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Grün
Ein bisschen Enttäuschung spielt schon mit

Der neue Vorstand des Stadtverbandes von Bündnis 90/Die Grünen vor der kürzlich in Betrieb genommenen Fotovoltaik-Anlage auf dem Hauptgebäude am Noswendeler See: Jonathan Wilkin, Peter Rohles, Ute Lessel, Albert Räsch, Volker Morbe und Veronika Morbe (von links). Es fehlt Hedi Kremer.
Der neue Vorstand des Stadtverbandes von Bündnis 90/Die Grünen vor der kürzlich in Betrieb genommenen Fotovoltaik-Anlage auf dem Hauptgebäude am Noswendeler See: Jonathan Wilkin, Peter Rohles, Ute Lessel, Albert Räsch, Volker Morbe und Veronika Morbe (von links). Es fehlt Hedi Kremer. FOTO: Silvia Dewes
Wadern. In Wadrill blickten die Waderner Bündnisgrünen in einer Mitgliederversammlung auf 2017 zurück.

2017 war nicht das Jahr der Bündnisgrünen in der Stadt Wadern. Trotz vielfachen Engagements in den verschiedenen Politikfeldern waren die Ergebnisse der Land- und Bundestagswahl für Peter Rohles, den alten und neuen Sprecher, eher enttäuschend. Mit dieser Bewertung stand er nicht allein bei der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes im Bistro Tebeck’s in Wadrill. Die Gründe dafür ergaben sich für die zahlreich erschienen Mitglieder aber in erster Linie aus dem bundesweiten Trend, der auch vor den Wadernern nicht halt machte. Überraschend war der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete der Saargrünen, Markus Tressel, direkt aus der Bundeshauptstadt angereist.



Rohles hob in seinem Rückblick den Einsatz der Grünen für den Erhalt des Krankenhauses in Wadern und für den Bau einer Nordsaarlandklinik hervor. Außerdem setzten sich die Grünen zusammen mit einer Bürgerinitiative für den Fortbestand des Naturschutzgebietes zwischen Uhland- und Kantstraße ein, um dort die Schaffung eines Baugebietes zu verhindern. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass der lange gewünschte Windpark auf dem Felsenberg bei Wadrill inzwischen ans Netz gegangen ist.

Ein fester Kreis von Mitgliedern treffe sich regelmäßig zum Stammtisch und erfreulich sei auch die starke Teilnahme an einer geführten Wanderung durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald gewesen.

Einziger Mandatsträger der Grünen im Bereich der Stadt Wadern ist Volker Morbe als Ortsratsmitglied in Noswendel. Auf sein Betreiben und dank seiner Hartnäckigkeit wurde auf dem Hauptgebäude am Noswendeler See eine Fotovoltaik-Anlage installiert. Weiter haben er und seine Parteifreundin Silvia Dewes ein Laufwegenetz mit Start am See konzipiert und auf den Weg gebracht. Überhaupt scheint Morbe das innovativste Element im dortigen Ortsrat zu sein.

Nachdem Kassenwart Tino Hans die Bilanz der bescheidenen Einnahmen und Ausgaben vorgelegt hatte, erteilte die Versammlung unter der Leitung von Jungmitglied Jonathan Wilkin dem Vorstand einstimmig Entlastung.

Die Neuwahl ergab eine leicht veränderte Konstellation des Vorstandes. Sprecher bleibt Peter Rohles, gleichberechtigte Sprecherin ist jetzt Ute Lessel, für die Kasse wird Veronika Morbe zuständig sein, alles Schriftliche erledigt weiterhin Albert Räsch, als Beisitzer wurden Volker Morbe, Hedi Kremer und Jonathan Wilkin gewählt. Peter Rohles vertritt den Stadtverband beim Landesparteitag und Landesparteirat.

Der Landesvorsitzende Tressel beklagte die ungerechtfertigte Schließung des Krankenhauses in Wadern und forderte die Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft im Saarland. Er unterstellte dem Sozialministerium eine gezielte Verschleppungsstrategie in Bezug auf die Nordsaarlandklinik und bot der Bürgerinitiative erneut jede nur denkbare Unterstützung an.

Als Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages kümmert er sich weiter um die Reduzierung des militärischen Fluglärms über dem nördlichen Saarland und will schärfere Kontrollen für die tonnenweise Herablassung von Flugbenzin über unserer Region. Tressel machte auch einige Vorschläge, mit welchen Themen der Kommunalwahlkampf im Jahr 2019 geführt werden könnte und nannte hier die anstehende Polizeireform, die unvermeidliche Kommunalreform und die drohende weitere Abkopplung des ländlichen Raumes. Auch sollte von den Waderner Grünen unmissverständlich klargestellt werden, dass die beiden großen Parteien maßgebliche Mitverantwortung für die Schließung des Krankenhauses tragen.

Aus der Grünen Jugend kam noch der Vorschlag, über die Gestaltung einer eigenen Waderner Homepage nachzudenken. Am Ende gab es dann doch noch richtigen Grund zur Freude für Peter Rohles, denn für die Teilnahme am politischen Aschermittwoch in Saarlouis lagen ihm bereits mehr als ein Dutzend Anmeldungen vor.