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Jubiläum: Die Wadriller Wehr macht ein Fass auf

Jubiläum : Die Wadriller Wehr macht ein Fass auf

Sieben Tage lang feiert der Löschbezirk ab dem 11. Juni sein 90-jähriges Bestehen. Die Gäste erwartet ein buntes Programm.

Drei triftige Gründe ein Fass aufzumachen und mit der Bevölkerung der Kultureinheit Wadrill, Gehweiler und Reidelbach sowie vieler Freunde und Bekannte aus den nachbarlichen Orten zu feiern, hat der Löschbezirk Wadrill der Freiwilligen Feuerwehr Wadern.

90 Jahre Feuerwehr in Wadrill. Wenngleich dieses Jubiläum mit einjähriger Verspätung gefeiert wird, tut es dem siebentägigen Fest vom 11. bis zum 17. Juni überhaupt keinen Abbruch. Umso größer ist die Freude, denn endlich kann das neue Feuerwehrfahrzeug, das vor knapp zwei Jahren angeschafft worden war, statt in einem Zelt nunmehr in einem neuen, den erforderlichen Bedürfnissen angepassten Feuerwehrgerätehaus geparkt werden. Dieses neue Gerätehaus in der Seelbachstraße, zudem der Spatenstich im März 2017 erfolgt war, wird während der Brandschutzwoche seiner Bestimmung übergeben und eingeweiht. Außerdem wird das 30-jährige Bestehen der Jugendwehr gefeiert, womit bereits frühzeitig bei den Wadriller Floriansjüngern Weitblick gezeigt wurde, denn nur mit guter Jugendarbeit lässt sich ein Fortbestand gewährleisten. „Diese sieben Brandschutztage sind eine ausgezeichnete Gelegenheit, um auf die vergangenen 90 Jahre des Löschbezirks Wadrill zu blicken und für den selbstlosen Einsatz an 365 Tagen rund um die Uhr zu danken“, sagt Bürgermeister Jochen Kuttler in seinem Grußwort in der Festbroschüre.

Schirmherrin der Festwoche ist Annemay Regler-Repplinger (Merzig). „Die Wadriller Feuerwehrkameraden werden den Anforderungen, sich für den Schutz und die Sicherheit von Leib und Leben, Hab und Gut ihrer Mitmenschen einzusetzen, vollauf gerecht, auch aus dem Bewusstsein eines möglichen Risikos für das eigene Leben“, betont die Protektorin, die dem kommunalen Geschehen im Hochwald über die Wurzeln ihrer Familie und ihrer jahrzehntelangen Präsenz im Jagdhaus Reidelbach seit jeher verbunden ist. So kann sich der Löschbezirk Wadrill im Jubiläumsjahr sehen lassen. Er ist mit 45 Einsatzkräften bei einem Durchschnittsalter von 32 Jahren bestens aufgestellt. Sein Einsatzgebiet umfasst die Ortschaften Wadrill, Gehweiler und Reidelbach, welche künftig den Stadtteil Wadrilltal bilden. Bei Bedarf leistet der Löschbezirk Nachbarschaftshilfe in Wadern, Steinberg, Löstertal sowie Sitzerath. Der Grundstein hierfür wurde vor 91 Jahren gelegt, als Schmiedemeister Nikolaus Adams zusammen mit weiteren 40 Gleichgesinnten am 10. Februar 1927 die freiwillige Feuerwehr Wadrill aus der Taufe hob, nachdem zuvor seit 1903 eine Pflichtfeuerwehr bestanden hatte. Mit der Verlegung einer ersten Wasserleitung wurden auch schon Hydranten eingebaut. Ein Spritzenhaus gab es am Friedhof, auf dem Gelände der heutigen Leichenhalle, das für die freiwillige Feuerwehr auf Beschluss des Gemeinderates vom 23. Mai 1927 saniert wurde. Eine erste Tragkraftspritze erhielt die Wehr 1955, ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 bereits 1959 sowie ein Jahr zuvor das bisherige Feuerwehrgerätehaus in der Mühlenstraße. 1984 wurde das Löschgruppenfahrzeug ersetzt. Es steht heute noch im Dienst des Löschbezirks.

Von daher war die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges LF 10/20 2016 sicherlich kein Luxus. Die Unterbringung gestaltete sich etwas schwierig, es passte einfach nicht ins alte Feuerwehrgerätehaus, musste bis zum heutigen Tag in einem Zelt geparkt werden.

Pünktlich zum Jubiläum kann somit auch ein neues Feuerwehrgerätehaus in Betrieb genommen werden. „Nach über neun Jahren der Hoffnung, des Ärgers und der Enttäuschung über die Vorgehensweise für den Bau unseres neuen Feuerwehrgerätehauses ist der heutige Tag für uns Feuerwehrleute vom Löschbezirk Wadrill ein ganz besonderer, geradezu ein Meilenstein, denn mit dem Spatenstich heute ist klar, unser Feuerwehrgerätehaus wird nun in der Seelbachstraße endlich gebaut“, freute sich Löschbezirksführer Markus Hassler anlässlich des Spatenstichs im März vergangenen Jahres. Und heute zeigt er sich erleichtert darüber, dass es nicht nochmal neun Jahre gedauert hat, bis das Gebäude fertig gestellt war. Für unter einer Million Euro Baukosten hat der Löschbezirk Wadrill nunmehr ein adäquates Gerätehaus erhalten, das seinen Anforderungen und Aufgaben im Brandschutz und der technischen Hilfe gerecht wird.

Die Jugendwehr wurde am 19. Januar 1988 gegründet. Heini Schonk war erster Jugendleiter, Raimund Hassler sein Stellvertreter. Bis heute fanden sich stets genügend aktive Wehrmänner bereit, sich um und mit dem Nachwuchs zu beschäftigen. Aktuell gehören 15 Jungs und ein Mädchen zwischen acht und 14 Jahren zur Nachwuchsorganisation. Seit 2012 kümmern sich die Aktiven Stefan Schonk als Jugendwart sowie Jürgen Eichler als sein Stellvertreter zusammen mit Daniel Grundhöfer, Kai Naumann und Alexander Haßler darum, dem Nachwuchs das entsprechende feuerwehrtechnische Rüstzeug und das technische Verständnis für Maschinen und Gerätschaften zu vermitteln. „Mit Wasser spritzen und Schläuche werfen ist es nicht getan“, fasst Schonk die Arbeit zusammen. Vornehmlich sind die Kids bei praktischen Übungen gefordert und bei Wettkämpfen mit anderen Jugendwehren.

Anlässlich des Jubiläums wird das neue Feuerwehrgerätehaus in der Seelbachstraße eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Foto: Feuerwehr

Neben einer 24-Stunden-Übung stehen aber auch Freizeitmaßnahmen wie Zeltlager und Ausflüge auf dem Programm.