Garten- und Naturfreunde Büschfeld feiern am Sonntag 90-jähriges Bestehen

Büschfeld : Garten- und Naturfreunde feiern Jubiläum

Viel Programm bieten die Büschfelder bei ihrem Fest. Der Verein, zur Förderung des Obst- und Gartenbaus gegründet, besteht seit 90 Jahren.

„Grund zum Feiern haben wir Garten- und Naturfreunde Büschfeld“, sagt die erste Vorsitzende Barbara Braun stolz. Ihr Verein besteht seit 90 Jahren, und dieser runde Geburtstag wird an diesem Sonntag im Rahmen des jährlichen Erntedankfestes in der Schlossberghalle gefeiert.

Der Verein zur Förderung des Obst- und Gartenbaus wurde 1929 von dem Büschfelder Lehrer Peter Pantenburg ins Leben gerufen. Damals herrschte Not im Dorf, denn die wirtschaftliche Situation hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg gravierend verschlechtert. Büschfeld war durch den Versailler Vertrag zum Zollgrenzbezirk im Restkreis Merzig-Wadern geworden. Die Absatzmärkte zum benachbarten Saargebiet waren weggebrochen. Viele Bergleute waren arbeitslos, weil sie als Reichsdeutsche von den französischen Grubeneigentümern „abgelegt“ wurden.

In dieser Notsituation fand der neue Verein mit seinen praktischen Hilfen zur Selbstversorgung viel Resonanz in der Bevölkerung. Aus seinen anfänglich 44 Mitgliedern waren 1940 schon 97 geworden. Mit einer kleinen Namensänderung, der Verein hieß ab 1936 nur noch Gartenbauverein, sollte er als einziger Büschfelder Verein sogar die gleichschaltung aller Vereine in der Nazizeit unbeschadet überstehen.

Nach dem Tod von Peter Pantenburg ging der Vereinsvorsitz 1942 an seinen Lehrerkollegen Michael Kelter weiter. In der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit reduzierte sich die Vereinstätigkeit jedoch auf ein Minimum, da die Menschen nun andere Sorgen hatten. Im Krieg bangte man um die Väter und Söhne an der Front und war zuhause Luftangriffen ausgesetzt. In der Nachkriegszeit herrschte Mangelwirtschaft. Es ging erst wieder aufwärts, als 1947 die französische Währung eingeführt wurde. Damals wurde im Gebäude des Gerätewartes Nikolaus Schmitt eine vereinseigene Mosterei betrieben, in alle Dorfbewohner ihr Obst verarbeiten ließen.

Nach dem Wegzug von Lehrer Kelter im Herbst 1958 wurde sein ehemaliger Schüler Ewald Kuhn zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er sollte den Verein 54 Jahre lang führen und sein herkömmliches Aufgabengebiet um die Bereiche Naturschutz, Dorfverschönerung und Heimat- und Landschaftspflege erweitern. Neue Wanderwege wurden angelegt, das Dorf mit Blumenschmuck versehen und überall Bäume und Sträucher gepflanzt.

1989 konnte man im Beisein des damaligen Umweltministers Jo Leinen den 1000sten Baum pflanzen. Mittlerweile sind es 1500 – unterschiedlicher Arten. Der Tag des Baumes ist zur Tradition im Dorf geworden. Es war auch ein Verdienst der rühriger Garten- und Naturfreunde, als Büschfeld 1989 beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ den dritten Platz im Kreis belegte. Garten- und Naturfreunde, so nannte sich der Verein ab 1975, um seinem Naturschutzprogramm besser gerecht zu werden. 1986 wurde Ewald Kuhn auch zum Naturschutzbeauftragten der Stadt Wadern bestellt.

Unter seiner Regie kam der Verein sogar in Bewegung. 1972 wurde eine Wandergruppe gegründet und 1982 das Radwandern entdeckt. Schon 1989 konnten die Mitglieder die 500. Wanderung und die 200. Radtour registrieren. Und wer mit dem Verein noch weiter in die Welt hinaus wollte, konnte sich den 40 mehrtägigen Vereinsfahrten anschließen.

Seit 1986 sind die Garten- und Naturfreunde auch karitativ tätig. „Die Erlöse des jährlich ausgerichteten Erntedankfestes gehen an soziale Projekte. Bisher konnten wir schon mehr als 23 000 Euro spenden“, teilte die Vorsitzende stolz mit.

Im Dezember 2012 gab Ewald Kuhn, mit 89 Jahren ältester Bürger von Büschfeld, sein Amt an Barbara Braun weiter, die bis heute Vorsitzende des Vereins ist. Mit ihr fand nicht nur ein Generationenwechsel statt, sondern ab jetzt gaben auch die Frauen den Ton im Vorstand an. Ein Novum in der Vereinsgeschichte. „Heute zählt der Verein 130 Mitglieder und es ist erfreulich, dass sich immer mehr junge Leute für unsere Vereinsbelange interessieren“, sagt die Vorsitzende Barbara Braun äußerst zufrieden. Der runde Geburtstag kann nach ihren Worten jetzt ohne große Sorgen gebührend gefeiert werden – auch unter dem Aspekt, dass der Verein das nächste große Jubiläum ebenfalls noch erreichen soll.