| 20:32 Uhr

Kappensitzung
Fratzenmacher lassen die Halle beben

Die kleine Schautanzgruppe begeisterte bei ihrer Reise in den Orient mit tänzerischem Glanz.
Die kleine Schautanzgruppe begeisterte bei ihrer Reise in den Orient mit tänzerischem Glanz. FOTO: Erich Brücker
Wadrill. Bei der Wadriller Fastnacht wurde mit schmissigen Büttenreden und mitreißenden Tänzen gefeiert. Dafür gab's Raketen und viel Beifall.

Die voll besetzte Wadriller Wadrilltal-Narrhalla hat unter dem Motto „Wadriller Faasend mit Herz“ die Gala-Kappensitzung gut überstanden, wenn gleich sie in ihren Grundmauern ordentlich erschüttert wurde. Mit einem tollen närrischen Unterhaltungsspektakel haben die Fratzenmacher mit Elferratspräsident Christian Festus Lauer an der Spitze ein Feuerwerk der guten Laune gezündet, bei dem kaum ein Auge beim bunt kostümierten Narrenvolk trocken blieb.



Und die Mischung stimmte mal wieder bei den Wadriller Gecken. Weit über 100 Akteure ließen mit tollen Kostümen und Showtänzen, spitzzüngigen Büttenreden sowie pointenreichen Gesangseinlagen und Schunklern ein fünfstündiges Nonstop-Programm in einem glanzvollen Finale gipfeln. „Die Fratzenmacher grüßen heute ihre Gäste, zu unserem fröhlichen Feste. Lasst es euch gut gehen, vergesst den Alltag ganz, und badet in der Menge mit Musik und Tanz“, begrüßte der Elferratspräsident das Narrenvolk.

Über all dem närrischen Spektakel thronten die königlichen Regenten Prinzessin Simone I. und Prinz Bernd II., im richtigen Leben das Ehepaar Paulus, aus der Hohlen Gasse, unterstützt vom Kinderprinzenpaar Prinzessin Emma I. Paulus und Prinz Theo I. Brücker. Der Thronadel appellierte an seine Untertanen. „Feiert ausgelassen, ohne Eitelkeiten, geht gut miteinander um, nicht streiten, dann haben wir ohne Scherz, eine Faasend mit Herz“.

Ihnen entbot Tanzmariechen Emmy Konz die Ehre mit einem sportlich akrobatischen Gardetanz. Viel Charme, Grazie und meisterhaftes Können prägten auch die weiteren Tänze. Die junge Showtanzgruppe nahm das Publikum mit auf eine Reise durch den Orient, derweil das Männerballett zu vorgerückter Stunde sich auf ins Wunderland machte. Magie und Zauber in tollen Kostümen versprühte die große Schautanzgruppe.

Eisbrecher waren Nicole und Yannik, die Jüngsten im Kreise der Büttenredner. Sie machten in der Rolle von Praktikanten eine gute Figur, plauderten über ihre guten und schlechten Erfahrungen bei ihren Einsatzstellen. Bernd, der Warentester, war viel unterwegs, berichtete von seiner Arbeit. So hilft ein Frauen-Sport-BH auch beim Männerbauch. Und die Männertauglichkeit im Hausgebrauch gibt es nicht, so sein Testergebnis. Sein Zebrastreifentest ließ ihn auf der Intensivstation landen, womit die Testerei ihr Ende fand.

„Im nächsten Leben werde ich ein Mann“, hatte die Dame von Welt festgestellt. Wo und wie es nur ging, hatte sie an der Männerwelt etwas auszusetzen, um letztendlich festzustellen, dass sie durchaus froh sei, dennoch eine Frau zu sein, denn Frauen sind in Wirklichkeit das starke Geschlecht, schön und schlau. „Es gibt nichts schöneres, eine Frau zu sein“, so ihr fachmännisches Urteil.

„Wadrill wird nicht nur Wadrilltal, sondern noch viel größer“, blickte das Waderola Duett in die Zukunft. Vornehmlich wird man sich im Osten  – die Wadriller Fußballer vereinnahmen die Sitzerather schon bald – Norden und Westen ausbreiten. Mit Hermeskeil habe man dann ein eigenes Krankenhaus, mit Weiskirchen werde man zum Kurort. „Nur Wadern wollen wir nicht“, so das Fazit.

Wordakrobat mit feinster Reimkunst ist Edi Koch. Schon rund 40 Jahre steht er in der Bütt. „Man muss sich nur zu helfen wissen“, gab er einige Anekdoten und Ungereimtheiten aus Wadern und der Region zum Besten. Murat, vor einigen Jahren schon mal in der Wadriller Bütt, kam nach Verbüßen einer zweijährigen Haftstrafe wegen Beleidung seines Staatsoberhauptes zurück. Politik, Religion und Deutsche Mitbürger nahm er gekonnt auf die Schippe. Seine Erlebnisse in und aus allen Ecken der Erde gab der Weltenbummler präzise preis.

Die Pilskäpp, mit geilen Texten und Liedern wie immer stets die besten Letzten im Reigen der Darbietungen, blickten humorvoll auf die große und kleine Politik. Bundestagswahl, Jamaika, Groko, Schulz und AKK, sowie Erdogan und Trump, aber auch andere Genossen wurden mit Narrenpfeilen beschossen und bekamen ihr Fett ab. Ein Blick ins Dorfgeschehen rundete ihren Vortrag ab.

Die kleine Schautanzgruppe begeisterte bei ihrer Reise in den Orient mit tänzerischem Glanz. Foto: Erich Brücker
Die kleine Schautanzgruppe begeisterte bei ihrer Reise in den Orient mit tänzerischem Glanz. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
Das Waderola Duett glänzte bei seinem Blick in die Zukunft. Wadrill wird größer und größer, aber Wadern will man nicht haben. Foto: Erich Brücker
Das Waderola Duett glänzte bei seinem Blick in die Zukunft. Wadrill wird größer und größer, aber Wadern will man nicht haben. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
(eb)