Es ging auch ums römische Essen Wie Soldaten mit Sandalen ein Weltreich eroberten

Wadern · „Das alte Rom“ lautete das Thema der Forschertage am Hochwald-Gymnasium mit Viert- und Fünftklässler.

Intensiv befassten sich die  Forscher vom HWG mit den Römern.

Intensiv befassten sich die Forscher vom HWG mit den Römern.

Foto: Edwin Didas

Wie erobert man ein Weltreich? Diese Frage haben sich Viert- und Fünftklässler gestellt, die am Hochwald-Gymnasium Wadern am Projekt „Forschertage“ teilgenommen haben. Wenn man das Thema kennt, ist die Frage auch naheliegend: An acht Projekttagen beschäftigten sich die jungen Forscher mit dem Thema „Das alte Rom“. Überraschend war sicherlich die Antwort, die die Teilnehmer bei der Projektpräsentation ihren Eltern vorstellten: Die Sandalen der römischen Soldaten waren ein zentraler Aspekt bei den Eroberungen der Römer. Noel und Anton erläuterten den erstaunten Zuhörern dazu die Hintergründe: Die Sandalen waren so hergestellt, dass sie sich extrem gut an den Fuß angepasst haben. Unter der Sohle befanden sich Nägel, die dafür sorgten, dass sich die Sohlen nicht schnell abnutzten, so dass die Soldaten mit diesem Schuhwerk problemlos relativ lange Strecken zurücklegen konnten. Die Legionäre bekamen vom römischen Staat als Teil des Soldes sogar „Nagelgeld“, so dass sie bei Abnutzung die Nägel unter den Sandalen erneuern konnten. Weitere wichtige Gegenstände der Legionärsausrüstung waren der Wurfspeer und das Pfeilgeschütz.

Die Forschertage sind ein Gemeinschaftsprojekt des Hochwald-Gymnasiums und der umliegenden Grundschulen. Ziel ist es, besonders begabte und motivierte Kinder zu fördern. Dafür werden sie an acht Tagen vom normalen Unterricht freigestellt und beschäftigen sich dann mit einem Projektthema. Bei der Abschlusspräsentation zeigte sich, mit welcher Begeisterung die jungen Forscher ans Werk gingen. Auch wurde deutlich, wie viele Facetten des Themas bearbeitet worden waren und mit wie unterschiedlichen Methoden dies geschah.

Zu vier Aspekten bekamen die Eltern Filme vorgeführt, die die Schüler mit einer App an IPads produziert hatten. Eine Gruppe stellte im Film das Leben des berühmtesten römischen Feldherren Julius Cäsar dar, eine andere erläuterte die Bedeutung des Kolosseums als römisches Amphitheater. Gegenstand eines weiteren Films war der Limes als Grenze zwischen dem römischen und germanischen Reich. Außerdem wurde der Aufbau eines Kastells im Film präsentiert. Weitere Themen waren die Gründungsgeschichte Roms, die Ausdehnung des römischen Weltreiches und der römische Kalender, auf dem bis heute unser Kalender beruht. Auch mit dem Alltag der alten Römer beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler. So informierten sie über die Kleidung der Römer, ihre Essgewohnheiten, ihre Häuser und ihre technischen Erfindungen. Zum Beispiel wurde der Aufbau einer römischen Fußbodenheizung, des sogenannten Hypokaustums, erläutert.

Beim Essen ging es nicht nur um die Theorie. Es konnten auch praktische Erfahrungen gesammelt werden, als die Teilnehmer in der Mensa des HWG römisches Fladenbrot nach einem alten Rezept backten. Das Urteil: Die Römer wussten, wie man gutes Essen zubereitet.

Alle Ergebnisse der Forschertage wurden in Projektmappen gesammelt. Der Funke der Begeisterung sprang bei der Präsentation auch auf die Eltern über. Die betreuenden Lehrer, Dr. Heike Uhlmann-Schiffler, Edwin Didas, Christina Sauer und Katrin Apotekar, machten auch deutlich, dass die Arbeit mit den Jungforschern ihnen großen Spaß gemacht hatte und dass die Tage sehr produktiv waren. Am Ende erhielten alle noch eine Teilnehmerurkunde.