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Feuerwehr
Die Zahl der Frauen nimmt bei der Wehr zu

Bei der Jahresdienstbesprechung wurden langjährige Feuerwehrkameraden besonders ausgezeichnet.
Bei der Jahresdienstbesprechung wurden langjährige Feuerwehrkameraden besonders ausgezeichnet. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Die Feuerwehr Wadern blickte bei der Hauptversammlung aufs vergangene Jahr zurück und sprach Beförderungen und Ehrungen aus. Von Erich Brücker

„Gleich zu Beginn des alten Jahres hat Wirbelwind ‚Egon‘ mit seinen Sturmböen nahezu alle unser Feuerwehrmänner und -frauen auf den Plan gerufen. Acht von unseren zehn Löschbezirken waren an 22 Stellen im Einsatz. Eine weitere Unwetterlage herrschte im August. Hierbei haben sieben Löschbezirke 37 Einsatzstellen abgearbeitet. Insgesamt mussten 187 Einsätze geleistet werden. Zu diesen Einsätzen wurden 273 Löschbezirke je nach Alarmierungsstichwort angefordert“, blickte Stadt-Wehrführer Markus Linnig in seinem Jahresbericht der Feuerwehr Wadern zurück. Nach 16 Monaten zusammen mit seinen Stellvertretern Werner Ludwig und Jens Balzer im Amt, trug er seinen umfangreichen Jahresbericht erstmals dem obersten Feuerwehrmann der Hochwaldstadt, Bürgermeister Jochen Kuttler, im Beisein von Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Georg Flesch sowie der Führungspersonen und Funktionsträger der Waderner Wehr vor.


Die Einsätze gliederten sich in 35 Brände, elf Verkehrsunfälle, 99 Technische Hilfen, zwei Tier- sowie 17 sonstige Einsätze. Darüber hinaus gab es 23 blinde Alarme. Bei diesen Einsätzen, Erreichungsgrad 83,7 Prozent, konnten 19 Menschenleben gerettet werden, für zwei Personen kam die Hilfe zu spät. Einige Feuerwehrkameraden wurden – glücklicherweise nur leicht – verletzt.

„Insgesamt haben 2860 Mitglieder stattliche 3600 Einsatzstunden abgeleistet“, betonte der Wehrführer. Nicht eingerechnet in diesen Stunden sind die Aufwendungen für Lehrgänge, Aus-, Fort- und Weiterbildung. Stattliche 145 Personen wurden in über 4100 Stunden in unterschiedlichen Bereichen geschult. An Übungen haben die Löschbezirke 172 absolviert, dazu sechs gemeinschaftliche mit insgesamt 4300 Personen und 6970 Stunden. Ungezählt sind die Stunden, die für die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge, Feuerwehrhäuser und Gerätschaften aufgebracht wurden, ebenso wie für Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen, vorbeugender Brandschutz, Räumungsübungen und Brandschutzerziehung in Firmen, Betrieben, Schulen und Kindergärten.

„Wir haben den höchsten Mitgliederstand in der Wehr seit 2008“, stellte Linnig die Personalentwicklung als sehr erfreulich dar. Derzeit zählt die Wehr insgesamt 510 Mitglieder, davon 314 Aktive (acht mehr als im Vorjahr, jetzt 285 Männer und 29 Frauen), 103 Jugendliche (76 Jungen und 27 Mädchen) sowie 93 Kameraden in der Altersabteilung. Die meisten Löschbezirke seien stabil in der Entwicklung ihrer Mitgliederzahlen. Einige konnten diese sogar ausbauen. Der weibliche Anteil beträgt mittlerweile zehn Prozent, so dass strukturelle Probleme durchaus zutage treten können, denn die Feuerwehrgerätehäuser sind nicht alle für die Geschlechtertrennung ausgebaut. Die Tagesverfügbarkeit ist aktuell noch kein akutes Problem, was sicherlich den zehn intakten und zu erhaltenden Löschbezirken geschuldet sei.

Neben weiteren Zahlen und Fakten über Einsatztätigkeiten, Übungen und Bildung betonte der Wehrführer, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr Wadern in guter Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und einem neu gegründeten Unterausschuss Feuerwehr zur Zufriedenheit aller Beteiligten fortgeschrieben wurde. Schließlich gehört zu einer schlagkräftigen Truppe die erforderliche ordentliche Ausstattung. Und das ist Hoheitsaufgabe der Stadt. „Selbstverständlich ist mir bewusst, dass es für die Verantwortlichen in der kommunalen Politik und Verwaltung keine leichte Aufgabe ist, immer die benötigten Mittel zur Verfügung stellen zu können“, sagte Linnig. Aber man könne sich nicht beschweren, vieles sei in der Vergangenheit angeschafft worden. Zum Beispiel nannte er den Bau des Feuerwehrgerätehauses beim Löschbezirk Wadrill sowie die Anschaffung des neuen Drehleiter-Fahrzeuges, das beim Löschbezirk Wadern beheimatet ist. Es bestehe aber noch Investitionsbedarf in Fahrzeuge, Gerätschaften und Gerätehäuser.



Sein Dank galt abschließend allen Einsatzkräften für ihre in den vielen Bereichen freiwillig geleistete Arbeit, aber auch allen Arbeitgebern, die die Floriansjünger während der Arbeitszeit für diesen wichtigen Dienst am Mitbürger freistellen. Dankesworte richtete er ebenfalls an alle dem Feuerwehrwesen nahe stehende Behörden und Entscheidungsträger. Stellvertretend, eine Aufzählung würde den Rahmen sprengen, für diese alle sei Bürgermeister Jochen Kuttler genannt, der als oberster Feuerwehrchef die Sorgen und Nöte seiner Floriansjünger ernst nehme und sich mit persönlichem Engagement für die Belange der Wehr einsetze.

Der Verwaltungschef betonte, dass in der Vergangenheit so viel städtisches Geld wie lange nicht mehr in das Feuerwehrwesen gesteckt worden sei, was zuweilen auch eine große Herausforderung war. Es sei auch gestritten und gefeilscht worden. Schließlich sei es ein schönes Ruhekissen, eine gut funktionierende Feuerwehr zu haben, die nicht nur dem Rettungswesen dient, sondern auch in den Stadtteilen eine große Akzeptanz habe und viel Engagement zum Wohle der Bevölkerung einbringe sowie soziale Funktionen wie Jugendarbeit ausübe. Kuttler versicherte, im Rahmen der Möglichkeiten den Bedarfs- und Entwicklungsplan einzuhalten und die Ausstattung zeitgemäß anzupassen. Sein ausdrücklicher Wunsch waren möglichst wenige Einsätze für die Löschbezirke und dass sie stets gesund und wohlbehalten hiervon heimkehren.

Grußworte sprachen Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer und Georg Flesch, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Beide lobten das Engagement der Floriansjünger und dankten für die gute Zusammenarbeit. Gleiches galt für Hans Kugel, stellvertretender Leiter der Polizei-Inspektion Nordsaarland in Wadern.

Stadtwehrführer Markus Linnig (r.) überreicht Bürgermeister Jochen Kuttler (l.) den Jahresbericht der Feuerwehr über die Aktivitäten 2017.
Stadtwehrführer Markus Linnig (r.) überreicht Bürgermeister Jochen Kuttler (l.) den Jahresbericht der Feuerwehr über die Aktivitäten 2017. FOTO: Erich Brücker