Prominente Tipps fürs Planspiel Das Planspiel führte sie in die große Politik

Wadern · Kurz vor Beginn deren Simulation der Arbeit im EU-Parlament hat die Bundestagsabgeordnete Emily Vontz Schüler des Hochwald-Gymnasiums in Wadern besucht. Vontz Karriere startete genau in einem solchen Planspiel an selbem Ort. Bei ihrem Gespräch mit den Schülern waren auch AfD und Rechtspopulismus ein Thema.

Emily Vontz (in der Mitte mit dem hellen Pullover) mit den Teilnehmern des MEP-Planspiels am Hochwald-Gymnasium.

Emily Vontz (in der Mitte mit dem hellen Pullover) mit den Teilnehmern des MEP-Planspiels am Hochwald-Gymnasium.

Foto: Edwin Didas

In wenigen Wochen werden sie in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen und jetzt hatten sie Gelegenheit, mit einer echten Abgeordneten zu diskutieren: Die Rede ist von neun Schülerinnen und Schülern des Hochwald-Gymnasiums, die sich zur Zeit intensiv auf das „Modell Europa Parlament“ (MEP) vorbereiten, das im März in Berlin stattfindet. Gemeinsam mit Jugendlichen aus ganz Deutschland simulieren sie dann in einem politischen Planspiel eine Woche lang die Arbeit im Europäischen Parlament.

Auch die politische Karriere von Emily Vontz begann mit diesem Planspiel, denn sie war vor einigen Jahren als Schülerin des HWG selbst Teilnehmerin des MEP in Berlin. Sie erzählte, dass ihre Erfahrungen als Delegierte in Berlin, als deutsche Delegierte beim internationalen MEP und schließlich ihre Rolle als Ausschussvorsitzende beim MEP in Berlin ihre Persönlichkeit geprägt und ihr Interesse an Politik geweckt hätten. „Man lernt vieles, was man sonst in der Schule nicht lernt“, erzählte sie ihren Nachfolgern und appellierte an sie, sich vom „MEP-Spirit“ anstecken zu lassen und sich auch später politisch zu engagieren. „Gerade die aktuelle Situation in Deutschland macht deutlich, dass junge Leute über Politik Bescheid wissen müssen. Politik braucht das Engagement der jungen Menschen.“

Bezüglich der aktuellen Politik kamen viele Fragen der Schüler an Emily Vontz. Es ging vorwiegend um die Diskussion, die zur Zeit rund um das Thema Rechtspopulismus und AfD geführt wird. Emily Vontz bezeichnete den Bericht von Korrektiv über das Treffen von Rechtsextremisten mit AfD-Politikern als „Paukenschlag“ und machte deutlich, dass die Diskussion um die „Remigration“ auch das politische Klima verändert habe: „Leute mit diesen Fantasien sitzen im Bundestag, im Herzen unserer Demokratie.“ Der Umgangston im Bundestag habe sich dadurch verändert, und man spüre eine gewisse Wut und Aggressivität. Die Erfolge der Rechtspopulisten in anderen Ländern hätten deutlich gemacht, dass sich die Gesellschaften dort veränderten, zum Beispiel bei der Einschränkung von Frauenrechten, da in diesen Kreisen ein anderes Frauenbild vorherrsche, als es bisher in unserer Gesellschaft der Fall sei. Emily Vontz machte auch deutlich, dass sie die Demonstrationen demokratischer Kräfte gegen den aufkommenden Rechtspopulismus gut findet.

Extrem wichtig sei das Engagement der Demokraten und es sei von großer Bedeutung, dass demokratische Bürger auch ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen, um die Demokratie zu stärken. Sie forderte die MEP-Schüler, die im Sommer schon 16 Jahre alt sind, auf, ihr Wahlrecht zur Europawahl wahrzunehmen. Denn bei dieser Wahl am 9. Juni gilt ein Wahlalter von 16 Jahren. Sie verwies darauf, dass auch das Planspiel in Berlin ein Motto gewählt habe, das zur Europawahl passt, nämlich „Europa – erste Wahl“.

Auf die MEP-Teilnehmer aus Wadern wartet in Berlin noch ein besonderer Höhepunkt: Das Modell Europa Parlament Deutschland tagt in diesem Jahr nämlich bereits zum 25. Mal und dieses Jubiläum soll in Berlin besonders gefeiert werden. Emily Vontz spielt dabei ebenfalls eine große Rolle: Seit März des vergangenen Jahres ist sie Vorsitzende des Trägervereins „Modell Europa Parlament Deutschland“. Sie wird bei der Parlamentssimulation in Berlin ebenfalls anwesend sein und hat die Schülerinnen und Schüler aus Wadern bereits zu einem Pizzaessen im Bundestag eingeladen, um ihnen ihren Arbeitsplatz zeigen zu können.

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