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Leserbrief: Es geht nur um Geld und Profit

Leserbrief : Es geht nur um Geld und Profit

Krankenhausschließung

Wenn man die Menschen fragt, was das Wichtigste im Leben sei, so wird man immer die Antwort erhalten: die Gesundheit. Wir werden immer älter, aber nicht automatisch auch gesünder. Und deshalb brauchen wir ein menschenwürdiges Gesundheitssystem. Nun kann man sagen, uns in Deutschland geht es verglichen mit dem Rest Europas doch gut. Ja, den meisten geht es wirtschaftlich gut, aber bekommt jemand eine schwere Krankheit (zum Beispiel Krebs), dann kann er ganz schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Uns wird immer eingeredet, dass wir ein reiches Land sind. Ja, das stimmt im Vergleich zu den meisten Ländern auf der Welt; aber wir leben unter unseren Möglichkeiten. Warum wird auf Medikamente Mehrwertsteuer erhoben? Diejenigen, die krank sind, werden so noch zusätzlich bestraft. Es ist nicht jeder aus eigenem Verschulden krank geworden.

Zu der Zeit, als die Praxisgebühr (zehn Euro pro Quartal) erhoben wurde, gab es viele Proteste. Aus taktischen Gründen wurde sie wieder zurückgenommen, um gleichzeitig die Zuzahlungen auf einzelne Medikamente zu erhöhen. So nimmt man heimlich still und leise, ohne dass der Wähler es bemerkt, viel mehr Geld ein als zuvor mit der Praxisgebühr.

Aber, was hat das alles mit der Schließung des Waderner Krankenhauses zu tun? Alles – nämlich Geld und Profit! Denn hier geht es nur um Profit! Im Waderner Krankenhaus konnte man keinen Profit erwirtschaften, weil es mehrheitlich keine „teuren Fälle“ (Stichwort: Fallpauschale) zu behandeln gab. Aber warum ist es so weit gekommen? Weil der Träger, die Marienhaus GmbH, und die Landesregierung es so gewollt haben. Mit einer Erweiterung des Altenheimes lässt sich seitens des Trägers nämlich richtig Geld verdienen. Und der Landesregierung kommt der mit der Schließung verbundene Bettenabbau in Wadern gerade recht, um die Überkapazitäten im Saarland herunter zu fahren.

All das Geld, welches jetzt für die nun erforderlichen Erweiterungen und Anpassungen in Losheim verbaut werden soll, hätte man auch in Wadern für eine wirkliche Zukunftssicherung investieren können. Es erinnert mich in dieser Sache einiges an die Stadt Schilda. Geräte und Abteilungen schafft man unter hohen Kosten von einem Ort zum anderen, ohne einen Mehrwert zu erzielen. Ich frage mich, wer in diesem Trauerspiel unfair die Fäden gezogen und Wadern so hintergangen hat? Wissen die Marienhaus GmbH und die Landesregierung eigentlich genau, was sie bei diesem Schnellschuss tun? Ich glaube es nicht!

Nein, Frau Bachmann, wir werden das Krankenhaus nicht so einfach abhaken wie Sie. Punkt. Erst, wenn wir aufgeben, dann ist es aus. Doppelpunkt: Ausrufezeichen!