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Närrischer Titel
Ein Mediziner ist 29. Ehrenstockbauer

Nach der Einkleidung des neuen Ehrenstockbauern Dr. Hans-Joachim Hoffmann (links) setzt sein Vorgänger Martin Schnur ihm den schwarzen breitrandigen Bauernhut auf.
Nach der Einkleidung des neuen Ehrenstockbauern Dr. Hans-Joachim Hoffmann (links) setzt sein Vorgänger Martin Schnur ihm den schwarzen breitrandigen Bauernhut auf. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Dr. Hans-Joachim Hoffmann aus Büschfeld erhielt den traditionsreichen Ehrentitel der KG 1897 „Mir gen us net“ Wadern.

Die Ernennung und Einkleidung des neuen Ehrenstockbauern, die Verleihung des Ordens Waderner Knubben, die Einführung der neuen Prinzenpaare sowie die Ehrung eines verdienten Karnevalisten standen im Mittelpunkt eines närrischen Festaktes, zu dem die Karnevalsgesellschaft „Mir gen us net“ Wadern von 1897, die in dieser Session ihr 11 mal 11-jähriges Bestehen unter dem Motto ‚Ein Kinoabend in Wadern feiert, ins Pfarrsälchen eingeladen hatte. Die Moderation des Festaktes lag in den bewährten Händen der KG-Sitzungspräsidenten Stephan Regert jun. und Annemarie Pfister. Die begrüßten neben zahlreichen Narren der Waderner KG mit ihren bisherigen Ehrenstockbauern an der Spitze eine Abordnung des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) mit dem Regionalvorsitzenden Bernd Mühlen, Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler sowie die Abordnungen der nachbarlichen Karnevalsvereine Fratzenmacher Wadrill und Nawwel der Welt Büschfeld mit ihrem närrischen Thron­adel.



Dr. Hans-Joachim Hoffmann wurde mit Schwur und Eid (stets der sozietas carnevalis zu dienen, die Farben grün, gelb und rot zu ehren sowie jedem Trauerklos zu wehren), den entsprechenden Insignien (blaues Bauernwams, weißer Bauchstrick, rote Halsschleife und schwarzer breitrandiger Hut) sowie Ehrenurkunde und dem Orden „Waderner Knubben“ in den erlauchten Kreis der Ehrenstockbauern aufgenommen (die SZ berichtete kurz). Er ist nunmehr der 29. Würdenträger dieser alten Zunft. „Diese besondere Auszeichnung erhalten Mitbürger der Hochwaldmetropole, die sich in ganz besonderem Maße um die Stadt Wadern verdient gemacht haben, und somit dem Stockbauernbild früherer Tage gleichkommen“, betonte Martin Schnur, der Ehrenstockbauer des vergangenen Jahres, in seiner Laudatio, in der er den Lebensweg des neuen Weggefährten im Kreise der Ehrenstockbauern beschrieb.

Hoffmann, Jahrgang 1950, Allgemein- und Arbeitsmediziner, ist mit vier Schwestern in einer ländlich geprägten Eisenbahnerfamilie mit einer Nebenerwerbs-Landwirtschaft, in der er tatkräftig mithalf und somit auch das Tätigkeitsfeld früherer Stockbauern kennenlernte, in Limbach (Kreis Saarlouis) katholisch aufgewachsen. Entgegen dem Berufswunsch der Eltern, Steyler Missionar zu werden, entschied er sich für ein naturwissenschaftliches Studium und legte das Staatsexamen in Chemie, Biochemie und Physik ab. Nach der Heirat mit seiner Frau Margarethe erfolgte der Umzug nach Büschfeld – vier Kinder erblickten später das Licht der Welt – erkannte er sein Interesse an der Medizin und legte nach einem erneuten Studium ein weiteres Staatsexamen ab. Bis heute ist er nach einer internistischen sowie allgemein- und arbeitsmedizinischen Fachausbildung in diesem Beruf tätig. Seit vielen Jahren übt er zudem als Feuerwehrarzt der Stadt Wadern ein Ehrenamt aus. Darüber hinaus engagierte er sich bis heute im kulturellen und sportlichen Bereich, ist Chorsänger im Kirchenchor Büschfeld und betätigte sich sportlich als Marathonläufer.

„Wir freuen uns, Hans-Joachim Hoffmann als 29. Ehrenstockbauern der KG Wadern begrüßen zu können“, gratulierte Schnur. KG-Vorsitzender Stephan Regert sen. überreichte dem neuen Würdenträger Orden und Ehrenurkunde, nachdem die Riege der anwesenden Ehrenstockbauern ihren neuen Mitbruder eingekleidet hatte. Ehrenstockbauer Alfons Wack klärte den neuen Weggefährten über die gemeinsamen Gepflogenheiten der Würdenträger auf.

Der Mediziner dankte für die ihm erwiesene Ehre, Ehrenstockbauer sein zu dürfen. Eigentlich war es ihm nicht bewusst, als Arbeiter- und Bauernjunge mehr getan zu haben für die Stadt als für die Familie und seinen Beruf. Als Feuerwehrarzt, vom damaligen Bürgermeister und Ehrenstockbauer Berthold Müller eingestellt und von dessen Nachfolger Fredi Dewald, ebenfalls Ehrenstockbauer, nicht entlassen worden zu sein, fühle er sich schon mit der Stadt verbunden. „Ich freue mich, als Ehrenstockbauer Teil der schönen alten Tradition zu sein und leiste gerne meinen Beitrag hierzu“, versicherte Hoffmann.