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Emily hatte die besten Argumente

Emily hatte die besten Argumente

Mit Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft punktete Emily Vontz bei „Jugend debattiert“. Nun fährt sie zum Bundesfinale nach Berlin.

Emily Vontz vom Hochwaldgymnasium (HWG) Wadern hatte bei "Jugend debattiert" die besten Argumente: Sie wurde Landessiegerin vor Hannes Hofer vom Rotenbühl-Gymnasium in Saarbrücken. Beide vertreten im Juni in Berlin das Saarland beim Bundesfinale (die SZ berichtete bereits).

5000 Jugendliche hatten sich in diesem Jahr im Saarland am dem Debattier-Wettbewerb beteiligt. Zunächst wurden die Klassenbesten ermittelt, die sich auf Schulebene dem Wettbewerb stellten. Die wortgewandtesten Debattanten einer Schule traten dann im Regionalwettbewerb gegen die Besten anderer Schulen an. Wer dort einen der ersten beiden Plätze belegte, erreichte das Landesfinale. Diesen langen Weg haben in diesem Jahr zwei Schülerinnen des Hochwald-Gymnasiums zurückgelegt: Emily Vontz und Magdalena Schmitt. Beide gewannen den Regionalwettbewerb in ihrer Altersgruppe und debattierten vor kurzem in Saarbrücken auf dem Halberg mit den übrigen Regionalsiegern.

Noch einen Schritt weiter ging es für Emily, die in der Sekundarstufe I (Klasse 8 bis 10) antrat. Sie qualifizierte sich für das Landesfinale der besten Vier. Im Konferenzgebäude des Saarländischen Rundfunks ging es um die Frage: Soll auch für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden? Emily sollte die Maßnahme definieren, die hinter dieser Frage steckt. Sie schlug vor, dass alle anerkannten Flüchtlinge deutschlandweit nach einem festgelegten Schlüssel auf Städte und Gemeinden verteilt werden und für eine gewisse Zeit auch dort wohnen müssen. Den größten Vorteil einer solchen Maßnahme sah sie darin, dass eine Ghettobildung verhindert würde und die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft besser gelingen könne. Die Gegensseite betonte dagegen, dass die freie Wohnortwahl auch für Flüchtlinge gelten müsse und dass in Städten mehr Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge bestünden als auf dem Land.

Kritisch beäugt wurde die Debatte von einer fünfköpfigen Jury: der Landtagsvizepräsidentin Barbara Spaniol , der SR-Moderatorin Susanne Kirchhofer, dem Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, Burkhard Jellonek, sowie von zwei früheren Bundesfinalteilnehmern von Jugend debattiert, Jean Marie Alexander und Simon Drescher. Sie hatten die Aufgabe, die Debattanten nach den Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft zu bewerten.