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Ausblick
„Die Folgen der Klinikschließung abdämpfen“

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Wadern. Was bringt das Jahr 2018 den Städten und Gemeinden im Landkreis? Das haben wir die Bürgermeister der sieben Kommunen im Landkreis gefragt. Sie blicken auf die wichtigsten Neuerungen des neuen Jahres voraus. Heute: der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler.

2017 war ein Jahr der radikalen Zäsur in der Stadt Wadern. Und die Folgen dieses Umbruchs werden Bürgermeister Jochen Kuttler (Pro Hochwald) und die Verantwortlichen im Rathaus und in den politischen Gremien der Stadt auch 2018 und weit über dieses Jahr hinaus beschäftigen, dessen ist sich der Verwaltungschef sicher. Die zum 30. November vergangenen Jahres vollzogene Schließung des St.-Elisabeth- Krankenhauses stellt die Hochwaldstadt vor große Herausforderungen.


Eine Kompensation muss her, um die Folgen der Krankenhausschließung für die medizinische Versorgung der Menschen in der gesamten Hochwaldregion zumindest abzudämpfen, das ist das klare Ziel aller Beteiligten in Wadern, betont Kuttler. Ein erster Schritt sei schon kurz vor der Krankenhausschließung gemacht worden: „Mitte Oktober wurde der erste Spatenstich für eine neue Rettungswache gesetzt. 1,54 Millionen Euro werden in den Neubau investiert. Anfang 2019 soll die neue Wache ihren Betrieb aufnehmen. Sie wird rund um die Uhr mit einem Notarzt besetzt sein.“

Doch das ist nur der Anfang: Kuttler will sich für ein weitaus ehrgeizigeres Projekt einsetzen, für das sich die Bürgerinitiative, die sich im Zuge der Krankenhausschließung gegründet hat, stark macht: „Sie fordert die Einrichtung eines zentralen Klinikums am Standort Wadern. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie hat inzwischen bestätigt, dass eine solche Nordsaarlandklinik nicht nur machbar, sondern im Zuge einer Neustrukturierung der saarländischen Krankenhausstruktur durchaus sinnhaft ist.“ Aufgabe der Stadt sei es für dieses Jahr nun, auf die Suche nach potenziellen Trägern zu gehen und die Idee der Nordsaarlandklinik Wadern im Prozess der Erstellung eines neuen Krankenhausplans auf Landesebene zu forcieren. Wobei Kuttler bewusst ist: „Die Diskussion um eine Nordsaarlandklinik ist eine langfristig zu sehende Aufgabe. Hier gilt es, dicke Bretter zu bohren.“

Parallel dazu will der Rathauschef ein weiteres Gesundheitsprojekt voranbringen: den Gesundheitspark Wadern, der diverse medizinische Angebote und ärztliche Dienstleistungen in ambulanter Form an einem Ort bündeln soll. Kuttler: „Ein Gesundheitspark ersetzt natürlich kein Krankenhaus. Aber in einer sich rasant wandelnden Medizinwelt ist der Neuaufbruch in diese Richtung auch eine Chance, Vorreiter zu sein“, sagt Kuttler. Hierfür gelte es im bevorstehenden Jahr Investoren zu suchen und alles, was an weiteren Schritten zur Realisierung notwendig ist, in die Wege zu leiten.

Landesweit exemplarisch ist ein anderes, auf den ersten Blick scheinbar unspektakuläres Vorhaben, das 2018 umgesetzt wird, sagt Kuttler: Wadern wird seine Straßenbeleuchtung modernisieren und auf die LED-Leuchttechnik umstellen. Kuttler: „Das umgestellt wird, ist normal.“ Dass aber alle Leuchten im gesamten Stadtgebiet auf einen Schlag ersetzt werden, sei  saarlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Ausgetauscht werden nach Kuttlers Worten über 1500 Leuchten. „Die Investition beträgt 848 000 Euro, sie amortisiert sich durch Stromeinsparung spätestens komplett in zwölf Jahren.“



Mit Freude blickt der Verwaltungschef auf ein anderes Projekt, über das in der Hochwaldstadt lange diskutiert worden ist und dass nun seinen Abschluss finden soll. „Im Frühjahr 2018 feiern wir die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Wadrill. Eine lang ersehnte Maßnahme, die sich nach heutigem Stand der Dinge exakt im geplanten Finanzrahmen bewegen wird“ – der liege bei rund einer Million Euro, wie Kuttler sagt.

Ein kontroverses Thema in Wadern war in der vergangenen Zeit der geplante Windpark auf dem Wenzelstein bei Löstertal. Der wird die Verantwortlichen auch 2018 weiter beschäftigen, weiß Kuttler: „Wir werden uns Anfang des Jahres mit der Frage des Bebauungsplans Wadern-Wenzelstein auseinandersetzen müssen. Dessen Aufstellung hat der Stadtrat der Stadt Wadern am 10. Oktober 2016 beschlossen.“ Allerdings werde auch dieser Plan nur Regelungen treffen können, die die Windkraftnutzung am Standort möglich machen und reglementieren, nicht aber verhindern.

In touristischer Hinsicht werde sich im kommenden Jahr ein wichtiges Aushängeschild positiv weiterentwickeln: Die Erweiterung des Golfpark Weiherhofs in Nunkirchen von 18 auf 27 Bahnen ist für Oktober 2018 vorgesehen. Auch als Handels- und Gewerbestandort komme Wadern voran: „Im Kernort Wadern im Bereich Im Brühl entsteht ein neuer Netto-Markt und vorgelagert ein Geschäftshaus mit großem Fitnessstudio.“ Beides werde in diesem Jahr eröffnet. Auch in Sachen Wohnraum tue sich einiges in der Stadt, betont Kuttler: „In Wadrill werden seit dem Tag des Spatenstichs im September vergangenen Jahres 18 Bauplätze hergerichtet, wobei nach Abzug der aktuell vorliegenden Reservierungen noch zehn Grundstücke Interessierten zur Verfügung stehen.“ Diese sollen ab dem dritten Quartal 2018 bebaut werden können. Damit nicht genug, so Kuttler: „Im Stadtteil Wadern werden wir im Bereich zwischen Goethe- und Kantstraße Grundstücke erschließen.“ Weitere ehrgeizige Projekte werden im Kernort anlaufen: „Die Bauunternehmung Laux wird im kommenden Jahr mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses mit 24 Eigentumswohnungen, zwei Ladenlokalen und einer Tiefgarage mit 16 Stellplätzen in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes beginnen.“ In der Poststraße entstehe ein Wohnheim der Arbeiterwohlfahrt, „das nicht nur dank 37 Wohnplätzen etlichen Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine neue Heimat bieten wird, sondern auch neue Arbeitsplätze in einem Sektor schafft, der von der Krankenhausschließung besonders betroffen ist“, betont Kuttler. Der Bürgermeister weiter: „Investiert werden für den Neubau in Wadern, der von umfangreichen Sanierungen am Awo-Wohnheim in Nunkirchen flankiert wird, insgesamt 4,35 Millionen Euro.“