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Ostergarten
„Es geht um viel mehr als Ostereier suchen“

Diese und weitere Haupt- und Ehrenamtlichen haben den Ostergarten vorbereitet und leiten die Führungen für die Besucher.
Diese und weitere Haupt- und Ehrenamtlichen haben den Ostergarten vorbereitet und leiten die Führungen für die Besucher. FOTO: Bistum Trier/Dominik Holl
Wadrill. Im Ostergarten in Wadrill können Kinder die Ostergeschichte einmal ganz neu erleben. Noch bis Karfreitag, 30. März, erfahren sie hier die wahren Hintergründe der christlichen Osterfeier.

Am Anfang seien die Kinder noch sehr gespannt, was sie im Ostergarten in Wadrill erwartet, erzählt Lisa Gorges. „Manche Kinder denken: Ah! Ostergarten, das hat was damit zu tun, Ostereier sammeln zu gehen, wie sie das vielleicht aus anderen Bräuchen kennen.“


In den ersten beiden Räumen des Ostergartens herrsche meist auch noch Unruhe – denn Ostereier finden sich hier keine. Stattdessen gibt es einen alten Marktstand, eine Stadtmauer, einen Esel und viele Kleider, die auf dem Boden ausgebreitet sind. Die Wände sind bemalt: Eine Stadt ist zu erkennen – Jerusalem. „Dann merkt man: Okay, jetzt sind die Kinder angekommen. Jetzt wissen sie, es geht um viel mehr als Ostereier suchen“, fährt die Studentin fort. „Danach kann man feststellen: Jetzt haben sie eine erste Idee, was Christentum eigentlich ausmacht, was die Christen überhaupt an Ostern feiern und warum dieses Fest so enorm wichtig in unserem Glauben ist.“

Lisa Gorges studiert Grundschullehramt im Masterstudium. Ihre Bachelor-Abschlussarbeit hat sie im letzten Jahr über den Ostergarten in Wadrill geschrieben. Ursprünglich wollte sie zusammen mit den etwa 30 Ehrenamtlichen nur bei dem Projekt mitarbeiten.

„Ich war gerade dabei, mir ein Thema zu suchen“, erzählt sie. „Fest stand, es muss in Religionspädagogik sein. Ich hab dann hier angefangen im Projekt mitzuarbeiten und dann entschieden: Genau das ist die Idee! Weil ich gemerkt habe, da steckt unheimlich viel Potenzial drin. Bei den ersten Führungen habe ich dann auch direkt gemerkt, das ist ein super spannendes Thema, weil die Kinder davon auch ganz viel mitnehmen – nicht nur die Kinder, auch Erwachsene.“

Es ist bereits das zweite Mal, dass der Ostergarten in Wadrill seine Pforten öffnet. Im vergangenen Jahr wurde die Passion Christi zum Besuchnermagnet. Hinter dem Projekt steckt das Konzept eines sogenannten Sinnesparks, wie Jörg Mang, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen, erläutert: „In diesem Sinnespark durchlebt man die letzten Tage Jesu, indem man sie erlebt und mit allen Sinnen begreift: vom Schmecken, Fühlen, Riechen bis zum Erleben.“



In mehreren Räumen sind die letzten Stationen im Leben von Jesus von Nazareth dargestellt: von seinem Einzug in Jerusalem auf einem Esel über das letzte Abendmahl, die Verurteilung und Kreuzigung sowie die Grablege bis hin zur Auferstehung. Die Ehrenamtlichen aus Wadrill und Umgebung bieten jeden Tag zehn Führungen an. Von 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends. 120 Gruppen haben sich bereits angemeldet. Der Ostergarten hat seit Montag geöffnet. Bis Karfreitag, 30. März, ist er jeden Tag zugänglich.

Vergangenes Jahr haben mehr als 2700 Menschen den Ostergarten besucht: Von überall kamen sie nach Wadrill, aus Trier, Saarbrücken, sogar aus Köln kam eine Familie, erzählt Mang. „Für jedes Alter ist es ansprechend“, sagt Hermann Holzemer, der für die Raumplanung und Konstruktionen des Ostergartens zuständig ist. „Ich hab voriges Jahr Jugendliche gesehen, die locker, cool hergekommen sind und mit Jerusalem und dem letzten Abendmahl nichts anfangen konnten, die Hände in den Hosen, den Hut auf; und nachher habe ich gesehen, wie sich die Personen verwandelt, geändert haben: Da weiß man, wie sich das einwirkt auf einen.“

Sehr gefragt waren die Führungen durch den Ostergarten im vergangenen Jahr. Insgesamt besuchten fast 2750 Menschen binnen knapp 14 Tagen das Projekt.
Sehr gefragt waren die Führungen durch den Ostergarten im vergangenen Jahr. Insgesamt besuchten fast 2750 Menschen binnen knapp 14 Tagen das Projekt. FOTO: Erich Brücker