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Ein Dank geht an den Schiedsmann

Ein Dank geht an den Schiedsmann

Wadern. 20 Jahre nimmt Harald Kunze das Ehrenamt des Schiedsmannes für den Stadtteil Nunkirchen mit Münchweiler wahr. Im Rahmen einer Feierstunde im Waderner Rathaus wurde der 71-Jährige für sein ehrenamtliches Engagement geehrt. "Ein herzliches Dankeschön, dass Sie für die Bevölkerung da sind", gratulierte Werner Kockler, Direktor des Amtsgerichtes Merzig

Wadern. 20 Jahre nimmt Harald Kunze das Ehrenamt des Schiedsmannes für den Stadtteil Nunkirchen mit Münchweiler wahr. Im Rahmen einer Feierstunde im Waderner Rathaus wurde der 71-Jährige für sein ehrenamtliches Engagement geehrt. "Ein herzliches Dankeschön, dass Sie für die Bevölkerung da sind", gratulierte Werner Kockler, Direktor des Amtsgerichtes Merzig. Er händigte dem ehemaligen Verwaltungsbeamten im Namen von Justizministerin Anke Rehlinger eine Dankurkunde aus.Kunze habe in den zwei Jahrzehnten viel Verhandlungsgeschick und Menschenkenntnis bewiesen, um zerstrittene Zeitgenossen an einen Tisch und wieder miteinander ins Gespräch zu bringen, würdigte Kockler diese ehrenamtliche Tätigkeit und hob die Bedeutung dieses Ehrenamtes hervor. "Es ist für die Bevölkerung wichtig, um auf einfache und schnelle Art Probleme zu lösen, dazu noch kostengünstig", betonte Kockler, der dem Schiedsmann darüber hinaus eine gute Zusammenarbeit bescheinigte. Bernd Marchand, der Vorsitzende der Kreisvereinigung des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, sowie Bürgermeister Fredi Dewald dankten ebenfalls Kunze für sein ehrenamtliches Engagement und seine Bereitschaft, mit dem gleichen Geschick dieses Ehrenamt auch weiterhin auszuüben.

"In den 20 Jahren habe ich 20 formelle Schlichtungen durchgeführt", gab Kunze einen Überblick. So gesehen, sei das nicht viel gewesen, aber jeder Fall habe dennoch mit viel Aufwand behandelt werden müssen. Zehn Fälle endeten mit einer Schlichtung, die übrigen vor Gericht. Die Mehrzahl der Fälle seien nicht registriert, aber erfolgreich abgewickelte sogenannte Tür- und Angelgeschäfte (kleinere Streitigkeiten) gewesen. Kunze war zunächst zehn Jahre stellvertretender Schiedsmann, dazu engagierte er sich in der jüngeren Vergangenheit ehrenamtlich im Waderner Stadtrat sowie Nunkircher Ortsrat.

Auf einen Blick

Eine Schiedsperson hilft den Bürgern sowohl in bürgerlich-rechtlichen Streitfällen (Ehrverletzung, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Sachbeschädigung, Geldforderungen) als auch in bestimmten Strafsachen, einen Konflikt ohne Anrufung der Gerichte beizulegen.

Für viele Fälle bedeutet es daher, dass zuerst durch die streitenden Parteien bei der für sie zuständigen Schiedsperson ein Antrag auf Schlichtung gestellt werden muss. Hier wird dann in nichtöffentlicher Verhandlung, in sachlicher Atmosphäre versucht, eine Einigung zu erzielen.

Diese Einigung wird schriftlich dokumentiert und ist für die Beteiligten bindend, ähnlich wie ein gerichtliches Urteil. Wenn keine Einigung erzielt werden sollte, stellt die Schiedsperson eine Erfolgslosigkeitsbescheinigung aus. Gegen Vorlage dieser Bescheinigung kann dann Klage vor Gericht erhoben werden. eb