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Wadern
Ein komplexes Verhandlungspaket

Ob und wo im Saarland die Gelbe Tonne eingeführt wird, ist derzeit noch völlig offen.
Ob und wo im Saarland die Gelbe Tonne eingeführt wird, ist derzeit noch völlig offen. FOTO: dpa / Peter Endig
Wadern. Nicht nur Gelbe Tonne und Gelber Sack: Der Entsorgungsverband Saar (EVS) wehrt sich gegen CDU-Aussage, dass die Tonne flächendeckend komme. Von Christian Beckinger

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat sich gegen Aussagen des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Waderner Stadtrat, Wolfgang Maring, im Zusammenhang mit der Forderung der CDU nach Einführung einer Gelben Tonne in der Hochwaldstadt vehement zur Wehr gesetzt. „Im SZ-Bericht ‚Waderner CDU fordert die Gelbe Tonne’ (Ausgabe vom 26. Oktober, Seite C2) wird der CDU-Fraktionsvorsitzende im Waderner Stadtrat, Wolfgang Maring, dahingehend zitiert, dass der EVS plane, in der nächsten Sitzung der Verbandsversammlung eine flächendeckende Entscheidung pro Gelbe Tonne herbei zu führen. Das ist schlichtweg falsch“, betont Marianne Lehmann, Sprecherin des Entsorgungsverbandes.


Lehmann stellt klar: „Der EVS hat sich konsequent in der letzten Sitzung der Verbandsversammlung und nochmals sehr ausführlich in den beiden dieser Tage veranstalteten EVS-Regional-Foren für die saarländischen Ratsmitglieder dahingehend geäußert, dass es in den anstehenden Abstimmungsverhandlungen, die von Seiten des EVS mit den zehn Systembetreibern des Dualen Systems zu führen sind, um weit mehr geht als um die einfache Frage Gelber Sack oder Gelbe Tonne?“ Es handele sich vielmehr um ein komplexes Verhandlungspaket, zum Beispiel über technische und finanzielle Detailfragen auch zur Papier- und Glaseinsammlung, zu den Abfuhr-Rhythmen und so weiter.

„Was hier am Ende als Ergebnis herauskommt, ist aktuell absolut offen. Versuche einer Vorfestlegung auf Gelbe Tonne oder Gelben Sack sind für die anstehenden Verhandlungen kontraproduktiv“, unterstreicht Lehmann. Der EVS ist nach den Worten der Verbandssprecherin nicht auf die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack abonniert. „Er wird vielmehr versuchen, in allen Verhandlungsaspekten für die Saarländer das bestmögliche und insbesondere ein nachvollziehbares Ergebnis zu erzielen“, sagt Lehmann.



Sie weist darauf hin, dass jene Kommunen, die im Saarland die Abfallabfuhr selber organisieren, in dieser Frage eigenständig mit den Systembetreibern verhandeln – wie etwa die Stadt Merzig oder die Gemeinde Mettlach. Lehmann weiter: „Ob dabei ‚Insellösungen’ auf Seiten der Systembetreiber auf Akzeptanz stoßen, bleibt abzuwarten.“