Digitale Jagd auf wilden Müll

Wer illegal entsorgten Müll oder ein Schlagloch entdeckt, kann dies ab sofort mit nur wenigen Klicks der Stadt Wadern melden. Damit leistet die Kommune nach eigenen Angaben Pionierarbeit im Saarland.

"Eine gute Idee zu haben, ist die eine Seite der Medaille. Konstruktiv daran mitzuarbeiten, dass die Anregung auch umgesetzt wird, die andere Seite", sagt Jochen Kuttler. Der Waderner Bürgermeister lädt die Bürger dazu ein, genauer hinzuschauen und Verbesserungsvorschläge, Mängel sowie Ärgernisse zu melden. "Die Hemmschwelle, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen oder beim Ortsvorsteher vorstellig zu werden, ist oft noch zu hoch. Wir wollen es noch einfacher machen, mit der Verwaltung in Kontakt zu treten", sagt Kuttler. Helfen soll dabei ein neues "Anregungs- und Ereignismanagement", kurz "AEM-Service" genannt.

Ab sofort ist es im gesamten Gebiet der Stadt Wadern möglich, der Verwaltung eine defekte Straßenlaterne, ein Schlagloch oder illegal entsorgten Müll zu melden, zusammen mit einer genauen Ortsangabe. Großen Aufwand muss dafür aber niemand betreiben. Die Mitteilung erfolgt entweder über die kostenlos erhältliche Smartphone-Anwendung oder über den Internetauftritt der Stadt Wadern . Die Bürger klicken dabei auf eine interaktive Karte und markieren den gewünschten Ort. Die Rathaus-Mitarbeiter werden so informiert, wo exakt ein Problem verortet ist. In einem Auswahlmenü wird dann definiert, was verbessert oder geändert werden soll.

Gespräch nicht überflüssig

Der neue Service ist so aufgebaut, dass der Bearbeitungsstand der gemeldeten Ereignisse immer einsehbar ist. "So kann jeder zu jeder Zeit überprüfen, ob das nervige Schlagloch oder der zugewucherte Spielplatz schon von einer anderen Person ans Rathaus gemeldet wurden. Außerdem erfolgt eine automatische Rückmeldung über den Bearbeitungsstatus der Anfrage", erklärt Walter Mörsdorf, der für den AEM-Service zuständige Mitarbeiter der Verwaltung. "Das persönliche Gespräch wird so natürlich nicht überflüssig", winkt Rathauschef Kuttler ab. "Wir erweitern allerdings unseren Service um eine moderne und effiziente, mittlerweile weit verbreitete Kommunikationsmöglichkeit".

Der Bürgermeister ist sich allerdings auch darüber im Klaren, dass eine Software-Lösung Besen und Heckenschere nicht ersetzen kann. "Und wir werden in Zeiten knapper Kassen und weniger Personal mit einer neuen Software auch keine Berge versetzen können. Wir wollen aber zeigen, dass wir als Dienstleister die Anregungen unserer Bürger nicht nur ernst nehmen, sondern diese auch in unseren täglichen Arbeitsablauf mit einbeziehen."

Die Stadt Wadern leistet mit ihrem neuen Anregungs- und Ereignismanagement nach eigener Darstellung Pionierarbeit im Saarland. Der AEM-Service ist Teil einer umfassenden Kommunikations- und Technikoffensive der Stadtverwaltung. "Neben dem freien WLAN und der eigenen Facebook-Seite, ist das Anregungs- und Ereignismanagement ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zu einer Verwaltung, die ganz nah bei ihren Bürgern ist", sagt Kuttler. Im Herbst sind weitere Schritte in diese Richtung geplant. Ab dann sollen ein neuer Internetauftritt und ein Ratsinformationssystem es allen Bürgern der Stadt möglich machen, das Geschehen in den einzelnen Räten besser zu verfolgen.

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Auf einen blickDas neue "Anregungs- und Ereignismanagement" (AEM) kann auf dem Gebiet der Stadt Wadern genutzt werden. Die entsprechende Anwendung für Smartphones und Tablets gibt es kostenlos für iPhone und iPad sowie für Android-Geräte. Die Software kann zudem über die Internetseute der Stadt Wadern genutzt werden. Fragen beantwortet Walter Mörsdorf, Telefon: (0 68 71) 50 71 05, E-Mail: wmoersdorf@wadern.de. red