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Land fördert Awo-Projekt: Ein neuer Lebensmittelpunkt entsteht

Land fördert Awo-Projekt : Ein neuer Lebensmittelpunkt entsteht

Ministerin Monika Bachmann besuchte Baustellen für Behinderten-Wohnprojekt und Rettungswache in Wadern.

Monika Bachmann, saarländische Gesundheits- und Sozialministerin, war dieser Tage auf Stippvisite in Wadern. Das Besichtigen von Baustellen war angesagt, und nicht nur das: Im Gepäck hatte die Ministerin einen symbolischen Scheck über 4,35 Millionen Euro für die Finanzierung des Wohnheim-Neubaus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für 37 behinderte Menschen. Diese symbolische Förderzusage überreichte die Ministerin an die Sprecherin der Bewohnervertretung, Katharina Wagner. Das Haus im Stadtzentrum, das im Rohbau steht und noch vor Weihnachten sein Dach erhalten wird, soll bis September 2018 bezugsfertig sein.

Beim Rundgang mit Vertretern des Verbundes für Inklusion und Bildung (VIB), der bei der Awo für die Wohnheime für behinderte Menschen zuständig ist, konnte sich die Ministerin einen Eindruck von der zukünftigen Wohnsituation verschaffen. Das Haus soll seinen künftigen Bewohnern einen attraktiven Lebensmittelpunkt bieten, wie dies bereits in Püttlingen, Wadgassen und Dillingen geschehen ist. An dem Neubau in der Poststraße sind vorwiegend einheimische und regionale Firmen beschäftigt. Das Vorhaben wird von der Stadt aktiv unterstützt, weshalb Bürgermeister Jochen Kuttler gerne an der Besichtigung teilnahm. Mit dem neuen Haus werden 16 Arbeitsplätze geschaffen. „Gerade vor dem Hintergrund der Krankenhausschließung ist die Investition der Awo in Wadern ein ganz wichtiges Signal“, sagte Kuttler. Zum einen stärke das Engagement den Standort, zum anderen entstehen hier Arbeitsplätze exakt in dem Sektor, die durch das Aus der Klinik verloren gegangen sind. Ganz wichtig ist dem Verwaltungschef aber auch der Gedanke des Miteinanders, der mit der neuen Wohnstätte verbunden ist. „Die Zentralität des Wohnheimes der Awo ist ein Garant dafür, dass das Miteinander im Alltag gestärkt wird. Hier wird nicht ausgegrenzt, sondern hier wird im besten Sinne integriert“, betonte der Verwaltungschef.

Weiter führte der Weg der Ministerin, diesmal in Begleitung von Staatssekretär Stephan Kolling, zur Baustelle der neuen Rettungswache Wadern, deren Spatenstich vor drei Wochen erfolgt war. Die Rettungswache Wadern ist eine von 36 Wachen im Saarland, die vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF) betrieben wird. Dessen Mitglieder sind die saarländischen Landkreise sowie der Regionalverband Saarbrücken. Geschäftsführer Bernhard Roth klärte Ministerin und Staatssekretär über das Gebäude auf, das anstelle der alten Rettungswache errichtet werden soll. Die war bisher in einem separaten Gebäudeteil des Krankenhauses mit räumlich getrenntem Garagen untergebracht, entsprach  aber von der Aufteilung, Größe und Bausubstanz nicht mehr den Anforderungen an eine funktionale, moderne und zeitgemäße Wache. Deshalb begann bereits im Februar die Suche nach einem günstigen Baugrundstück, das in der Nähe des Krankenhauses mit Hilfe der Stadt gefunden wurde.

Die Gesamtkosten betragen für 475 Quadratmeter bebaute Fläche (Fahrzeughalle eingeschossig, Büro- und Sozialtrakt zweigeschossig) 1,54 Millionen Euro inklusive Nebenkosten, die vom Saarland und vom ZRF mit jeweils 385 000 Euro bezuschusst werden. Die Restfinanzierung erfolgt über Leistungsentgelte der Krankenkassen. Neben 19 hauptamtlichen Mitarbeitern sind etwa drei im Freiwilligen Sozialen Jahr, zwei Auszubildende sowie zehn ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort. Vier Einsatzfahrzeuge werden dort stationiert sein. Rund um die Uhr wird ein Notarzt zur Verfügung stehen. „Natürlich ersetzt eine Rettungswache kein Krankenhaus, sie leistet aber einen wichtigen Beitrag dafür, die medizinische Versorgung im nördlichen Saarland sicherzustellen“, betonte Bürgermeister Kuttler. Insofern sei man Geschäftsführer Roth und dem ZRF nicht nur für das Engagement an sich dankbar, sondern auch für die Geschwindigkeit, die an den Tag gelegt wurde. „Es ist alles andere als selbstverständlich innerhalb von nur fünf Monaten ein solches Projekt von der Planung zum Baubeginn zu bringen“, sagte Kuttler, der hofft, dass der vorgesehene Zeitplan mit Inbetriebnahme 2019 eingehalten werden kann.