| 20:29 Uhr

Abend
Feste Größen auf den Bühnenbrettern der Narretei

Das Männerballett zeigte Grimm’s Märchen vom Schneewittchen und den vielen Zwergen. Foto: Erich Brücker
Das Männerballett zeigte Grimm’s Märchen vom Schneewittchen und den vielen Zwergen. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
Lockweiler-Krettnich. Das närrische Volk in Lockweiler-Krettnich hatte sich zum karnevalistischen Abend bei den katholischen Frauen getroffen.

Einmal mehr setzten die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft beim karnevalistischen Abend der Vereinsgemeinschaft des Doppel-Stadtteils in der alten Mehrzweck-Narrhalla mit ihren knalligen und humorigen Darbietungen tolle Akzente. Am Weiber-Donnerstag, einem Tag zuvor, hatten sie beim Frauenfrühstück im Dorfgemeinschaftshaus in Krettnich rund 270 Gäste bewirtet. Ohne diese Frauen, die seit ewigen Zeiten feste Größen auf den Bühnenbrettern der Narretei innerhalb der beiden Orte sind, wäre die Stimmung beim Narrenvolk sicherlich nur halb so gut.



Diesmal glänzten sie gleich zweimal mit Gesangsformationen. Ihr Titel: „Wenn ich nicht auf der Bühne wäre“. Polizist, Sportler, Maler, Schreiner, Waschfrau, Ballerina, Boxer und Klosterfrau boten eine durchaus ulkige Vorstellung. Bei Sister Act wirbelten die acht Nonnen über die Bühne– ähnlich wie Whoppy Goldberg. Einen Platz im Himmel haben sie sich damit ebenso verdient wie eine vierstufige Rakete des Narrenvolkes.

Dann hatten Andrea Schuh und Christiane Becker  als Ehepaar ihren besonderen Auftritt. Er, etwas kränklich war beim Arzt, hatte ein Rezept für sein Leiden bekommen, in der Apotheke das verschriebene Medikament. Doch das Paar wusste nicht, wie die Arznei eingenommen werden sollte. Schließlich schnitt sie schnitt das Zäpfchen in kleine Stücke, belegte das Brot damit, und runter ging es: Es sollte doch eingeführt werden.

In den weiteren Büttenreden wurde viel Klamauk geboten. „Rentner sein ist für die Katz“, von wegen nie mehr gestresst, der Rentner Juppi sehnte sich mit viel Wehmut sein Arbeitsleben wieder herbei, das war die schöne Zeit seines Lebens gewesen.

Auch die marode Mehrzweckhalle war wieder ein Thema. Zwei Bauarbeiter sollten schon mal den Abriss vorbereiten. Aber davon war nichts zu sehen. Sie erinnerten sich der guten alten Zeit, als in der Halle, erbaut 1972, noch wahnsinnige Veranstaltungen waren: Kappensitzung, Turnerball, Vereinsjubiläen, Grün-Weiße Nacht, Preismaskenball oder imposante Theatervorstellungen, alle mit ganz vielen Leuten als Publikum. „Waren das schöne Zeiten, in der Sektbar und an der Theke“, hatte der Pitter festgestellt. Und getrunken wurde damals. „Ersten Abrechnungen zufolge waren es 65 Hektoliter Bier im Jahr, hochgerechnet auf 45 Jahre, sind das 2925 Hektoliter, also fast drei Millionen Liter Bier“, hatte Hannes schnell hochgerechnet. Doch der Abriss wird nicht kommen, die Sanierung der Halle steht an, wie der Ortsvorsteher Josef Serwe als Bütten-Rentner und Ersatzmoderator versicherte.

Beginn ist im April, so dass im nächsten Jahr erstmals wieder in der „neuen Mehrzweckhalle“ Faasend gefeiert werden kann. Dass dies so sein könnte, fragte Moderator Volker Fuchs Bürgermeister Jochen Kuttler. „Ich bin guten Mutes“, so die Antwort des Verwaltungschefs.

Beim weiteren närrischen Unterhaltungsprogramm, zu dem das Fombach-Duo Carmen und Sepp den musikalischen Part übernommen hatte, ließen die Darbietungen wenig zum Meckern zu. Applaus und Raketen war den weiteren Akteuren gewiss. Der Barde Markus, der das Dorfgeschehen parodierte, gab diesmal einen Karnevalsschlager mit insgesamt 26 Faasendliedern in drei Minuten zum Besten.

Dazu hatte er die Funky-Kids aus dem Funkenbruch zum lustigen Liedersingen mitgebracht. Zwei Pärchen boten eindrucksvoll dar, wie das Eheleben in Wunsch und Realität aussieht. Mancher Zeitgenosse im Publikum mag sich durchaus nickend wieder erkannt haben. Tanzmariechen Emmy Konz wirbelte  über die Bühne und die Stadtgarde der KG Wadern. Die Showtanzgruppe des Turnvereins zeigte einen Tanz für Träumer, die Aerobic-Gruppe mit ihren Steppern. Das Männerballett hatte sich Schneewittchen mit Schwiegermutter und zehn Zwergen zum Thema erkoren, womit gleichzeitig ins große Finale mit allen Akteuren übergegangen wurde. Und im nächsten Jahr wird es in der neuen  „Alt-Hall“ weitergehen.

Träumereien gab die Showtanzgruppe des Turnvereins zum Besten.
Träumereien gab die Showtanzgruppe des Turnvereins zum Besten. FOTO: Erich Brücker
(eb)