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Als die französischen Nationalfeste nach Wadern kamen
Die revolutionäre Festkultur

Wadern. Vortrag informiert über die Zeit, als Frankreichs Nationalfeste nach Wadern kamen.

() „Revolutionskultur ohne Revolution“ – unter diesem Titel steht der kostenlose Vortrag, den Wolfgang Hans Stein am Mittwoch, 24. Oktober, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Heimat“ des Vereins für Heimatkunde Wadern im Oettinger Schlösschen hält. Thema des Vortrags sind die französischen Nationalfeste im Saardepartement, insbesondere im Kanton Wadern. Los geht es um 19 Uhr.


Nach der französischen Revolution wurde auch im annektierten Rheinland die revolutionäre Festkultur in den Jahren 1798–1799 eingeführt, was zu einer Serie von 24 Festen in noch nicht einmal zwei Jahren führte, die mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten auf die politischen und gesellschaftlichen Strukturen der Bevölkerung einwirken sollten. Die Feste waren nicht nur auf die Hauptstadt Paris und die Departementshauptstädte beschränkt, sondern wurden auch in allen Kantonshauptorten gefeiert, so auch in Wadern und seinen Nachbarkantonen. Diese breite geographische Streuung, verbunden mit einer starken Reglementierung der Feste, erlaubt es, die unterschiedliche Rezeption der Feste vor Ort als ein Raster der politischen Haltung der Bevölkerung zu der französischen Annexion zu lesen. Das Spektrum reicht von engagierter Aufnahme bis hin zu Verweigerung und Protest. Stein ist pensionierter Archivdirektor am Landeshauptarchiv in Koblenz.

(tth)