentlichen Wälder zwischen Wadrill und Orscholz im Bereich des Naturparks Saar-Hunsrück. Dies böte nach ihrem Dafürhalten auch die Chance, ein solches Wildnisgebiet mit guten laufenden Projektideen zu verknüpfen, wie die Ausweisung eines Kur- und Heilwaldes in der Gemeinde Weiskirchen. Borger sagt abschließend: „Wir hoffen hier auf eine aktive Unterstützung durch den Landkreis Merzig-Wadern, denn Wildnisgebiete sind nicht nur Natur pur, sondern auch Motoren der Regionalentwicklung. Das zeigen zum Beispiel der Urwald bei Saarbrücken, viele Nationalparke oder auch der Sihlwald bei Zürich.“