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90 Jahre Feuerwehr
Eine Festwoche für drei besondere Ereignisse

Für treue Dienste in 45 Jahren wurde Alfons Sänger (rechts) von Kreis-Brandinspekteur Siegbert Bauer (Mitte) und Stadtwehrführer Markus Linnig mit dem Goldenen Feuerwehrabzeichen am Bande ausgezeichnet.
Für treue Dienste in 45 Jahren wurde Alfons Sänger (rechts) von Kreis-Brandinspekteur Siegbert Bauer (Mitte) und Stadtwehrführer Markus Linnig mit dem Goldenen Feuerwehrabzeichen am Bande ausgezeichnet. FOTO: Erich Brücker
Wadrill. Die Feuerwehr in Wadrill hatte jede Menge Grund zum Feiern. Ein Fest für 90 Jahre Feuerwehr und 30 Jahre Jugendwehr. Von Erich Brücker

Waderns nördlichster Stadtteil Wadrill stand vergangene Woche im Zeichen von drei besonderen Ereignissen. 90 Jahre Freiwillige Feuerwehr im 1035 Jahre alten Hochwaldort, 30 Jahre Jugendwehr sowie Einweihung eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Die Festwoche stand unter dem Protektorat von Annemay Regler-Repplinger (Merzig). „Es gibt 112 gewichtige Gründe, die Feuerwehr gerne zu haben“, gratulierte die Schirmherrin zum 90-jährigen Bestehen. Moderiert wurde das Programm von Patrick Müller, der zudem einen kurzweiligen Rückblick auf neun Jahrzehnte Freiwillige Feuerwehr in Wadrill Revue passieren ließ.


„Einfach ‚Wasser marsch‘ gibt es nicht mehr, denn die Feuerwehren stellen heute eine moderne Hilfsorganisation dar, die für alle erdenklichen Notfälle zur Verfügung steht“, betonte Regler-Repplinger. Die Bereitschaft, für andere Mitbürger da zu sein, sei eine anerkennenswerte Gemeinschaftsleistung. Für den Schutz der Bürger setzen sich die Feuerwehrleute oft selbst großen Gefahren aus. Die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr sei harter Knochenjob, der vollen Körpereinsatz verlange. Es gelte in heiklen Situationen kühlen Kopf zu bewahren und sicher zu handeln. Teamarbeit sei gefragt. „Die Wadriller Feuerwehrmänner werden diesen Anforderungen vollauf gerecht, nicht zuletzt mit dem vor zwei Jahren neu in Dienst gestellten Feuerwehrauto LF 10, sondern auch mit ihrem neuen schmucken Gerätehaus“, sagte die Schirmherrin.

Kreisfeuerwehrinspekteur Siegbert Bauer nannte die Feuerwehrleute ein besonderes Volk und überbrachte die Grüße der Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Georg Flesch, Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender, sagte, dass die Wadriller Bevölkerung stets mit ihrer Feuerwehr feiere, denn sie wisse, was sie an ihr habe. Gerhard Sauer vom Landesverband wünschte dem Löschbezirk weiterhin eine gute Nachwuchsarbeit und möglichst viele Übernahmen in die aktive Wehr. Stadtwehrführer Markus Linnig erinnerte an den Mut der Männer, die vor 90 Jahren mit einfachsten Mitteln die freiwillige Feuerwehr gegründet hatten. Vieles im Hinblick auf Technik und Ausrüstung habe sich geändert, aber nicht die Einstellung und Verantwortung zu diesem Hobby.



Vor dem Hintergrund der jüngsten Hochwasserkatastrophe hob Bürgermeister Jochen Kuttler das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrmänner und –frauen besonders hervor. „Solche Einsätze zeigen, wie wichtig die Feuerwehr zusammen mit den übrigen Hilfsdiensten ist. Und ohne gute Ausrüstung und Ausbildung, gepaart mit einer tollen Zusammenarbeit, wäre die Bewältigung dieser Ereignisse nicht möglich“, sagte Kuttler. Von daher werde die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützend wirken, damit ihre zehn Löschbezirke optimal ausgestattet sind, auch wenn man möglichst wenige Einsätze erhoffe. So mussten die Wadriller Floriansjünger im alten Jahr 34 Einsätze fahren, waren mit ihren 45 Kameraden über 3000 Stunden einschließlich Übungen, Brandsicherheitswachen, Lehrgängen sowie technischen Hilfen im Dienst.

Garant für die Schlagfähigkeit des Löschbezirks ist die gute Nachwuchsarbeit, die schon seit drei Jahrzehnten betrieben wird. Im Rahmen des Jubiläumsfestes wurden neben der Brandschutzerziehung im Kindergarten und in der Grundschule auch Senioren unterrichtet. Dazu hat die Jugendfeuerwehr eine Kinderolympiade ausgerichtet sowie einen Wettbewerb für die städtischen Nachwuchskräfte. Bei der Olympiade machten 36 Jungen und Mädchen mit. Beim Feuerwehr-Wettbewerb sicherte sich die Jugendwehr Morscholz/Steinberg den Sieg vor den Mädels aus Löstertal, die ihre Jungs auf den dritten Platz verwiesen. Noswendel, Gresaubach und Wadern/Lockweiler belegten die nächsten Plätze.