Geschichte: Grabungen in der Wadriller Vergangenheit

Geschichte : Grabungen in der Wadriller Vergangenheit

Geschichtswerkstatt „Errwald“ stellt am kommenden Sonntag die Bilanz ihres einjährigen Bestehens in der Wadrilltalhalle vor.

Die Geschichtswerkstatt „Errwald“ möchte am kommenden Sonntag, 22. Oktober, um 17 Uhr im Foyer der Wadrilltalhalle ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit eine erste Bilanz zu ihrem einjährigen Bestehen präsentieren. Der Verein hat sich in den vergangenen zwölf Monaten viel mit der Wadriller Vergangenheit beschäftigt und Einiges aus dem Dunkel der Vergangenheit ins Licht der Gegenwart geholt.

In drei Interviews berichteten vier Bürger der Orte Wadrill, Gehweiler und Reidelbach über ihre Kindheit und Jugend sowie das frühe Erwachsenenalter. Maria Latz erzählte über die strengen Lehrer in ihrer Schulzeit, Ernst Simon, wie er mit viel Glück den Krieg überlebte.

An Geschichten über das „Freien“ in einem katholischen Elternhaus in Reidelbach errinnerte sich Maria Marx, während Josef Görgen über die Zeit an der Dorfschule und am Gymnasium erzählte. Die Gespräche der Zeitzeugen werden in einem Video zu sehen sein.

Einen Vortrag über ungewöhnliche Themen und Entscheidungen aus alten Gemeinderatsprotokolle hält Vereinsmitglied Horst Kuhn. Diese Dokumente hat er mit viel Aufwand von Sütterlin in Druckschrift transkribiert. Unter anderem berichtet er auch über einen Streit um die Besetzung einer Hebammenstelle.

Als weiterer Programmpunkt sollen an diesem Tag auch nächste Projekte vorgestellt werden, wie beispielsweise eine Broschüre. Diese soll wichtige historische Fakten, aber auch Amüsantes und Merkwürdiges aus den drei Dörfern leicht verständlich präsentieren. Bezüglich der auf „Addail“ vermuteten keltischen Grabhügel soll es eine Diskussion über das weitere Vorgehen geben, wobei eine erste Begehung mit Archäologen bereits stattgefunden hat. Bekannt sind die frühkeltischen Grübhügelgruppen „Standermich“ und „Rehkopf“ von Oberlöstern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie aus dem fünften und vierten Jahrhundert vor Christus stammen.

In der Mitgliederversammlung soll außerdem die Bezeichnung „Errwald“ von Jörg Lorig erklärt werden. Ein Überblick über die Aktivtäten des vergangenen Jahres gibt der erste Vorsitzende Michael Stroh. Vorgeschlagen wird auch eine Namensänderung des Vereins, um sich den politischen Gegebenheiten anzupassen.

Maria Marx , Josef und Marianne Görgen beim Zeitzeugeninterview in Reidelbach zusammen mit Manfred Paulus und Albert Räsch. Foto: Geschichtswerkstatt Verein
Mitglieder des Vorstandes mit der Archäologin Dr. Salomé Galla-Feld bei der ersten Orientierung über die Lage der keltischen Grabhügel auf Addail. Foto: Geschichtswerkstatt Verein

2019 sollen die Kulturgemeinschaften Wadrill, Gehweiler und Reidelbach zu dem Stadtteil „Wadrilltal“ zusammengeführt werden. Passend dazu stellt Albert Räsch einen historischen Kalender der drei Orte vor. Darin zu sehen sind bisher unveröffentlichte Fotos von Straßenszenen zwischen 1930 und 1950. Beigefügte Kommentare erläutern den zeitgeschichtlichen Hintergrund und aktuelle Aufnahmen aus der Perspektive der damaligen Fotografen. Der Wandkalender wird für 7,50 Euro zu erwerben sein. Der Besuch und die Mitarbeit im Verein stehen jedem Interessierten offen, teilen die Vereinsmitglieder mit.

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