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Bürger wehren sich: Erhalt des Krankenhauses: Bürgerinitiative gründet sich

Bürger wehren sich : Erhalt des Krankenhauses: Bürgerinitiative gründet sich

(bsch) Die angekündigte Schließung der St.-Elisabeth-Klinik in Wadern durch den Träger hat bei vielen Bürgern der Stadt für Unverständnis gesorgt (die SZ berichtete mehrfach). Zur Erhaltung und Neuausrichtung des Krankenhauses soll nun eine Bürgerinitiative gegründet werden. Wie die Stadt mitteilt, findet die Versammlung am Dienstag, 28. Juli, in der Herbert-Klein-Halle Wadern statt. Beginn an diesem Tag ist um 19 Uhr.

Die Stadt Wadern sieht mit der Schließung des Krankenhauses die gesundheitliche Versorgungslage akut gefährdet. Viele fühlen sich in der derzeitigen Situation nicht nur vom Betreiber, der Marienhaus GmbH, sondern auch von den Politikern des Landes und des Kreises im Stich gelassen. Betroffen von der Schließung ist dabei neben der Stadt Wadern selbst das gesamte nördliche Saarland. Für die Menschen, insbesondere in der ländlichen Umgebung der Stadt, fällt so eine wichtige Institution der Akutversorgung weg, heißt es weiter. Durch eine unabhängige Bürgerinitiative könnten alle daran Beteiligten mitwirken, eine wohnortnahe stationäre Akutversorgung zu erhalten.

Aktuell besteht noch keine Klarheit darüber, wie es am Standort weitergehen soll. Eine Task-Force unter Leitung von Staatssekretär Stephan Kolling hat sich bereits kurz nach Bekanntgabe der Schließung zusammengefunden, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. In der Task-Force vertreten sind des Weiteren Vertreter der Marienhaus GmbH sowie der Stadt. Weiterhin arbeiten der Saarländische Hausärzteverband, der Rettungszweckverband Saar, die Kassenärztlichen Vereinigung, die Ärztekammer sowie Vertreter der Krankenkassen und des Innenministeriums mit.

Ziel ist es, gerade die Notfallversorgung im Hochwald ab Beginn des kommenden Jahres sicherzustellen. Bis zur tatsächlichen Schließung soll laut Angaben des Gesundheitsministeriums nicht mit Einschränkungen für de Bevölkerung zu rechnen sein. Denn der Klinikbetrieb in der internistischen und chirurgischen Abteilung der St.-Elisabth-Klinik soll weiterlaufen.

Doch die Hoffnung, die Klinik über diesen Termin hinaus zu erhalten, besteht bei den Bürgern der Stadt Wadern weiterhin. Bereits bei der Sitzung des Stadtrats Wadern Ende Juni, zu der Hunderte von Bürgern in der Herbert-Klein-Halle erschienen, forderte Gerd Schillo (SPD) eine Aussetzung des Schließungsbeschlusses. Unterstützung für das Vorhaben, einen Erhalt des Krankenhauses – unter Umständen in neuer Trägerschaft – zu finden, gab es in diesem Zusammenhang auch vonseiten der stellvertretenden Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.

Nach Aussage des derzeitigen Trägers sei das Problem am Standort Wadern das große Defizit im Krankenhaus-Verbund Saar-Hochwald. Im laufenden Jahr sei mit einem Defizit von 2,5 Millionen Euro zu rechnen, erklärte Dr. Heinz-Jürgen Scheid, Vorsitzender des Vorstandes der Marienhaus-Stiftung, im Juni im SZ-Interview. Zwei Drittel davon entfielen auf den Standort Wadern. Diese Rahmenverbindungen hätten nach seiner Aussage dafür gesorgt, die Entscheidung zur Schließung der St.-Elisabeth-Klinik zu treffen.