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Ein Stadtmensch auf dem Bauernhof

Ein Stadtmensch auf dem Bauernhof

Seit 25 Jahren gibt es in Wadrill bereits die Theaterfreunde. Vor dem großen Jubiläum im Herbst präsentiert man sich erstmal auf der Bühne mit einem ländlichen Lustspiel, bei dem Lachsalven wieder garantiert sind.

Wieder gibt es jede Menge Theater in Wadrill. Aber daran hat man sich im Hochwaldort gewöhnt, denn das ist seit 25 Jahren dort alljährlich der Fall. So haben denn die Theaterfreunde Wadrill viel Grund zu feiern - ihr Silberjubiläum. Die 1991 gegründete Gruppe brachte am 25. April 1992 ihr erstes Theaterstück "De Leijner Paul" auf die Bühne, nachdem zuvor gute 30 Jahre lang großes Schweigen im Laienschauspielhaus "Altes Pfarrheim" geherrscht hatte - dazu später mehr.

Die Anfang der 90er Jahre gegründete Theatergruppe entwickelte sich in zweieinhalb Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil im dörflichen Leben, aus dem sie nicht mehr wegzudenken ist. Mit allen Theaterstücken hatte Regisseur Manfred Bonertz, der die Texte stets in Mundart umschrieb und mit viel Lokalkolorit würzte, die richtige Wahl getroffen. Zu allen bisherigen Aufführungen strömten die Besucher ins ehemalige Pfarrheim, das aufgrund seiner begrenzten Kapazität oftmals aus den Nähten platzte - fast alle Stücke wurden bis zu sechs Mal gespielt. Die Nachfrage nach Karten, auch aus den benachbarten Hochwalddörfern, war stets riesengroß. Es hatte sich schnell rumgesprochen, dass in Wadrill auf der Bühne einige "Kracher" im Hinblick auf Gestik und Mimik für arg strapazierte Lachmuskeln und Zwerchfelle sorgten.

Alle Aufführungen waren großartige Erfolge auf der Bühne des alten Pfarrheimes. In diesem Gebäude, um 1780 neben der Kirche errichtet, wurden schon vor rund 100 Jahren Theaterstücke aufgeführt. Diese schöne Tradition musste eingestellt werden, nachdem das Gebäude Ende der Fünfziger Jahre mehr und mehr zerfiel. In den 80ern wurde es dann grundlegend renoviert.

Eine Gruppe junger Leute nahm dies zum Anlass, die Tradition des Theaterspiels im Wadriller Jugendheim wieder aufzunehmen. Ihr Jubiläum wollen die Theaterfreunde allerdings erst im Oktober in der Wadrilltalhalle feiern. Jetzt steht zunächst ein neues Theaterstück auf dem Spielplan. Unter dem Titel "Wir sind dann mal weg!" präsentieren die Theaterfreunde unter der Leitung von Manfred Bonertz, der seit 25 Jahren Regie führt, ein ländliches Lustspiel in drei Akten mit viel Aktion und herrlich bodenständigem Witz.

Einige neue, junge Gesichter sind diesmal auf der Bühne zu sehen, natürlich spielt die Gruppe auch dieses Stück wieder in Wadriller Platt. Der Ex-Manager Karl Krings (Leo Clasen) ist arbeitslos und hat wenig Aussicht auf eine neue Stelle. Da kommt es Ehefrau Hilde (Marianne Brücker) sehr gelegen, dass sie von ihrem Onkel Alfred einen Bauernhof geerbt hat. Der Ex-Manager muss nun schnellstens zum Bauer "umgeschult" werden. Karl ist ein Stadtmensch, der, wie er selbst sagt, eine Kuh nicht von einer Geiß unterscheiden kann. Auch Tochter Heike (Manuela Britz, Kathrin Brücker) hat absolut keinen Bock auf Vieh und Stallgeruch.

Die "Umschulung" verläuft trotz tatkräftiger Hilfe befreundeter Nachbarn (Marie-Luise Bonertz und Robert Swenne) nicht ohne Tücken. Zwei neugierige Schwestern (Annette Schneider und Maria Geiger), ein junger Mann vom Nachbarshof (Stefan Stroh) und eine Tierpflegerin (Marie Geiger) stiften zusätzlich Verwirrung. Auch Karls technischer Erfindungseifer ist nicht unbedingt hilfreich - oder doch?

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AUF EINEN BLICK Sechs Vorstellungen stehen im Pfarrheim Wadrill auf dem Programm: Die Samstagstermine (14., 21. und 28. Januar, jeweils 19 Uhr) sind allerdings bereits ausverkauft. Die Sonntagsvorstellungen am 15., 22. und 29. Januar beginnen jeweils um 17 Uhr. Hierfür gibt es noch Karten im Vorverkauf im Getränkemarkt Wadrill, Hermeskeilerstraße 18, Tel. (0 68 71) 92 22 50. Einen Kartenverkauf an der Abendkasse wird es voraussichtlich nicht mehr geben. eb