Für Gerechtigkeit und gegen Korruption

Für Gerechtigkeit und gegen Korruption

Zentrales Thema der Fastenaktion von Misereor ist diesmal Burkina Faso. Afrikaner stellte am HWG Wadern seine Heimat vor.

Unter dem Leitwort "Die Welt ist voller guter Ideen. Lass sie wachsen" rückt die Misereor-Fastenaktion 2017 Menschen in den Mittelpunkt, die in Burkina Faso, am Rande der Sahel-Zone, ideenreich und mit neuen Methoden höhere Einkommen erwirtschaften und damit die Ernährung und Versorgung für sich und ihre Familien sicherstellen. Es soll damit eine positive Sichtweise auf das afrikanische Land erzeugt werden. Burkina Faso heißt so viel wie, Land der aufrechten Menschen, für Gerechtigkeit und gegen Korruption einsetzen. Im Dom zu Trier wurde am ersten Fastensonntag die Misereor-Fastenaktion mit einem Gottesdienst, an dem auch Gäste aus dem diesjährigen Partnerland Burkina Faso teilnahmen, durch Bischof Stephan Ackermann feierlich eröffnet. Tradition ist es, dass während der Fastenaktion Gäste aus dem Partnerland anschließend in Deutschland weilen, um aus ihrer Heimat zu berichten.

Dieser Tage weilte Djeni Lekoun am Hochwaldgymnasium in Wadern, das auch eine Schulpartnerschaft mit Burkina Faso unterhält. Der afrikanische Gast ist Protestant, verheiratet und hat drei Kinder, berichtete von den Problemen seiner Mitmenschen und ihrer täglichen Arbeit. Er entstammt einer Kleinbauernfamilie und kennt daher die Bedürfnisse von Kindsbeinen an, was ihn veranlasste, Agrarwissenschaften in der ehemaligen Sowjetunion zu studieren. Lekoun arbeitet beim Diobass-Projket, einem Partner von Misereor, mit und ist im Pflanzenschutz für die afrikanischen Bauern tätig. Vor allem haben die Menschen dort mit zwei Perioden zu kämpfen, der Trockenzeit von Oktober bis März und der Regenzeit in den restlichen Monaten.

Daraus ergeben sich unwirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft und vor allem für die Kleinbauern, aus deren Leben der afrikanische Besucher viele Eindrücke in Wort und Bild anschaulich vermittelte. Er klärte über Ideen der Menschen im afrikanischen Land auf, die stets unter dem Aspekt der Hilfe zur Selbsthilfe stehen.

Zum Beispiel zeigte Djeni Lekoun, wie aus bestimmten Baumrinden Mittel für Wachstum und Düngung hergestellt werden, denn Unkraut verhindert gutes Wachstum. Oder Salbe, um Krankheiten an Tieren zu heilen. Landwirtschaftliche Anbaumethoden, länger haltbare Lagermöglichkeiten ihrer Lebensmittel, denn Silos oder Kühlkammern gibt es nicht. Das Ausbrüten von Eiern mit wärmenden Gräsern oder Blättern, da es keine Brutkästen gibt, ließ die Schülerinnen und Schüler schon etwas erstaunen, die zudem ihren Gast mit etlichen Fragen über Land und Leute löcherten. "Die Bauern haben lieber Staub an den Füßen als am Hintern", betonte Lekoun die Willigkeit seiner Landsleute, Ideen zu entwickeln und sich auch ständig untereinander auszutauschen. Und wenn er dann die Früchte ihrer Arbeit sieht, ist das für ihn eine große Freude.

Zum Thema:

Hilfswerk Misereor Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor ist das weltweit größte kirchliche Entwicklungshilfswerk. Es wurde 1958 von den deutschen katholischen Bischöfen auf Vorschlag des damaligen Kölner Kardinals Josef Frings als Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt gegründet. Der Name bezieht sich auf das im Markus-Evangelium überlieferte Jesuswort "Misereor super turbam" (Ich erbarme mich des Volkes). Sitz des Hilfswerks ist Aachen. Zusammen mit Partnern in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika will Misereor Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Das Werk prangert Ursachen von Armut und Unterentwicklung an und will in Deutschland das Bewusstsein für Not und Ungerechtigkeit in den Entwicklungsländern schärfen. Seit seiner Gründung brachte Misereor nach eigenen Angaben mehr als sieben Milliarden Euro für über 106 000 Projekte auf. www.misereor.de