| 20:31 Uhr

Fußball-Verbandsliga
Ein Riesenschritt Richtung Rettung

Es brennt im Reimsbacher Strafraum: Vor allem nach der Pause gab Überherrn (in Rot) richtig Gas und kam zu einem überraschend klaren Erfolg.
Es brennt im Reimsbacher Strafraum: Vor allem nach der Pause gab Überherrn (in Rot) richtig Gas und kam zu einem überraschend klaren Erfolg. FOTO: Ruppenthal
Überherrn. Fußball-Verbandsligist SSV Überherrn gewinnt das wichtige Kellerduell gegen Reimsbach deutlich mit 3:0. Von David Benedyczuk

Das vorgezogene „Endspiel“ im Kampf um den Ligaverbleib in der Fußball-Verbandsliga wurde vor allem in Hälfte zwei zur eindeutigen Angelegenheit: Die SSV Überherrn gewann am Samstag gegen den 1. FC Reimsbach klar und deutlich mit 3:0 (0:0) und zog vor den letzten beiden Partien im Tableau mit 31 Punkten wieder am Gegner vorbei auf Rang 13. Eine Woche nach dem starken Auftritt beim 5:0-Kantersieg über den SC Großrosseln zeigte sich Reimsbach vor rund 150 Zuschauern im Überherrner Waldstadion wieder von seiner schlechten Seite.


Selbst SSV-Interimstrainer Michael Latz war überrascht, dass die Gegenwehr der Gäste im für beide richtungsweisenden Spiel derart überschaubar ausfiel: „Wir hatten schon vor der Pause leichte Vorteile. Aufgrund der zweiten Hälfte ist der Sieg verdient. Von Reimsbach kam angesichts der Bedeutung des Spiels läuferisch und kämpferisch viel zu wenig. Ich kann es mir schwer erklären, wie sie letzte Woche gegen Großrosseln 5:0 gewinnen konnten“, sagte Latz.

Sein Team bot vor allem in Halbzeit zwei offensiv viel mehr – und belohnte sich zügig gleich zwei Mal: Elia Naccarato traf von der Strafraumgrenze zur wichtigen Führung (53.). Der FCR sollte sich von diesem Schock nicht mehr erholen, nur drei Minuten später legte Überherrn durch Maximilian Kellmeyer das 2:0 nach (56.) und beseitigte spätestens mit dem 3:0 durch Adnen Jamli (79.) alle Zweifel. Reimsbach droht damit mehr denn je der Sturz in die Landesliga. Die Elf der Trainer Uli Braun und Marco Buchheit liegt als Drittletzter zwei Zähler hinter Überherrn und vier hinter dem 1. FC Riegelsberg auf dem sicheren Rang zwölf. Erschwerend kommt hinzu, dass am Sonntag (15 Uhr) gegen den Ligazweiten SF Rehlingen-Fremersdorf und danach bei der zweitbesten Heimelf der Liga, Kreisrivale SG Perl-Besch, noch hohe Hürden warten.



Da hat Überherrn insgesamt das leichtere Programm, auch wenn zunächst ein schwerer Gang ansteht. Am Sonntag muss das Team zum Tabellenführer FC Rastpfuhl. „Ich habe die in Großrosseln gesehen, die sind wirklich bärenstark“, sagt Latz, der glaubt: „Für uns wird wohl vor allem das letzte Spiel gegen Schlusslicht Saarlouis-Beaumarais entscheidend sein.“

Ein wichtiger Schritt zur Rettung glückte auch dem FC Brotdorf – genau gegen jene bereits abgestiegene SG Saarlouis-Beaumarais. Und das, obwohl die Gäste in Brotdorf nach acht Minuten bereits mit 2:0 führten. Manuel Lutz brachte das Schlusslicht per Strafstoß in Führung (5.). Nur drei Minuten später legte Philipp Dickinson nach (8.) und hätte sogar weiter erhöhen können, als er nach einer Ecke freistehend über das Tor köpfte (15.). Nach diesem Schock berappelte sich Brotdorf – und kam mit dem Pausenpfiff zum wichtigen Anschluss (45.). Verteidiger Tim Lötsch nickte einen Freistoß von Tayfun Külekci zum 1:2 ein.

„Nach der Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor mit vielen Chancen für uns. Dieses 3:2 ist ein Sieg der Moral und extrem wichtig“, sagte Sünnen nach der nervenaufreibenden Endphase gegen die SG, in der Julian Brandt zum Helden avancierte. Der 20-Jährige nutzte erst eine Vorlage des eingewechselten Mohammed Kassim zum 2:2 (80.). Eine Minute später hieß der Vorbereiter bei einem fast identischen Spielzug Richard Peifer.

Der Tabellenzweite SF Rehlingen-Fremersdorf gewann derweil das Top-Spiel der Liga gegen den Ligavierten SG Perl-Besch überraschend deutlich mit 4:1 – und bleibt Spitzenreiter Rastpfuhl damit weiter mit einem Punkt Rückstand dicht auf den Fersen. „Das war unsere beste Leistung in diesem Jahr“, freute sich Trainer Oliver Hirschauer, der lediglich die „lange Anlaufphase“ bemängelte. Es dauerte bis zur 45. Minute, ehe sich seine Mannschaft mit dem 1:0 durch Tim Kallenborn belohnte. Nach dem 2:0 durch Philip Platte (50.) kam Perl-Besch noch einmal auf 1:2 heran, ehe Sascha Schröder (60.) und erneut Kallenborn (65.) alles klar machten.